Bebauung Strandpromenade

Meldungen und Diskussionen zur Inselpolitik
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Re: Inselnachrichten 2012

Beitragvon Admin » 26. Mai 2012, 09:37

Infostand von „Pro Wangerooge“
aus NWZ-Online vom 26.05.2012

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Wangerooge - Die Bürgerinitiative „Pro Wangerooge“ informiert an diesem Sonnabend, 26. Mai, ab 10 Uhr mit einem Stand auf der Zedeliusstraße vor der Apotheke über ihre Sicht zur geplanten Bebauung von Strandpromenade West und Polizeiwiese. Zudem sammelt sie Unterschriften für ihre Online-Petition zum Erhalt unbebauter Flächen und der Strandpromenade. Wie Vorstandsmitglied Petra Tiessen mitteilt, will sich die Bürgerinitiative als Verein eintragen lassen. Zudem wurden die Ratsmitglieder zum Gespräch eingeladen.
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Re: Bebauung Strandpromenade

Beitragvon Admin » 2. Jun 2012, 10:12

Petition: Schon 750 Unterstützer
aus NWZ-Online vom 02.06.2012

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Wangerooge - Bis Freitagmorgen hatten bereits 117 Insulaner und 630 Gäste und Freunde Wangerooges die Petition der Initiative „Pro Wangerooge“ zum Erhalt unbebauter Freiflächen und der Oberen Strandpromenade West unterschrieben. Das teilte Petra Tiessen von der Bürgerinitiative mit. Viele Unterzeichner haben zudem in Kommentaren eindringlich vor dem Attraktivitätsverlust Wangerooges für Urlauber gewarnt.

„Die bisher gesammelten Unterschriften der Insulaner würden ausreichen, um eine Bürgerbefragung nach der niedersächsischen Kommunalverfassung zu verlangen“, so Tiessen. Das sei von der Initiative jedoch nicht beabsichtigt. Allerdings sei beabsichtigt, vor weiteren Entscheidungen die Mitglieder des Gemeinderats zum Gespräch mit der Initiative zu bewegen. Eine Einladung hatte die Initiative bereits ausgesprochen – vom Rat sei bisher keine Reaktion gekommen. Deshalb überlegt die Initiative, vor der nächsten Ratssitzung eine weitere Demonstration anzusetzen.

..................................................................................................................................................................

http://www.openpetition.de/petition/onl ... wangerooge
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Re: Bebauung Strandpromenade

Beitragvon keinereiner » 4. Jun 2012, 10:55

Also auf der Seite der Bürgerinitiative sind jetzt offenbar Fotos aus der Präsenation einegstellt worden wo man die Baukörper die entstehen sollen dargestellt sind.
http://wangerooger-leidenschaften.de/projekte.htm
Leider nicht die Strandhalle, bei der ich mich immer noch frage warum unbedingt oben am "Platz am Meer" und nicht unten wo sie früher mal stand, und wo sie auch Sinn machen würde...

Leider sind die Bilder dort nicht allzu detailiert, aber speziell wenn ich mir das Appart-Ding und die FeWo-Bauten ansehe muss ich direkt an Seeluft und Passat denken.
Beide Bauten, speziell das Seeluft bezeichnet man heute (nicht zu Unrecht) als Bausünde. Und diese verklinkerten oder gar verputzen Betonbunker dann in vorderster Reihe...
Da hat der 60er Jahre Flachbau der KV mehr Charme. ;)
Geschmäcker sind bisweilen sehr verschieden, aber dieser fischige Baukörper (eigentlich die Verschränkung einer konvexen und einer konkaven Linse) des 4 Sterne Hotels, ist auch alles, aber keine Schönheit. Ich weiss nicht inwieweit man sich da wirklich einen Gefallen tut.

Und wie man auf 60000 Übernachtungen kommt ist mir auch ein Rätsel.
Wenn ich von der durchschnittlichen Auslastung der Hotels auf den Inseln (41%) ausgehe, und die 100 Betten des Hotels die 120 Betten des Apparthotels und evtl noch weitere (großzügige) 100 aus FeWos nehme, komme ich auf höchstens 47 Tsd Übernachtungen.
Da man bei solchen Statistiken eher von weniger denn mehr ausgehen sollte. Bin ich da eher skeptisch.

