Alternativen zur Sandaufspülung/-aufschüttung ???

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Alternativen zur Sandaufspülung/-aufschüttung ???

Beitragvon Woogefan » 29. Jan 2012, 12:04

29.01.2012

Riffe aus U-Bahn-Waggons
Letzte Station Meeresgrund

Von "mare"-Autorin Martina Wimmer
Luxus-Appartements: Fische bevölkern alte New Yorker U-Bahn

Mythen aus Stahl werden zur Speisekammer der Fische: Nach fast vierzig Jahren Dienst auf New Yorks Straßen werden alte U-Bahn-Waggons im Atlantischen Ozean zur ewigen Ruhe gebettet - und wandeln sich zum künstlichen Riff für die Meeresbewohner.
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Dort unten, wo sie liegen, ist es still und kühl. Keiner, der dort wohnt, kennt ihre Namen: R26, R28, R29, R32, R33, R36. Mehr als 2500 ausgemusterte Wagen der New Yorker U-Bahn sind auf dem Meeresboden zur ewigen Ruhe gebettet, an der Ostküste des amerikanischen Kontinents entlang, vor Delaware, New Jersey, North Carolina, Georgia und Virginia. Entkernt und fensterlos sanken sie hinab, die Schwerstarbeiter der mobilen Welt, um auf dem neuen Grund, wo sie nun für immer stehen, einer anderen Population zu dienen.

Je nach Bauart 15 bis 20 Meter lang, drei Meter breit und 3,70 Meter hoch, sind sie "Luxusapartments für Fische", wie Jeff Tinsman, Vorsteher der Umweltbehörde in Delaware, der das alles mit eingefädelt hat, sagt. Eine "Win-win-Situation" schrieb die "New York Times" im Mai 2011 über die ungewöhnliche Maßnahme. Die alten Wagen, die jetzt künstliche Riffe sind, enthalten Asbest, das ist an Land schwer zu entsorgen, im Wasser aber, so die staatliche Environmental Protection Agency, unbedenklich. Für die U-Bahn-Betreiber ist es daher eine wesentlich kostengünstigere Variante, den gut 40 Jahre alten Schrott loszuwerden. Und die Meeresbewohner nehmen die Behausung wohlwollend an, Muscheln und Austern brauchen festen Untergrund, um zu gedeihen. Seit 2001 läuft das Projekt, bis heute beobachtet man einen 400-fachen Zuwachs an Biomasse, sagt Tinsman.

Mythen aus Stahl werden zur Speisekammer der Fische. Als die R32 am 9. September 1964 erstmals in die Grand Central Station einfuhr, spielte eine 20-köpfige Kapelle in Uniform auf. Die Baureihe war die erste, deren Außenhaut aus rostfreiem Stahl bestand, ein Klassiker, horizontal geriffelt, strahlend silbern, die New Yorker nannten sie "Brightliner".

Das Frontwagenpaar der damaligen Jungfernfahrt steht im New Yorker Verkehrsmuseum, zwei andere auf einem Flughafen in Brooklyn, um Polizeieinsätze bei Terrorgefahr in der U-Bahn zu üben. Ein paar hundert davon liegen im Meer. Andere dort unten tragen einen Teil der Geschichte der Stadt, der sie jahrzehntelang zu Diensten waren, als Attribut im Namen. "World's Fair" heißen einige Wagen aus der Baureihe 36, konstruiert von 1963 bis 1964 von der St. Louis Car Company, um auf der Linie 7 die Menschen zur Weltausstellung nach Flushing Meadows in Queens zu fahren, wo sich ein fortschrittsgläubiges und zukunftsfrohes Amerika 51 Millionen Besuchern unter dem Motto "Peace Through Understanding" präsentierte, wenige Monate bevor der Krieg in Vietnam eskalierte.

1000 Waggons am Meeresgrund leuchten in Zinnoberrot

Gut 1000 Waggons am Meeresgrund leuchten in Zinnoberrot, die "Redbirds", benannt nach der grafittiresistenten Farbe, die ihnen in den frühen 1980ern aufgetragen wurde - Anfang vom Ende einer Zeit, in der die Stadt ihre wilde Anarchie nicht nur auf U-Bahn-Waggons auslebte.

New Yorks U-Bahn-Netz ist das längste Nordamerikas und zugleich eines der größten und ältesten der Welt. Mehr als 6400 Waggons sind täglich im Einsatz, 1,6 Milliarden Passagiere wurden damit 2010 transportiert. Wer einmal in dieser Stadt war, wird die Subway als Reiseerinnerung mit nach Hause nehmen, den Geruch, das Gerappel, das Quietschen und Kreischen der Bremsen, wenn sie in eine der 468 Stationen einfährt. Der Lärm, den sie dabei verursacht, liegt über den von der Weltgesundheitsorganisation empfohlenen Grenzwerten, aber wer fährt schon nach New York City, um gesund zu werden?

Eher schon wegen der Bilder der vielen Filme, die die Stadt erzählen. Kaum einer davon kommt ohne die U-Bahn als Darsteller aus - neben Gene Hackman, der als Bulle in "French Connection" dem Drogendealer im Zug nachstellt, neben John Travolta alias Tony Manero, den in "Saturday Night Fever" eine Nachtfahrt zur Vernunft bringt, neben King Kong, der wütend mit Waggons um sich wirft, oder neben den "Warriors" auf ihrer Odyssee durch die Stadt. "The Taking of Pelham 123", der Klassiker aller NYC-Subway-Filme, in dem Walter Matthau in Geiselhaft genommene U-Bahn-Passagiere in nervenzehrenden 104 Minuten befreien muss, wurde vor zwei Jahren neu verfilmt; dieses Mal fährt Travolta als Terrorist mit, Denzel Washington spielt den Retter. Die Stadt, wissend um die Macht der Bilder, unterhält eine eigene Abteilung, um die Anfragen und Wünsche der Film- und TV-Produktionen erfüllen zu können.


