Lexika & Reiseführer Wangerooge

Erlebnisse während des Urlaubs auf Wangerooge.
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Lexika & Reiseführer Wangerooge

Beitragvon Maya Mitsume » 2. Feb 2011, 14:58

Hier findet Ihr Informationen zu Historischen Gebäuden, wichtige Strassen und Berühmtheiten, sowie auch wichtigen Einrichtungen und vieles mehr rund um Wangerooge...
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Wangerooger Inselbahn

Beitragvon Maya Mitsume » 2. Feb 2011, 15:08

Die Wangerooger Inselbahn ist eine eingleisige, nicht elektrifizierte und meterspurige Bahnstrecke auf der Friesischen Insel Wangerooge. Sie ist die einzige von der Deutschen Bahn betriebene Schmalspurbahn und ist das wichtigste Verkehrsmittel der autofreien Insel.

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Geschichte

1897–1920

Die Wangerooger Inselbahn wurde 1897 in der heutigen Spurweite von 1000 mm eröffnet. Betreiberin war die Großherzoglich Oldenburgische Eisenbahn (GOE). Der Betrieb wurde von Beginn an mit Dampflokomotiven, nicht als Pferdebahn wie auf einigen benachbarten Inseln, durchgeführt. Die Strecke führte vom neu erbauten Anleger im Südwesten der Insel in das Zentrum des Inseldorfs in der Inselmitte. Für die 3,5 Kilometer lange Strecke brauchte ein Zug etwa 20 Minuten bei einer Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h. Diese Zeiten sind auch heute noch gültig, wenn sich auch die Trasse mehrfach geändert hat. 1901 wurde eine 1,9 Kilometer lange Stichstrecke von der auf halber Strecke liegenden Saline in den Westen der Insel von der Marine erbaut, um dort militärische Stützpunkte anzuschließen.

1905 wurde als zweiter Anleger der Ostanleger errichtet und durch eine 5,4 Kilometer lange Schienenverbindung mit dem Bahnhof im Inseldorf verbunden. Um den wachsenden Verkehrsströmen gerecht werden zu können, wurde 1906 ein neuer, groß dimensionierter Bahnhof am damaligen Südrand des Dorfes erbaut. Die zwei Gleise wurden von einer Bahnhofshalle überspannt. Dieser Bahnhof besteht im Wesentlichen auch heute noch.

1912 wurde ein neuer Westanleger, der etwas östlich des alten Westanlegers lag, in Betrieb genommen. Er wurde durch eine neue, etwa parallel zur bisherigen Strecke verlaufende Trasse mit dem Abzweig Saline verbunden. Der andere Anleger im Südwesten wurde außer Betrieb genommen und die zugehörige Bahnstrecke abgebaut. Der Zweck dieser Maßnahme war ein Ausbau Wangerooges als Festung mit einem leistungsfähigen Bahnnetz. Im Verlauf des Ersten Weltkriegs wurden dazu zahlreiche Anschlussgleise zu militärischen Einrichtungen gelegt. Es gab auf der kleinen Insel bis zu vier Abschnitte der Inselbahn mit maximal 24 Anschlussgleisen.

1920–1945

1920 kam die Inselbahn im Zuge der Zusammenfassung der Länderbahnen zur Deutschen Reichsbahn.

Dort wurden die zuvor als Nr. 1 bis 5 bezeichneten Dampflokomotiven als Baureihe 99 geführt, eine Sammelbezeichnung für Schmalspurdampflokomotiven. Mitte der 1920er Jahre wurde an der Saline ein Gleisdreieck eingerichtet, das wiederum vor allem militärische Zwecke hatte, beispielsweise den schnelleren Transport von Geschützen. Dieses Gleisdreieck wurde mehrfach umtrassiert und schließlich 1969 abgebaut. Ebenfalls Mitte der 1920er Jahre wurden die ersten vierachsigen Personenwagen angeschafft, und zweimal pro Woche fuhr ein Kaffeezug vom Dorfbahnhof zum Bahnhof Westen und zurück.

Die Zahl der Kurgäste – und damit Fahrgäste – stagnierte um 1930 auf niedrigem Niveau, stieg aber bis 1939 mit 65.500 Fahrgästen auf das Sechsfache, von denen zwei Drittel über den Ostanleger anreisten.