Daß etwas passieren muss ist klar, aber ob das der goldene Weg ist, ich weiss nicht...

Aber das ist nur meine persönliche Meinung.
Zuletzt geändert von keinereiner am 5. Jun 2012, 10:11, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Bebauung Strandpromenade

Beitragvon Woogefan » 4. Jun 2012, 14:11

Mittlerweile geht es ja bei der Petition gar nicht mehr um eine andere, bessere Lösung sondern nur noch um den Erhalt des Status Quo: "Für den Erhalt unbebauter Freiflächen und der Strandpromenade West auf Wangerooge". Einfach nach dem Motto: Pflanzt ein paar Bäume auf den brach liegenden Grundstücken, dann wird alles wieder gut.

Ohne eine Veränderung und ein mehr an Urlaubern (Verlängerung der Saison) wird aber auch das jährliche Defizit von 600.000.- ... 700.000.- Euro festgeschrieben. Das ist dann der Weg in die Insolvenz, und der Verlust der Selbständigkeit der Inselgemeinde. Was das bedeutet sieht man z.B. in Griechenland.
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Re: Bebauung Strandpromenade

Beitragvon Admin » 6. Jun 2012, 21:49

Presseerklärung der Bürgerinitiative Pro Wangerooge vom 05.06.2012

Um ca. 20 Uhr begann der öffentliche Teil der Bauausschusssitzung der Gemeinde Wangerooge. Die Sitzung wurde von Jürgen Wiebach geleitet.

In einem vorgezogenen Tagespunkt haben wir uns für den angebotenen Termin für ein Gespräch am 20. Juni 2012 bedankt und darum gebeten, diesen um eine Woche wenn möglich zu verschieben. Dieser Punkt wird morgen Vormittag geklärt werden zwischen Bürgermeister und Sprecherin der BI.

Der Bürgermeister informierte zur Feuerwehrbaustelle und stellte fest, dass in den kommenden zwei Wochen die Entscheidung über Fortgang und Bauunternehmer fallen werde.

Unter Tagespunkt 4 stellte Torsten Zoeke die beabsichtigten Änderungen am Bebauungsplan 21 vor. Sie betreffen derzeit ausschließlich die Grundstücke, an deren Erwerb und Bebauung die Fa. Onnen und das Ingenieurbüro Zoeke gemeinsam arbeiten.
Nach der Vorstellung wurde die Sitzung für eine Bürgerfragestunde zum Thema unterbrochen.

Die Bitte um eine vorgezogene Überlassung der Verwaltungsvorlage für den Aufstellungsbeschluss (das sind die beabsichtigen Änderungen im Plan) wurde abgelehnt. Der geänderte B-Plan-Entwurf wird der Bürgerinitiative erst nach der Beschlussfassung durch den Rat am 5. Juli 2012 zugänglich gemacht.

Auf meine Frage, ob die Kosten des Aufstellungsbeschlusses von den Bauträgern übernommen würden, nickte Herr Zoeke und der Vorsitzende bestätigte dies.

Die Frage nach einem Durchführungsvertrag und einer Leistungsabsicherung für das Gesamtprojekt Onnen/Zoeke gegenüber der Gemeinde wurde an dieser Stelle verneint, da es sich nicht um eine Abänderung des Bebauungsplans nach §12 Ba
uGB und ein anderer Vertrag geschlossen worden sei. Es wurde nicht präzisiert, dass es sich um einen Vertrag nach §11 BauGB.
Somit liegt unseres Erachtens das gesamte finanzielle Risiko auf Seiten der Gemeinde Wangerooge.

Die Diskussion wurde fortgesetzt und der Bauausschuss bestätigte seine bisherigen Ansichten zu den Projekten.

Die Frage nach der Absicherung für die Insel gegen einen Ausverkauf der Apartmentanlage nach einer Insolvenz der Betreiber wurde unpräzise beantwortet. Der Bauausschuss sieht es nicht als seine Aufgabe an, das wirtschaftliche Konzept der Fa. Onnen zu überprüfen.

Der Bauausschuss sieht die im Jahr 2011 erstellte Machbarkeitsstudie als ausreichende Basis für die Entscheidung zur Änderung des Bebauungsplans und den Vertragsabschluss mit Onnen/Zoeke.