Wer das alte Stöhnen und Ächzen der "Brightliners" am Originalschauplatz erleben will, hat noch ein paar Jahre Zeit. 200 davon sollen bis 2017 im Einsatz bleiben, auf der C-Linie von Washington Heights bis Brooklyn. Falls sie danach ebenfalls im Meer versenkt werden sollten, werden sie ein zweites Mal die Letzten ihrer Art sein. Das Programm wurde 2010 gestoppt, aus Mangel an geeignetem Material. Jüngere Waggons, die aufs Abstellgleis fahren, sind mit zu viel Kunststoff verarbeitet, das macht die Entkernung zu teuer.

Als Nächstes, heißt es, wird vor der Ostküste ein ausgemusterter Zerstörer der US Navy versenkt.

Aus "Mare" No. 89 , Dezember 2011
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Re: Alternativen zur Sandaufspülung/-aufschüttung ???

Beitragvon Salzufler » 15. Feb 2013, 17:09

Dänische Firma soll Sylt mit Sand retten
Fr. 15.02.2013, 11:26

Kiel - Die dänische Firma Rohde Nielsen wird sich in den kommenden vier Jahren um die Sandvorspülung auf Sylt kümmern. Das Unternehmen habe den Auftrag bekommen, weil es bereits in den vergangenen zehn Jahren erfolgreich auf der Nordfriesischen Insel tätig gewesen sei, teilte ein Sprecher des schleswig-holsteinischen Umweltministeriums am Freitag in Kiel mit. Der Auftrag belaufe sich auf rund 23,3 Millionen Euro und laufe bis 2016.

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Da kann sich ja mal die Gemeindeverwaltung mal bei den Dänen melden :P
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Re: Alternativen zur Sandaufspülung/-aufschüttung ???

Beitragvon Serisi » 26. Aug 2013, 15:15

Ich weiß nicht, ob das eine wirkliche Alternative ist...die Gefahren scheinen mir doch recht hoch
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Re: Alternativen zur Sandaufspülung/-aufschüttung ???

Beitragvon Salzufler » 18. Apr 2014, 19:48

Peter Meiwald (MdB, Bündnis90/Die Grünen) stellt Anfrage zum Küstenschutz auf Wangerooge
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-aus wangerooge aktuell-


Der Bundestagsabgeordnete Peter Meiwald (MdB, Bündnis90/Die Grünen) hatte auf Anregung der Grünen Wangerooger eine Anfrage an die Bundesregierung hinsichtlich der zukünftigen Finanzierung der Küstenschutzmaßnahmen am Nordufer gestellt. Nachdem der Bundesrechnungsrechnungshof im Jahr 2011 die bisherige Kostenverteilung zwischen Bund und Land am Nordufer (Aufspülung des Nord/Oststrandes im Jahr 2009) kritisiert hatte, befürchteten die Grünen Wangerooger, dass in diesem Kompetenzwirrwarr die Küstenschutzinteressen der Insulaner zu kurz kommen könnten
Antwort dazu:
http://www.wangerooge-aktuell.de/04-062 ... erooge.pdf
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Beitragvon Admin » 12. Jan 2015, 10:14

2015 wird für Wangerooge wieder sehr teures Jahr
aus NWZ-Online vom 12.01.2015

Bürgermeister fordert Lösung zur Finanzierung der Sandfahrmaßnahme


von Melanie Hanz

Wangerooge Nun ist auch das letzte Stück Strand weg: Die Sturmflut am Sonntag mit Hochwasserständen von 2,30 Metern über normal hat auf der Insel Wangerooge für drastischen Sandverlust gesorgt. Nachdem der letzte Sturm im Dezember schon hohe Abbruchkanten hinterlassen hatte, stand das Wasser am Sonntag bis knapp vor der unteren Strandpromenade.

Damit steht der Inselgemeinde ein teures Jahr bevor: Nach ersten Schätzungen wird die in diesem Frühjahr notwendige Sandauffahrmaßnahme deutlich teurer als im Vorjahr. Sturmtief Xaver, der Ende 2013 über den Nordwesten getobt war, hatte Kosten von fast 338 000 Euro für das Auffahren von 88 239 Kubikmetern Sand verursacht. Im Jahr zuvor hatte auf der Insel Sand für 136 000 Euro bewegt werden müssen, um zur Saison einen Strand bieten zu können.

„Zurzeit bewegen wir uns wieder in der Größenordnung von mehr als 300 000 Euro“, sagte Bürgermeister Dirk Lindner am Sonntag beim Neujahrsempfang: „Und die Sturmsaison ist noch nicht beendet.“ Er betonte, dass die Inselgemeinde die Sandfahrmaßnahme endlich als Küstenschutz anerkannt und gefördert bekommen muss. „Wir sind es leid, hingehalten und vertröstet zu werden“, sagte Lindner.

Die Lösung könne nicht sein, dass die Gemeinde sämtliche Liegenschaften veräußere, um die Sandfahrmaßnahme zu finanzieren. „Selbst wenn wir das tun, stehen wir in ein paar Jahren vor der gleichen Situation – und dann haben wir nichts mehr, was wir verkaufen können“, sagte Lindner.
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