Bebauung Strandpromenade

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Re: Bebauung Strandpromenade

Beitragvon Woogefan » 12. Jun 2012, 21:46

Es gibt 2 grundsätzlich unterschiedliche Standpunkte der Projektgegner:
1.
Man findet die geplanten Bauten zu "unschön", zu "rund", zu "hoch", zu "wenig grün", mit zu "wenig Hotel-Anteil". Das ist ein Standpunkt den man verstehen kann, schliesslich wurde ja 10 Jahre lang etwas anderes geplant, und viele Insulaner fühlen sich jetzt überrumpelt. DIes scheint auch die Einstellung der Autoren der letzten beiden Beiträge zu sein.
2.
Man will gar keine Bebauung der Flächen, sondern höchsten ein paar Bäume pflanzen ("Petition für den Erhalt unbebauter Flächen"). Das ist eine Position, die die Inselgemeinde weiter verschuldet und so zu einer "Quasi-Insolvenz" führt. "Quasi-Insolvenz" bedeutet, dass ein fremder Sparkommissar die Ausgaben der Gemeinde kontrolliert. Dann wird nicht mehr in Wangerooge entschieden, wie oft die Strassen gereinigt werden, und wieviel Geld für die Starndaufspülung ausgeben wird. Ob das im Sinne der Insulaner und der Stammgäste ist?


Einen Dritten Weg, nämlich die Bürger an den Planungen zu beteiligen und Verbesserungen zu bewirken, scheint es leider nicht zu geben. Oder doch ? Für mich ist letzlich entscheidend, ob die Gemeinde aus der Verschuldung kommt oder nicht.
Woogefan
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Re: Bebauung Strandpromenade

Beitragvon Blanke Suse » 13. Jun 2012, 00:02

Moin,...

ich hab da mal grade eben was rauskopiert von "nebenan" (Wangerooge News, Inselnachrichten 2012, eingestellt von Admin). Der Text stammt laut Angabe aus NWZ Online vom 04.06.2012, Autorin Frau Hanz, und stammt aus dem Bericht "Schlick wegbaggern reicht nicht", wodurch man anfangs gar nicht auf die Idee kommt, dass da am Ende noch was zu einem anderen Thema drinsteht.

"Einsetzen wollen sich Nacke und Biester für die Gemeinde Wangerooge auch im Finanzministerium: Es geht um den Verkauf der Grundstücke an der Strandpromenade West, wo zwei neue Hotels entstehen sollen. Nach dem Kommunalisierungsvertrag, mit dem das Land vor 25 Jahren seine Staatsbad-Liegenschaften an die Gemeinde übertragen hat, steht dem Land beim Verkauf von Flächen ein großer Anteil, zum Teil sogar der gesamte Erlös, zu.

Gemeinde braucht Geld
Doch die chronisch klamme Inselgemeinde braucht das Geld aus den Grundstücksverkäufen, um ihren Haushalt zu sanieren und sich den Neubau einer Gemeinde- und Kurverwaltung leisten zu können. Wie berichtet, muss das alte Verwaltungsgebäude an der Strandpromenade einem Hotel und Appartementhaus weichen. „Wir wollen weg kommen von Bedarfszuweisungen“, betont Kohls.

Weil unwahrscheinlich sei, dass das Land zugunsten der Kommune auf Einnahmen aus dem Flächenverkauf verzichten wird, schlägt Nacke vor, dem Land ein gleichwertiges Ersatzgrundstück im Tausch gegen die Fläche an der Strandpromenade anzubieten. Dafür will er sich im Finanzministerium einsetzen."

Ja, HALLO...? Versteh ich das jetzt falsch, oder ist noch gar nicht sicher, ob die Gemeinde dafür, dass sie ihre völlig funktionsfähigen Liegenschaften platt macht, überhaupt Geld für diese Grundstücke bekommt...? Muss sie noch darum BITTEN und Politiker einschalten, obwohl da doch anscheinend schon Verträge mit dem Investor/den Investoren gemacht wurden...? Oder immerhin feste Zusagen...? Huch, da klär mich doch bitte mal jemand auf...!!!

Beste Grüße
Blanke Suse
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Re: Bebauung Strandpromenade

Beitragvon Woogefan » 13. Jun 2012, 07:32

Bei der Entschuldung der Inselgemeinde kommt es weniger auf den einmaligen Erlös aus dem Verkauf der Grundstücke (der ist natürlich auch wichtig), als auf die Reduzierung des jährlichen Defizits an (zusätzliche Einnahmen durch Bettengebühren, Zweitwohnungsteuer, Grundsteuer, Gewerbesteuer, ....).