Abschließend ist nur noch mitzuteilen, dass dem Bauträger Onnen/Zoeke gestattet wird die Villen auf der Polizeiwiese nach WEG Wohnungseigentumsgesetz zu teilen. Dies ist ein Punkt, der alle den Insulanern, die um derartige Teilungsgenehmigungen nachgesucht haben, damit sie nicht so viel von ihrem Besitz verkaufen müssen, wie ein Schlag in den Magen vorkommen. Diesen Insulanern wurden diese Teilungsgenehmigungen verweigert, um keine Präzedenzsituation für Eigentumswohnungsbesitz auf der Insel zu schaffen.

Wir werden darauf drängen, dass das Gespräch zwischen Gemeinderat und Bürgerinitiative vor Beschlussfassung des Rates erfolgt.

gez.

Petra Tiessen für den Vorstand der Bürgerinitiative Pro Wangerooge

Bürgerinitiative Pro Wangerooge, Friedrich-August-Str. 1-3, 26486 Wangerooge
http://www.wangerooger-leidenschaften.de info@wangerooger-leidenschaften.de
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Re: Bebauung Strandpromenade

Beitragvon Blanke Suse » 8. Jun 2012, 01:18

Moinmoin,…


...ich halte die aktuellen Bebauungspläne für mehr als fragwürdig. Offenbar ist es doch gelungen, den Insulanern ein Gefühl von Minderwertigkeit gegenüber anderen Urlaubsorten/Inseln einzutrichtern, in dem Sinne, das, was die Insel derzeit ihren Gästen bieten würde, könne nicht der Status Quo bleiben, man hinke der Entwicklung andernorts hinterher, man habe einen wie auch immer gearteten "Mangel". Beheben können diesen "Mangel" nun - logisch - die Investoren;-) mit ihrem seltsamen Konzept. Vielleicht WAR es einmal modern, Gebäude zu bauen, die wie "irgendwas aussehen", also in diesem Falle eine Anmutung von "Fisch" oder "Schiff"...Warum bauen die Leute nicht einfach...HÄUSER...? Ich finde es überaus ärgerlich, dass dem Gast quasi unterstellt wird, er wäre daran interessiert, solche Machwerke vor Augen zu haben, man suggeriert den Insulanern irgendwie, dass die Nachfrage nach so etwas vom Urlauber komme, was ja gar nicht stimmt. Wenn ich auf der Insel Urlaub mache, dann interessiert mich das Meer, der Wind, die Sonne, der Strand und sonst nicht mehr viel. Eine gute Unterkunft, ja, und da habe ich keinerlei Interesse an genormten, anonymen Bettenburgen, sondern an einer solchen, wo ich von freundlichen, echten Menschen empfangen werde, die nicht dreimal "sehr, sehr, geeeerne..." säuseln und ich doch genau weiß, die sehen den Urlauber eigenlich am liebsten von hinten. Was ich deutlich machen möchte, ist: WAngerooge sollte nicht versuchen, anderen Inseln hinterherzuhecheln, denn es ist einzigartig und kann durchaus mit seinen EIGENEN PFUNDEN wuchern, nämlich damit, dass es eben genau das NOCH bietet, was andere Inseln wie Borkum oder Norderney, selbst Langeoog, längst verloren haben: Ruhe, Beschaulichkeit, Authentizität. Es tut weh, zu spüren, wie die Entscheidungsträger der Insel sich nun abhängig machen von den Konzepten der Investoren und so gar nicht in der Lage scheinen, die Interessen der Bevölkerung durchzusetzen.
Ich persönlich halte die Erwartungen, die in diese, wie ich meine, hässlichen, wild zusammengewürfelten, geplanten Bauten gesetzt werden, für viel zu hoch. Was ich lesen, sind Berechnungen, die immer nur davon ausgehen, dass soundsoviel ZUSÄTZLICHE Gäste die Insel besuchen werden. Das ist aber eine Milchmädchenrechung, da man auch diejenigen Gäste berücksichtigen muss, die nach dem Start der Bauarbeiten die Insel nicht mehr besuchen werden - MICH zum Beispiel. Die massiven und zahlreichen Reaktionen der Unterzeichner der Petition der Bürgerinitiative sprechen für sich und beweisen meiner Meinung nach schon jetzt, dass es neben der "Zuwanderung" von Gästen (wie kann man da so sicher sein...???) auch zu einer vielleicht sogar stärkeren Abwanderung von bisher zufriedenen Stammgästen kommen wird, und das halte ich für sehr wahrscheinlich. Die Klientel, die nach Wangerooge kommt, schätzt eben gerade die dort noch vorhandene Ruhe als Alleinstellungsmerkmal und möchte auch nichts anderes haben, kein Schnickschnack, keine Fischformhäuser (sowas ist OUT, man ist längst wieder schlichter geworden...)und auch sonst kein Gedöns...!!! Bei uns zu Hause gibt es genug Unsinn - genau das, was jetzt auf der Strandpromenade von euch