Von 1939 bis 1952 fuhr eine Kastendampflok 99 081 auf Wangerooge, die wegen der Hitzeentwicklung im Führerstand vom Personal „Treibhaus“ genannt wurde.

Während des Zweiten Weltkriegs war Wangerooge erneut von hoher strategischer Bedeutung, da die Insel im Mündungsbereich der Weser und in der Nähe der damals kriegswichtigen Stadt Wilhelmshaven liegt (siehe: Militärische Geschichte Wangerooges). Am 25. April 1945 kam es zu einem schweren Luftangriff auf Wangerooge mit erheblichen Bombardierungen. Dabei wurden auch die Strecke zwischen Saline und Dorf, die Bahnhofshalle sowie zahlreiche Personen- und Güterwagen zerstört.

Seit 1945

Die zerstörte Strecke wurde nach Kriegsende wieder aufgebaut. 1952 begann die nunmehr federführende Deutsche Bundesbahn mit der Einführung von Diesellokomotiven. Erste Diesellok war eine Gmeinder-Lok. 1957 war der Traktionswechsel abgeschlossen. 1955 wurde auch eine kleinbusartige Draisine beschafft.
329 502 im Jahr 1983 am Anleger Wangerooge

Die Zahl der Passagiere, die am Ostanleger ankamen und die östliche Inselbahnstrecke befuhren, war nach dem Zweiten Weltkrieg sehr hoch, da die beliebte Ausflugsinsel Helgoland noch britisch besetzt war. Nach 1952 wurde Helgoland für Deutsche wieder zugänglich, so dass der Verkehr über den Ostanleger stark zurückging. 1958 wurden er und damit auch der östliche Abschnitt der Inselbahn abgebaut. Im Dorf liegen die Gleise heute noch etwa 200 Meter in Richtung Osten und dienen als Auszieh- und Anschlussgleis.

Aus einem Umbauprogramm erwarb man 1959 auf Wangerooge vierachsige Personenwagen, die den damals häufigen Umbau-Wagen der Normalspur glichen. Sie waren dunkelgrün lackiert, erhielten aber ab 1972 Werbelackierungen.

Zwischen 1952 und 1971 wurden insgesamt vier Diesellokomotiven der DB-Baureihe 329 beschafft. 1977 wurde die Draisine durch ein neueres Modell ersetzt. 1981 kamen ein Triebwagen der Baureihe 699 sowie einige Wagen hinzu, die zuvor auf der Nachbarinsel Spiekeroog bis zur Stilllegung der dortigen Inselbahn im Einsatz gewesen waren.

1990 wurden weitere zwei Diesellokomotiven beschafft, diesmal aus Ostdeutschland vom ehemaligen Mansfeld-Kombinat. In den Folgejahren kamen 14 neue Personenwagen aus dem Reichsbahnausbesserungswerk (Raw) Wittenberge hinzu, die in Hellblau/Weiß, ähnlich dem Farbschema der Interregio-Züge, lackiert waren und die bisherigen Personenwagen vollständig ersetzten.

Zum 1. Januar 1992, zwei Jahre vor Gründung der Deutschen Bahn (DB), wurden die Lokomotiven der Baureihe 329 in Baureihe 399.1 umgenummert. 1995/96 wurden die Gleise komplett erneuert.

Von 1997 an gab es für einige Jahre jeweils im Sommer einen musealen Dampflokbetrieb auf Wangerooge. Dazu wurde die Lok „Franzburg“ des DEV vom Festland auf die Insel gebracht.

1999 beschaffte die DB AG zwei neue Diesellokomotiven der Firma Schöma (399 107 und 108), die seitdem vor allem im Personenzugdienst eingesetzt werden. In der Folge konnten die vier ältesten Dieselloks (399 101–104) abgestellt und die Einsätze der schadanfälligen rumänischen Loks (399 105 und 106) reduziert werden.