Dass die Gemeinde nicht den vollen Erlös aus dem Verkauf bekommt, gilt wohl nur für einen Teil der Grundstücke. Das ist auch ein Grund, dass die Gemeinde genau auf diesen Grundstücken bauen will. Ganz schön schlau, oder ? :D

Der andere Grund für den Neubau der Gemeindeverwaltung liegt darin, daß das bestehende Gebäude nur mit unvertretbar hohem Aufwand engergetisch saniert werden kann. So steht es zumindest auf der Homepage der Grünen Wangerooger.
Woogefan
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Re: Bebauung Strandpromenade

Beitragvon Blanke Suse » 13. Jun 2012, 17:31

Hallo,

@woogefan (und natürlich auch an alle anderen;-)...das ist ja interessant. Danke für die Info. Irgendwo habe ich aber gelesen, dass sich die Gemeinde- und Kurverwaltung eventuell in einem der neuen Gebäudekomplexe, die die Investoren vorstellten, einmieten wollten. Hat sich das überholt, ist diese Idee jetzt vom Tisch...?

Die Bürgerinitiative konstatiert, dass man mit noch höheren Einnahmen aus der Zweitwohnungssteuer, die ja, wie Sie schreiben, wünschenswert sei, "schon gar nicht in den Genuss des Entschuldungsfonds Niedersachsen" komme. Was ist hiermit gemeint...? In welchen "Töpfen" könnten sich da vielleicht doch Mittel befinden, die - und das ist jetzt reine Spekulation - möglicherweise nur nicht mit dem entsprechenden Nachdruck eingefordert werden? Was habe ich unter "Bedarfszuweisungen" zu verstehen? Klingt für einen Laien wie mich irgendwie wie "Hartz 4 für Gemeinden...?"

Was die Wangerooger Grünen betrifft, so kann ich hierzu eigentlich überhaupt keine Meinung haben. Obwohl, nun gut, das Wenige, was ich hörte, geht eher in die Richtung, dass ich denke, das muss mit dem, wofür die Grünen im Bund stehen, ja nicht unbedingt viel zu tun haben.

Was den angepeilten Verkaufserlös betrifft, so ist ja von 2 Mio € die Rede. Wären denn die wenigstens gesichert? Wie Sie schreiben, geht es aber wohl eher um andere, künftige Einnahmen. Meines Erachtens sind diese aber nicht gesichert, sondern die Sache wirkt auf mich eher recht kurzfristig angelegt und hochspekulativ. Warum das so erscheint, das wurde bereits in verschiedenen Beiträgen erörtert. Also, ob das mit den Grundstücken so schlau ist...- ich für meinen Teil halte das ganze Projekt NICHT für KLUG, und das hat vielleicht eine etwas andere Bedeutung.

Im Übrigen bin ich dabei, gerade nachdem ich die neuesten Kommentare der Unterzeichner der Petition gelesen habe, in meinem Inneren eine feste Überzeugung dafür zu entwickeln, dass das Bauprojekt nicht anlaufen wird. Ich denke, die kleine Inselgemeinde ist tatsächlich in einer schwierigen Lage, das kriegt man ja so als Gast normalerweise gar nicht mit. Offenbar ist man entweder von der "öffentlichen Hand" oder von der "glücklichen Hand" von Investoren abhängig. Wenn ich mir da wie schon erwähnt die Zitate in der Presse, die im Übrigen für meinen Geschmack etwas kritischer berichten dürfte, anschaue, habe ich ein, wie ich meine, berechtigtes ungutes Gefühl.

Gibt es bei euch eigentlich nur die NWZ oder noch andere Presseerzeugnisse (klar, Inselboten;-)), die über Wangerooge berichten?