geplant ist, will ich definitiv nicht sehen. Da wird auf den Bausünden der Sechziger herumgehackt und gleich die nächste Bausünde angegangen! Da wird doch das kleine Inselchen und seine Bewohner sowas von lächerlich gemacht...Die Bedenken, die ich sicherlich mit vielen anderen Gästen und auch Insulanern teile, werden genau wie die von der Bürgerinitiative (Chapeau....!!!) genannten bereits jetzt bestehenden Probleme (wie z.B. schlechte Erreichbarkeit der Insel, Platzmangel Strandkörbe usw.) einfach beiseite gewischt. Es ist so, als ob man, mit dem Rücken zur Wand stehend, auch noch den Kopf in den Sand steckt. Einfach unglaublich...!!!
Also nochmal in aller Deutlichkeit: Insulaner, lasst den Unsinn bleiben, eure Stammgäste wollen das nicht und da ja dann auch in fast allen anderen Himmelsrichtungen der Insel demnächst immer was los ist (Deckwerke, Deiche, Dumperfahrten usw.) ist unsere Schmerzgrenze für Lärmbelästigungen auch überschritten.
Der Traum, dass ihr eure Stammgäste künftig durch mit dem Flieger zur Insel gebrachte First-Class-Gäste ersetzen könnt, der wird sich, so glaube ich, nicht erfüllen. Ich habe in den vergangenen Jahren, obwohl ich immer wieder gerne zur Insel kommen, Tendenzen erfahren, die mir nicht gefallen. So hat die Gastfreundlichkeit in einigen Lokalen gelitten und das Preis-Leistungs-Verhältnis ist nicht überall stimmig. Besonders in der Hochsaison sind viele Angestellte überfordert, und das verständlicher Weise. Mehr geht einfach nicht. Bevor man nicht bestehende logistische Probleme gelöst hat, kann man doch nicht einfach weiter bauen. Hier werden zuerst Fakten geschaffen und dann erst überlegt. Und auf eine Studie würde ich mich da schon gar nicht verlassen, Studien gehen immer von bestimmten Gegebenheiten aus und im vorliegenden Fall hängr die weitere Entwicklung von mehreren Einflussfaktoren ab, so dass eine seriöse Voraussage über zukünftige Übernachtungszahlen meiner Meinung nach zum jetzigen Zeitpunkt überhaupt nicht möglich ist. In jedem Fall erscheint mir die angenommene Zahl zu hoch. Mit Einflussfaktoren meine ich: Die konjunkturelle Entwicklung unterliegt Schwankungen, man weiß nicht, wann und wie nachhaltig die Fahrrinne vertieft werden kann, wie sich Vorlieben von Urlaubern entwickeln, was gerade "in" ist, ob nicht in der Nordsee ein Tanker ausläuft, ob der Euro stabil bleibt, ob.....klar kann man das alles nicht wissen, aber solche Überlegungen zeigen doch, dass es geradezu albern ist, hier eine potentielle Entwicklung festschreiben zu wollen. Genauso wie Investoren und Politiker sagen mögen, dass die Übernachtungszahlen zunehmen werden, könnte ich ja auch behaupten, nö, das werden weniger, weil die Stammgäste eben KEINE beliebig manipulierbare Masse sind. Die Fehlannahme könne sein, dass man denkt, naja, der Stammgast hat dies und jenes verziehen und ist immer wieder gekommen und das wird er sicher auch noch tolerieren. Der beruhigt sich schon wieder. Gerade das aber glaube ich nicht. Das Maß ist eben einfach irgendwann voll, der Bogen überspannt und dann findet sich vielleicht doch noch woanders ein lohnenderes Urlaubsziel, auch wenn`s erstmal ein bisschen weh tut, gerade weil diese Bauvorhaben wie lieblose, verzweifelte Schnellschüsse wirken. Entscheidungen, die unter scheinbarem Zwang getroffen werden, sind meist keine guten. Ich bezweifle, dass es den Investoren so sehr um das Wohl der Insulaner geht. Was mich ärgert, ist diese gewisse Arroganz, mit der man offenbar glaubt, der Inselliebhaber sei willfährige Manövriermasse, und wenn er nicht genug "Kaufkraft" bringe, müsse er eben durch bessere Kühe ersetzt werden, die fettere Milch geben. Das Ganze ist doch so durchschaubar. Ich wünsche den Initiatoren der Bürgerinitiative viel Erfolg damit, die Bebauung auf der Strandpromenade West in der derzeit geplanten Form zu verhindern - ganz bestimmt auch im Sinne vieler, vieler Stammgäste, die in ihren Kommentaren ja bereits sehr deutlich gemacht haben, dass die Insel Wangerooge für sie, sollte der Startschuss für das geplante Vorhaben fallen, als Urlaubsdomizil nicht mehr in Frage kommen wird...!!!
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Re: Bebauung Strandpromenade