Aktueller Betrieb

Die Wangerooger Inselbahn gehört seit 2002 zum Geschäftsbereich DB AutoZug, wo Nahverkehrsangebote wie das Schönes-Wochenende-Ticket nicht gültig sind. Der Fahrpreis wird im Regelfall für eine Fahrt mit Fähre und Bahn erhoben. Größeres Reisegepäck muss aufgegeben werden. Es gibt aber auch einen Binnentarif. Einen nennenswerten Binnenverkehr auf der Insel gibt es im Regelpersonenverkehr jedoch nicht. Insgesamt wird die Bahn von rund 200.000 Fahrgästen jährlich benutzt, an Spitzentagen bis zu 1.500 in jeder Richtung.

Die Gleise verlaufen, seit einer zwischen 1995 und 2005 an der Stammstrecke durchgeführten Streckensanierung, auf einem Schotterbett, während auf den nebenrangigen Gleisen noch Sand- und Kiesbettung zu finden ist. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt nur 20 km/h. Ein großer Teil der Strecke zwischen Westanleger und Saline führt heute auf einem steinernen Damm durch die Salzwiesen, die bei höheren Wasserständen überschwemmt sind. Außerdem ist dies ein Brutgebiet für zahlreiche Seevögel, die sich aber an den Zugverkehr gewöhnt haben.

Da die ebenfalls zur DB gehörenden Fährschiffe von Harlesiel aus durch flaches Wattgebiet fahren müssen, ist der Fahrplan von der Tide abhängig. Er liegt aber für die gesamte Fahrplanperiode vorausberechnet vor.

Von der Jugendherberge Westturm aus hat man einen guten Rundblick über die gesamte Strecke. In der Hochsaison kann man regen Betrieb beobachten. So sind oft zwei Züge gleichzeitig unterwegs. Gekreuzt wird direkt vor dem Anleger. Auch gibt es bei Bedarf Fahrten über Saline zum Bahnhof Westen, die seit Juni 2010 auch für den öffentlichen Verkehr freigegeben sind und meistens der Anbindung der dortigen Schullandheime dienen. Damit ist die Wangerooger Inselbahn die einzige deutsche Inselbahn mit Zweigstrecke. Die meisten Züge führen vierachsige Flachwagen zur Gepäckbeförderung mit, es gibt aber auch reine Güterzüge (u.a. zum WSA-Bauhof). Das aufgegebene Reisegepäck wie Koffer und Taschen wird dabei in Rollcontainern befördert. Fahrräder werden ebenfalls auf den Flachwagen befördert. Zur Versorgung der Insel werden auch Lebensmittel und nahezu alle anderen Waren ebenso wie Umzugsgut mit den Flachwagen befördert, meist in kleineren Containern. Diese werden mit dem Gabelstapler am Bahnhof auf Straßenanhänger verladen und mit Elektromobilen zum Empfänger gebracht. An Güterwagen gibt es im Übrigen nur noch einige vierachsige offene Güterwagen unterschiedlicher Typen sowie einen (blauen) Kesselwagen für den Transport von Flüssigkeiten.

Die Wangerooger Inselbahn ist heute zusammen mit der Brohltalbahn und den Harzer Schmalspurbahnen die letzte Schmalspurbahn Deutschlands mit Güterverkehr.

Lokomotiven und Waggons

Für die Aufnahme des Betriebes beschaffte die G.O E. 1897 eine zweiachsige Dampflok, die von der Märkischen Lokomotivfabrik hergestellt worden war. 1900 wurde eine zweite Lokomotive der Maschinenbau-Gesellschaft Heilbronn gekauft, die zuvor wohl schon als Baulokomotive auf Wangerooge im Einsatz war. Der gestiegene Verkehr machte 1904 ein dritte Lokomotive nötig, die die erste direkt beschaffte Lok und von Freudenstein & Co geliefert worden war. Als Ersatz für die ersten Lokomotiven, die dem gestiegenen Verkehr nicht mehr gewachsen waren, wurden 1910 und 1913 die Lokomotiven 3 und 4 bei Hanomag hergestellt. Die erste dreiachsige Lok wurde 1929 die 99 211 in Dienst gestellt. 1939 gab es Verstärkung durch eine ebenfalls dreiachsige Pfälzische L 1, die in Ludwigshafen überflüssig geworden war. Sie fiel durch ihre Bauart als Trambahnlokomotive auf. Im Zweiten Weltkrieg waren für den verstärkten militärischen Verkehr drei weitere, von französischen und niederländischen Bahnen gekommene Lokomotiven auf Wangerooge (99 271, 99 281, 99 291); allerdings ist nicht klar, ob sie alle auch eingesetzt wurden.