Hhmm.., es ist sicher nicht einfach, den Konflikt um die Bebauung der Strandpromenade zu lösen. Meiner Meinung kann man sich da, wenn man auch langfristig noch gut miteinander auskommen will - und das ist ja auf so einer kleinen Insel nicht ganz so einfach - nicht allein auf Entscheidungen des Gemeinderates stützen. Sicher, mit der Brechstange, das ist auch ein Ansatz, hätte aber hier, wie ich vermute, verheerende Auswirkungen. Hier muss natürlich schnellstmöglich ein möglichst konstruktives Gespräch mit der Bürgerinitiative gesucht werden. In der "großen" Politik;-) ist es ja in manchen Fällen oft so, dass erst versucht wird, die Dinge klein zu reden, zu beschwichtigen oder sogar Gegner von...whatever...lächerlich zu machen. Irgendwann folgt dann Dementi auf Dementi und wenn der Topf dann überkocht, tritt am Ende irgendwer zurück, gesehen bei Herrn zu G. und unserem ehemaligen BuPrä. Aber ich meine, dass das, was da im großen Rahmen passiert, sicherlich überhaupt keine Parallelen zu dem aufweist, was sich in einer so kleinen Gemeinde tut.

Ich denke, bei der Einbeziehung von Personen in den Entscheidungsprozess, bei dem ja nun leider, aus welchen Motiven auch immer, m.E. viel zu schnell vorgeprescht wurde, müsste der Kreis noch weiter gezogen werden. Das besondere Merkmal einer solchen Insel ist ja, dass man in weit stärkerem Maß als anderswo vom Tourismus abhängig ist. Welche Entscheidungen des Gemeinderates sich also im Nachhinein als "richtig" oder "falsch" erweisen werden, wird, ob man das hören will oder nicht, IMMER DER GAST entscheiden. Nämlich durch sein Kommen oder sein Fernbleiben. Denn: es gibt zum Glück noch genug andere Alternativen. Dass muss ja nicht Ostfriesland sein. Auch Nordfriesland, Dithmarschen, Dänemark oder die Ostsee bieten lohnende Reiseziele. Auch der Schwarzwald hat traumhafte Höhenlagen mit guter Luft und Badeseen. Nur mal so am Rande.

Bitte betrachten Sie sich doch alle einmal die Kommentare auf der Petitionsseite. Ich meine nicht nur das Groß-, sondern auch das Kleingeschriebene direkt unter der Statistik mit dem Verlauf der Petition. Wenn man kurz den Cursor auf das jeweilige Statement hält, erscheint der gesamte Kommentar in einem Kästchen. Es lohnt, sich einmal intensiv mit ALLEN Kommentaren auseinander zu setzen. Dann ahnt man, was für eine Welle der Unterstützung die Bürgerinitiative in der Hauptsaison noch erhalten kann. Wenn die es klug anstellen, wenn sie genug Leute haben mit Zeit und Power, dann läuft doch das Ding glatt durch. In diesem Zusammenhang weise ich darauf hin, dass ich es grundsätzlich nicht für gut halte, die Gegner des Bauvorhabens in "Kategorien" (1,2,3...) einzuteilen. Das provoziert nur noch stärkeren Gegenwind und fühlt sich für mich etwas abwertend an. Gut, dann bekenne ich mich halt zu den "Bäumchenpflanzern". Gerade alter Baumbestand wurde ja auch auf der Insel in letzter Zeit wohl nicht gerade geschont. Aber, ich nehme dieses "Schubladendenken" nicht übel, zeigt es doch, dass man bemüht ist, die Dinge langsam zu verstehen und einordnen zu wollen. Gut so! Ich finds klasse, dass die Idee, zumindest schon einmal die Bürger einzubeziehen, inzwischen herangereift zu sein scheint.

Aber, ich bin etwas abgeschweift...ja,...da wären ja auch noch ganz andere Gäste, nämlich die TAGESgäste. Irgendwie habe ich das Gefühl, das ist halt so die unterste Kaste;-)...Naja, die Tagesgäste jedenfalls, die an einem wunderschönen Sommertag im Juli plötzlich und in ihrer Anzahl völlig unvorhersehbar heuschreckenartig die Insel überfallen (auch ein Argument dafür, dass 400 Betten zusätzlich der helle Wahnsinn wären...), machen ja z.B. irgendwo an der ostfriesischen Küste Urlaub und wollen mal schauen, wie es auf den Inseln - hier Wangerooge - so aussieht und ob man es sich ggf. vorstellen könnte, zukünftig auch mal hier Urlaub zu machen. Ähnlich ging es mir damals. Szenario: keine Angst, ich fasse mich ausnahmsweise kurz...;-) - also die Fähre ist brechend voll, die Insel ist brechend voll, die Toiletten alle besetzt, die Restaurants....ach, was red ich:-(((
So, und nachmittags oder abends bin ich relativ früh am Inselbahnhof, hab die Schnauze voll, will auf keinen Fall den Zug verpassen...noch eine halbe Stunde Zeit...