Beitragvon Woogefan » 8. Jun 2012, 18:21

Die Befürchtungen und Ängste, die die Bebauung der Promenade auslösen sind verständlich und auch gerechtfertigt. Die Überbauung der brachliegenden Flächen mit Hotels und Wohnungen kann durchaus alte Stammgäste so verärgern, dass sie unserer Insel den Rücken zuwenden. Auch der Hinweis auf die Beeinträchtigung der Lebensqualität (Lärm, ...) während der Bauphase ist richtig.

Aber das ist nur die eine Seite der Medaillie.

Die andere Seite sieht man, wenn man sich dieses Jahr an den Hauptbadestrand stellt und feststellt, dass er im Vergleich zu den Vorjahren 10 ... 15 m schmäler geworden ist. Der Grund für die geringere Sandaufschüttung liegt in den von der Gemeinde zu tragenden Kosten von knapp 300.000.- Euro. Bei einem Gemeinde-Defizit von 600.000.- .. 700.000.- Euro pro Jahr (dies entspricht ca. 2.000 .- Euro pro Insulaner-Haushalt jährlich) sind diese Kosten von der Gemeinde einfach nicht mehr zu schultern.

Die einzige Alternative ist es neue, zusätzliche Gäste zu gewinnen. Natürlich sind Eigentumswohnungen nicht ideal, aber jede Zweitwohnung bringt der Gemeinde ca. 1000.- Euro an Grundsteuer und Zweitwohnungsteuer, und jede Wohnung bringt Arbeit für die Handwerker, Hausverwaltungen, Restaurants, .... und damit Einnamen aus der Gewerbesteuer. Dies sichert damit direkt die Zukunft und Unabhängigkeit Wangerooges und seiner Bürger.

Ich denke genau das hat der Gemeinderat erkannt und sich deshalb einstimmig für die Bebauung entschieden.
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Re: Bebauung Strandpromenade

Beitragvon keinereiner » 8. Jun 2012, 23:20

Also auf http://insel-wangerooge.de ist vorhin ein sehr netter Stammgast-Brief veröffentlicht worden.

Ich erlaube es mir dem mal auch hier zu verlinken...
http://insel-wangerooge.de/deutsch/down ... gastes.pdf

Die die sie noch nicht kennen sollten sollten sich diese Seite, wie auch die Seite unseres Admins in die Favoriten packen, da steht auch manch Interessantes...

Das Gästebuch (besser Lästerbuch ;) ) ist auch ganz lustig, da ziemlich ungeschminkt, wenn man mal Langeweile hat sehr interessant... (z.B. bei Schietwetter per Laptop im Lesesaal der KV ) :D
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Re: Bebauung Strandpromenade

Beitragvon keinereiner » 9. Jun 2012, 14:38

strandwärter hat geschrieben:Moin,
man muß einen Unterschied machen zwischen Ferienwohnung und Eigentumswohnung. Für Letztere gibt es schon seit Jahren keinen Markt, weil es für Neubauten keine Teilungserklärungen und damit keinen Grundbucheintrag mehr gibt. Ferienwohnungen darf man bauen bis der Arzt kommt !