1952 kam die erste Diesellokomotive nach Wangerooge, die dreiachsige V 11 901 (ab 1992: 399 101). Fünf Jahre später folgten zwei stärkere Lokomotiven V 11 902 und 903 (ab 1992: 399 102–103). Diese machten die Dampflokomotiven überflüssig. 1971 wurde eine weitere, diesmal zweiachsige Lok gebraucht von der Inselbahn Juist gekauft und als 329 504 eingeordnet (ab 1992: 399 104). 1990 wurde der Lokpark erneuert, die 399 105 und 106 wurde fast neuwertig beschafft. Sie überzeugten allerdings nicht, so dass 1999 noch einmal zwei neue Lokomotiven 399 107 und 108 von Schöma beschafft wurden. Seitdem sind die Loks 399 105 und 106 meist Reserveloks. Alle Lokomotiven tragen heute die verkehrsrote Lackierung der Deutschen Bahn AG.

1981 wurde der Triebwagen der Inselbahn Spiekeroog übernommen und als einziger Schmalspurtriebwagen der Deutschen Bundesbahn als 699 001 (ab 1992: 699 101) bezeichnet. Er wurde 1993 nach jahrelanger Vernachlässigung ausgemustert und an den Deutschen Eisenbahnverein Bruchhausen-Vilsen verkauft.

Außerdem verkehrten auch zwei Draisinen. Hinzu kommen noch Fahrzeuge der Marine, die bis 1945 auf Wangerooge einen eigenen Fuhrpark besaß, sowie eine Lok und eine Draisine des Wasser- und Schifffahrtsamtes, die beide heute nicht mehr vorhanden sind. Weiterhin gab es zwei- und vierachsige Kesselwagen, offene und gedeckte Güterwagen (zum Teil vierachsig) sowie zwei- und vierachsige Flachwagen.

Die Dampflok 99 211 ist auf Wangerooge als Denkmal im Inseldorf vorhanden.

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Daten, Fakten und Kartenplan der Inselbahn Wangerooge:
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Weiterführende Bilder:
Bahnhofsumbau
1976 bis 2000
2001 bis heute

Weiterführende Informationen:
Inselbahn.de
Zuletzt geändert von Maya Mitsume am 18. Jan 2012, 00:14, insgesamt 2-mal geändert.
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Cafe Pudding

Beitragvon Maya Mitsume » 2. Feb 2011, 15:37

Das Café Pudding

Wir wissen aus dem jahr 1859 , dass 500 m nördlich vom Leuchtturm - am 1.10.1855 eine Dünenbake als Zeichen für die Küstenschifffahrt errichtet wurde.

Anfangs des ersten Weltkrieges wurde die Dünenbake abgebrochen und der alte Westturm gesprengt.

Irgendwann ist der Name „Pudding“ entstanden.

In Oldenburg und Bremen sagt man „Ich geh’ mal um den Pudding“ , wenn man, um Luft zu schnappen, um den Häuserblock spaziert.

Hier auf Wangerooge bietet es sich an, die Zedeliusstraße in Richtung Strand zu gehen, die Düne zu umrunden und dabei auf’s Meer zu sehen und dem Rauschen der Wellen zuzuhören und dann den Rückweg anzutreten.

Vermutlich ist so der Name „Pudding“ für diese Düne entstanden.

Bevor man 1930 die steinernen Treppen auf der Nord - und Südseite baute waren diese ganz schmal und aus Holz.

Die ebene Fläche oben wurde gepflastert und Bänke aufgestellt.

Auf einer Metallplatte mit Richtungspfeilen konnte man ersehen, wo Helgoland, der "Rote Sand" – Leuchtturm und die verschiedenen Feuerschiffe zu suchen sind.

Im 2. Weltkrieg war Wangerooge „Vorposten“ für den Kriegshafen Willhelmshaven.

Im Jahr 1944 wurde auf dem „Pudding“ ein Bunker gebaut und darauf ein Funkmessgerät installiert , welches nach Kriegsende abmontiert wurde - nur der Bunker blieb stehen

1946 wurden die Bunker im Dorf, die nicht gesprengt werden konnten als Lagerräume verpachtet.