Jetzt steht da so ein Infostand von der Bürgerinitiative "Pro Wangerooge" und da drin stehen überaus freundliche Leute, die mich ruhig und objektiv über das Bauprojekt informieren, mir Bilder zeigen, mir vielleicht gratis was Erfrischendes zu Trinken und einen kleinen Imbiss anbieten. Die mir dann eine Unterschriftenliste zeigen und mich fragen, ob ich vielleicht bitte mithelfen möchte, eine noch stärkere Überlastung der vorhandenen Kapazitäten, eine noch ärgere Verschandelung der Inselnatur, einen noch stärkeren Ausverkauf der Insel zu verhindern...Meine Antwort KENNEN Sie. Ich schätze, mehr als 50 % würden unterschreiben. Aber: Alles reine Spekulation.
Diese Tagesgäste, zu denen auch ich einmal zählte, sind ein unkalkulierbarer Faktor. Man weiß nicht, wie sich das einmal entwickelt. Ob dieses Thema denn auch im Rat detailliert erläutert wurde? Diese Gäste übernachten zwar nicht auf der Insel, sind aber tagsüber da und "besetzen Raum;-)". Ich habe keine Ahnung, wie viele das sind oder in diesem oder im nächsten Jahr sein werden, aber ich schätze mal: VIELE. Ich weiß, dass es manchmal durchaus knapp wird im Sommer, dass es Tage gibt, an denen es fast soweit kommt, dass gar nicht alle Inselbesucher hinüber gefahren werden können. Dadurch, dass das Zeitfenster ja auch immer kleiner wird - Thema: Fahrrinnen-Verschlickung - spitzt sich die Lage zusätzlich zu. Also müsste noch ein Schiff angeschafft werden, denke ich. Was würde das kosten...???

Die Petition läuft noch 66 Tage, also noch bis...gut Mitte August...da ist ja dann der Großteil der Hauptsaison abgedeckt und ich denke, die erforderliche Stimmenzahl kommt zusammen.

Ich glaube, man denkt, es werde "schon irgendwie gehen". Zu betrachten wäre aber m.E. nicht nur die Phase nach Beendigung der Baumaßnahmen, sondern auch die Zeit während diese am Laufen sind. Und das müssten dann Gäste und Insulaner eine lange, lange Zeit miteinander aushalten.
Ich könnte mir vorstellen, dass man innerhalb des Rates auch beunruhigt ist über die Entwicklung. Stimmt es, dass es in einigen Tagen ein Treffen mit der BI geben soll? Was mich verwundert, ist, dass man offenbar Fehler, die in der Vergangenheit gemacht wurden, durchaus registriert. Aber, deshalb muss man sie ja nicht zwangsläufig nochmals begehen. Ich hab irgendwo das Argument gelesen, ach, das ist doch jetzt nur noch so ein kleiner Teil, darauf kommt`s auch nicht mehr an, so in dem Sinne, das macht den Bock auch nicht mehr fett...nun ja, was sollte man davon halten?
Das Maß ist einfach voll. Die Insel ist voll. Jedenfalls in der Hauptsaison. Oder es muss halt mal eine richtig große Sandauffahrmaßnahme geben bis hin zum Festland. Deich umzu und Ende;-)

Und noch eins gilt es zu bedenken und das richtet sich jetzt an den Gemeinderat: Wäre es denn den eigenen Leuten zuzumuten, all denen, die in das Tagesgeschäft eingebunden sind, zusätzliche Menschenmassen zu "verarzten". Ja? Wirklich?
Und: Wäre es diesen Menschen zuzumuten, derart zusammengepfercht nichts mehr von dem erleben zu dürfen, was die bunten Prospekte eigentlich versprechen...?

So, ich freue mich auf das Fußballspiel heute Abend! Deutschland - Holland - ein absoluter Klassiker..!!!
Blanke Suse
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Re: Bebauung Strandpromenade

Beitragvon keinereiner » 14. Jun 2012, 09:24

Das Spiel war schon mal ganz gut so. (Die Holländer können einem nur leid tun...)
Ich habe jetzt auf die schnelle keine Quelle parat, aber ich meine damals gelesen zu haben, daß die GV auf dem Gelände des Minigolfplatzes gebaut werden sollte, da der Erlös dieses Teilgrundstücks sonst zu 100% an das Land falle würde. (Wie gesagt da kann man nach recherchieren.)