Strandwärter


Das wäre wohl zu schön gewesen...
Die Investoren bekommen, im Gegensatz zu Insulanern, die eine solche beantragt haben, selbstverständlich auch von vornherein eine Teilungsgenehmigung nach WEG. Die obere Stockwerk des Apart-Hotels soll von vornherein als ETW vermarktet werden.
Zumindest war das so in einer Presseerklärung der BI nachzulesen, ob das so jetzt gänzlich stimmt wäre noch zu prüfen. Ist halt auch eine emotionsgeladene Debatte.

Eine interessante Sicht auf die FeWo -Bauten kann man auch unter: http://fewojuist.de/2012/05/23/die-prob ... -petition/
nachlesen, und zwar speziell im Kommentar, der eigentliche Artikel ist ja die hinlänglich bekannte Position der BI.
Ich frage mich ernsthaft welche Bank noch nicht errichtete Gebäude als Sicherheit für die Finanzierung eines Hotelprojektes akzeptiert, wenn denn das mit dem Baustart-Abstand von 1 Jahr denn ernst gemeint sein sollte. Ich glaube kaum daß der FeWo Part auf der Polizeiwiese unter 1 Jahr
Bezugsfertig ist. Und das die Bauarbeiten tatsächlich die Inselpromenade nicht über einen längeren Zeitraum verschandelnist auch nicht sehr sicher.
Wenn man sich z.B. die "Katastrophe" um die Feuerwache anschaut.
Dort soll ein "einfacher" Zweckbau in Ort-Randlage erstellt werden. Bauarbeiten begannen anfang des Jahres. Fertigstellungsdatum sollte der August diesen Jahres sein, und es existieren wegen Ausführungsfehlern bis dato noch nicht einmal tragfähige Fundamente und Sohlplatte.
So daß Bauarbeiten und Materialtransporte in der Hochsaison erforderlich sind.
Die Bauten an der Promenade liegen mitten im Dorf, und haben ein vielfaches an Fläche der Feuerwehr, zudem muss bestehender Gebäudebestand
geräumt und Abgetragen werden.

Soweit ich in BWL nicht gänzlich gepennt habe sind bei einem Hotelbetrieb primär die dynamischen Kosten problematisch, und diese lassen sich, wenn das ganze sich tragen soll nur aus laufenden Einnahmen finanzieren. Eine statische Sicherheit bring da garnichts, da man einen dynamischen
Geschäftsprozess nicht langfristig mit Krediten tragen kann. Ein Investor, der erst Sicherheiten schaffen muss, diese aber nicht selber mitbringt, dürfte eigentlich garnicht als Investor ernstgenommen werden. Genau solche Spekulationsblasen sind für unsere derzeitige Krise mitverantwortlich.

Im Falle der tatsächlichen Projektrealisierung bin ich auf die logistische Meisterleistung, oder eine brauchbare Abschätzung der benötigten Bauzeit, der damit verbundenen finanziellen Ausfälle für Kurbetrieb (u.A. Oase), die Einnahmeausfälle von Gastronomie und Handel wegen ausbleibender Gäste während der Bauzeit gespannt. Zwar entlastet der Verkauf der Flächen kurzfristig die Bilanz der Gemeinde, aber in der nächsten Periode werden diese EInnahmen wohl durch die darauf folgenden Defizite wieder aufgezehrt.

Ich kann auch wetten, daß die FeWo, und Appart-Dinger auch mit sicherheit wie der Pirat, natürlich ganz unbeabsichtigt, wieder zu hoch geraten.

Apropos Pirat...
Weiss jemand auf der Insel was da nun draus geworden ist. Schliesslich wollte die Gemeinde da ja hart bleiben und auf Rückbau bestehen...
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Apropos Pirat

Beitragvon Woogefan » 9. Jun 2012, 20:45

Wie ich mitbekommen habe, hat der Gemeinderat mit einer Gegenstimme (vom Bürgermeister !) abgestimmt, die Firsthöhe des Pirat-Baus zu akzeptieren. Über die Höhe der Entschädigungszahlung von Seite des Bauträgers wird wohl noch verhandelt.
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