Nur den Bunker auf dem „Pudding“ wollte niemand haben.

Durch Zufall erfuhren wir davon und pachteten ihn sofort.

Die englische Besatzungsmacht verlangte dass die Wände „entmilitarisiert“ werden müssten. Das lag in unserer Absicht und wurde mit sehr viel Mühe bewerkstelligt.

Im Juli 1948 konnten wir eine Eismaschine kaufen und aus dem Bunker wurde ein Kiosk für Eis und Kuchen, den wir aus unserer Bäckerei in der Zedeliusstraße holten.

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Die Pläne den Bunker zu umbauen und ein Cafe daraus zu machen waren nun auch fertig und im Winter 1948/49 wurde der "Pudding" gebaut.

Es gab viele Schwierigkeiten - nicht nur, was das Material betraf.

Am 4. Juni 1949 war Eröffnung.

Wir gaben uns - und geben uns noch heute viel Mühe Ihnen unseren Gästen den Aufenthalt angenehm zu machen und Ihnen gutes zu bieten.

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Einige Jahre später konnten wir das Grundstück erwerben.

Im Winter 1971/72 bauten wir den "Pudding" um.

Die Terasse , bei schönem Wetter sehr gut besucht, musste einem festen Dach weichen, damit das Gebäude den Herbst- und Winterstürmen besser stand halten kann.

Im Umkreis von 4 Metern wurde das Cafe umbaut und viel neuer Platz geschaffen. Der alte Bunker ist nach wie vor unser Büffet.

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Die Bäckerei in der Zedeliusstraße wurde verpachtet , nachdem wir in der Peterstraße einen modernen Konditoreibetrieb eingerichtet hatten. Von hier aus werden „Cafe Pudding“ und unsere Filiale am Fusse des "Puddings" mit Torten und Gebäck aus eigener Herstellung beliefert.

Im Jahr 1992 wurde die Südfront erneuert und der Eingangsbereich wurde heller und freundlicher.

Um unseren Gästen wieder einen Platz an der Sonne bieten zu können , bauten wir im Jahr 1995 eine neue Terasse auf der Südseite mit schönem Blick über die Zedeliusstraße auf den alten Leuchtturm.

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Quelle: http://www.cafe-pudding.de/
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Der alte Leuchtturm

Beitragvon Admin » 2. Feb 2011, 20:55

Der alte Leuchtturm wurde im Jahre 1856, nach 3 Jahren Bauzeit, im damaligem Osten der Insel fertiggestellt. 1927 wurde er auf 39 Meter über dem Meeresspiegel (NN) aufgestockt.

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Außer Betrieb genommen wurde er 1969, als er vom neuem Leuchtturm ersetzt wurde.

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Heute dient der alte Leuchtturm als Inselmuseum und über 161 Stufen gelangt man auf eine Aussichtsplattform.

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Seit 1996 beherbergt der alte Leuchtturm auch ein Trauzimmer. In diesem Trauzimmer wurden seither bereits mehrere Tausend Trauungen durchgeführt. Es bietet Platz für sieben Personen. Bis zum Trauzimmer müssen 150 Stufen überwunden werden.

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Alter und Neuer Westturm

Beitragvon Maya Mitsume » 2. Feb 2011, 22:05

Der Alte & Neuer Westturm

Die Leuchtfeuergeschichte auf Wangerooge ist außergewöhnlich lang. Als Tagesseezeichen diente bereits im 16. Jahrhundert der Turm der Nikolaikirche im damaligen Inselort von Wangerooge, in dessen Nähe sich außerdem eine hölzerne Bake befand. Der Landabbruch im Westen der Insel erreichte um 1580 auch den Turm, der zuvor bereits einigen Bränden ausgesetzt worden war. Im Jahre 1586 sollen nur noch 50 Fuß hohe Reste des Turms gestanden haben. Bis 1595 dienten die Ruinenreste noch als Orientierungspunkt, danach stürzten die Turmreste endgültig ein und verschwanden allmählich in den Fluten. Schon in den Jahren zuvor bemühte sich die an der Nordseeschiffahrt stark beteiligte Stadt Bremen um einen neuen Turm beim Grafen Johann von Oldenburg, der der Bitte aber zunächst aus Missgunst nicht nachkam. Erst 1597 begann der Bau eines erheblich größeren Wehrturms in der Inselmitte, der den nordseefahrenden Schiffen die Einfahrt in die Weser und Jade deuten sollte. Am 11. Juli 1597 legte der Bremer Maurermeister Berent Cappelmann den ersten Stein, und nach fünfjähriger Bauzeit wurde 1602 der Turm zunächst fertiggestellt – der »Alte Westturm«, wie er erst genannt wurde, als es ihn schon nicht mehr gab, war entstanden.

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Der alte Westturm von Wangerooge existierte von 1597 bis 1914

Das imposante Gebäude bestand aus fünf Stockwerken und war von vornherein als wichtige Landmarke für die Schifffahrt gedacht. Die beiden Turmspitzen wurden in genauer Nord-Süd-Ausrichtung erstellt. Darum herum siedelte sich allmählich erneut das Dorf an, das seinen alten westlicheren Standort aufgeben musste. Der neue Wehrturm sollte zugleich als Kirche und sicherer Zufluchtsort vor Sturmfluten fungieren, für die Kirche war die zweite Etage reserviert. Auch als »Burgverließ« für Gefangene konnte er genutzt werden.

Der Turm war insgesamt 40 Meter hoch. Um die Tagesmarke, wie es bereits an der Ostseeküste üblich war, auch für ein Leuchtfeuer nutzen zu können, wurde 1624 – jetzt unter der Regie des Grafen Anton Günther von Oldenburg – in der Nordspitze ein Feuer eingerichtet. Das Feuer war nicht sehr eindrucksvoll. Daraufhin wurde zwischen den beiden Spitzen eine höhere, achteckige dritte Spitze auf den Turm aufgesetzt, die einige Fenster erhielt, in der das Feuer – bestehend aus mehreren rübölbetriebenen Laternen und Tranlampen– nun Nacht für Nacht brannte. Damit entstand das allererste Leuchtfeuer an der deutschen Nordseeküste. Der Turm hatte mit seiner dritten Spitze nun eine Höhe von 56 Metern. Der Versuch scheiterte, das Licht trug nur rund vier Seemeilen – nach nicht einmal sieben Jahren erlosch das Seefeuer wieder und der Turm wurde zu einer reinen Tagesmarke für die Schiffahrt. Einer Quelle zufolge soll die Mittelspitze aufgrund der vielen Öllampen auch in Brand geraten sein.

Eine Kohlenblüse in den nahen Dünen löste den Turm in seiner Funktion erst einmal ab, übrigens zeitgleich mit einer ersten Kohlenblüse auf Helgoland. Das stattliche Turmbauwerk überdauerte fast drei Jahrhunderte und ungezählte Sturmfluten und diente auch weiterhin als Kirchturm für die Insulaner. Um 1900 stand der Turm völlig einsam am Westrand der Insel Wangerooge – die Insel war mittlerweile weiter Richtung Osten gewandert, nur der Turm erinnerte noch an den alten Standort des Inseldorfes, das hier bis zur großen Sturmflut von 1854/55 existierte. Mit der Sturmflut vom 3. Oktober 1860 mussten die wenigen verbliebenen Häuser des Westdorfes aufgegeben werden, und der Dünenabbruch hatte den Turm nun auf dem nackten Strand stehen gelassen – bei starkem Seegang – wie auf der Abbildung – stand er auch schon einmal mitten in der rauhen See. Am 7. Oktober 1860 fand das letzte Mal ein Gottesdienst in dem Bauwerk statt, das nun ernstlich in Gefahr geriet. Mittlerweile hatte das stattliche Gebäude ein hohes Alter erreicht und stand auf unsicherem Fundament. Die Oldenburger Regierung machte deshalb noch im gleichen Jahr bekannt:

»Der Abbruch am nordwestlichsten Strande ist dem daselbst stehenden viereckigen, mit einer großen und zwei kleineren Spitzen versehenen Kirchturm so nahe gekommen, daß der Einsturz dieses Turmes bei ferner eintretenden Sturmfluten besorgt werden muß. Die Seefahrer, welche die Jade, Weser und Elbe ansegeln, können daher nicht mehr mit Sicherheit darauf rechnen, daß sie den gedachten, bisher als Landmarke benutzten Turm noch finden!«

Wieder war es die Hansestadt Bremen, die keinesfalls auf den Turm verzichten wollte und deshalb noch 1860 auf eigene Kosten durch Baurat van Ronzelen sein Fundament instandsetzen ließ. Das konnte aber vorübergehenden Charakter haben, denn der Untergang des Turmes war nur eine Frage der Zeit.

Am 23. Dezember 1914 zog sich das Militär den Zorn der Wangerooger zu. Unter Hauptmann Fischer wurde an diesem Tag der »Westturm« in zwei Anläufen gesprengt. Über Generationen und zahllose Sturmfluten hinweg symbolisierte der Westturm den Überlebenswillen und die Widerstandskraft der Wangerooger; den Militärs erschien das markante Gebäude aber als navigatorisch bedeutsamer Punkt viel zu auffällig. Das Fundament des Turms läßt sich heute noch gut am Westkopf der Insel erkennen. Dennoch ist es höchst zweifelhaft, ob der Turm bis heute noch mit wirtschaftlich vertretbarem Aufwand zu erhalten wäre. Schon 1914 soll die Unterkante des Fundaments bereits um einen Meter höher gelegen haben als der es umgebende Strand. Dass das Fundament bis heute erhalten ist, ist das Ergebnis angestrengten Buhnenbaus und ständiger Reparatur.

Heute gibt es wieder einen Westturm auf Wangerooge – am Ende des Westgrodendeiches entstand 1932/33 auf einem 15 Meter tiefen Fundament aus Betonpfählen und Spundwänden ein weitgehend exakter Nachbau des alten Turmes, lediglich 800 Meter nach Süden an das Westende des Westgrodendeiches versetzt. Mit Spendengeldern finanziert, baute die eigens gegründete Wangerooger Westturm-Gesellschaft das markante achtstöckige Bauwerk als Jugendherberge aus und übergab den Turm am 4. Juni 1933 der Hitlerjugend. Heute dient der Turm immer noch als Jugendherberge – jetzt freilich unter der Leitung des Deutschen Jugendherbergsverbandes (DJH) – , wird aber mangels Heizung nur im Sommer betrieben. Der heutige Turm gibt recht gut das Erscheinungsbild des alten Westturms wieder, wenngleich die zahlreichen Fenster in der Front ein Zugeständnis an die heutige Funktion sind. Die Laterne des Nachbaus blieb bis heute aber völlig funktionslos. Sie war im Original auch nicht zu allen Seiten verglast, wie es der Nachbau darstellt.

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Ehemaliger Ostanleger Wangerooge

Beitragvon Maya Mitsume » 2. Feb 2011, 22:17

Der Ehemalige Ostanleger Wangerooge wurde 1902/03 als tideunabhängiger Anleger an der Ostspitze der Insel gebaut und ist seit 1958 aufgegeben. Sturmfluten, Eisgang, Versandung und die Gezeitenströmung der berüchtigten Blauen Balje hatten ihn immer wieder stark beschädigt, so dass er nur unter großem Aufwand wieder
hergerichtet werden konnte.

Fragmente sind heute noch zu sehen.

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Im Jahre 1958 fuhr das letzte mal ein Zug vom Bahnhof zum Ostanleger. Das Fahrwasser für die Schiffe der Linie Wangerooge Ostanleger – Wilhelmshaven versandete immer stärker, so dass die privat betriebene Linie vor allem nach der Öffnung Helgolands für das Ausflugspublikum 1955 defizitär wurde. Die DB beeilte sich daraufhin mit dem Abbau der Gleise, stellte die Oststrecke doch eine Konkurrenz zur eigenen Schiffsverbindung vom Westanleger nach Harlesiel da. Noch heute erinnert vieles an die stillgelegte Strecke: Das lange Ausziehgleis entlang der Siedlerstraße, Schwellen-, Pfahl- und Dalbenreste entlang der Dünenkette bis zum Ostende der Insel.

Weitere Bilder dazu:
1897 bis 1950
1951 bis 1975
Weitere Bilder


(noch fehlende Informationen.... wird nachgearbeitet)
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