Ich frage mich wo die die GV während der Bauarbeiten unterbringen wollen. (In die alte Grundschule, oder gar das Oberdeck zum Großraumbüro unfunktionieren?)
Auf jeden Fall wird so eine Zwischenlösung auch nicht grad billig.
Bei Bau der neuen KV gehe ich davon aus, daß die Gemeinde wohl oder Übel eine Deal mit einem Investor machen muss, da Sie bei dezeitiger Haushaltslage kaum in der Lage sein dürfte so eine Baumaßnahme selber zu bezahlen. Die Folge dürfte sein, daß der Investor natürlich kein Sozialamt ist und an "seinem" Bau verdienen möchte, die Gemeinde dann also einen wahrscheinlich nicht geringen Miet- oder Pachtzins zahlen muss. Ganz langfristig ist der Neubau also wenn Fremderrichtet, und mit Pacht oder Miete nicht Finanzierung in Gemeindeeigentum, die definitiv teuerste Variante. Man bedenke beim Bestand hat die Gemeinde derzeit "nur" Energie- und Instandhaltungskosten" am Hals, das Haus gehört denen. Und soviel wie Pacht, Miete oder Zins und Tilgung
kosten dürften kann an Energiekosten garnicht eingespart werden.

Wenn ich mir alleine anschaue wie teuer die ziemlich kleine Feuerwehr werden soll, will ich nicht wissen wie teuer ein neues Rathaus würde, wenn man dieses denn selber bauen sollte.

Das Argument mit den Kosten der energetischen Sanierung muss gerade von den Grünen jetzt auf die Tagesordnung gesetzt werden. Super, und dann noch am besten in der selben Form wie man Leuten erzählen will warum es sinnvoll sein soll z.B. ein funktionierendes Auto zu verschrotten, und durch ein neues zu ersetzen was einen Liter auf 100 KM weniger verbraucht.
Sowohl ökonomisch als auch ökologisch geht die Rechnung nie auf, da sowohl das eingesparte Geld als auch die eingesparten Emissionen vom auf der einen Seite Wertverlust und Zinsen gegenüber Treibstoffeinsparung, auf der anderen Seite energetischer Aufwand für Entsorgung und Herstellung in der normalen "Gebrauchszeit" gegen eingesparrte Rohstoffe nie wieder reingeholt werden.
So ähnlich verhält es sich bei Gebäuden. "Nullenergie" und "Niedrigstenergie" Gebäude sind preislich vor allem bei der erforderlichen Fläche ziemlich teuer, da Anlagentechnisch unglaublich aufwändig,auch und gerade bei laufenden Wartungen.
Vor allem im öffentlichen Bereich wo ständig jemand die Tür auf und zu macht die Gebäudeisolation den geringsten Energieverlust. Insofern ist das mit der Sanierung ein immer gerne genommenes Hilfs(schein)argument.
Apropos energetische Sanierung... Was wollen die wooger Grünen dann mit der Oase machen? in den SPA-Bereich des neuen Hotels auslagern ? Das Ding ist im Gegensatz zur alten KV ein echter energetischer Problemfall...

Wie Woogefan für mich schon mal festgestellt hat, ich gehöre hier zu den Leuten die prinzipiell nichts gegen Neubauten haben. Auch hätte ich nichts gegen das ein oder andere Hotel, wobei aus meiner Sicht ein 4(S) Sterne Haus da auch reichen würde, gerne auch etwas größer. Nur bitte in einer Bauweise die zu so einer Insel passt, die sich halbwegs in den Bestand einfügt und bei der die Anlieger auch in die Vorlplanung eingebunden werden und es nicht so abläuft wie jetzt (Investor stellt ein Konzept vor, Rat gibt grünes Licht, ohne die Nchbarn um Erlaubnis zu fragen). Es darf auch gerne etwas moderner sein, aber es sollte nicht so aus der Reihe tanzen. Nennt mich konservativ aber der Apartentwurf (auch wenn ziemlich konservativ) passt besser ins Bild als diese verschränkten Linsen. Mehr in diese Richtung. Auch die neuen Apartmenthäuser tanzen da aus der Reihe. Warum mus so ein Gebäufe unbedingt wie ein Hochseedampfer aussehen ? Warum kein Entwurf angelehnt an den Bebeauungsplan?
Lange Rede kurzer Sinn, ich fände es durchaus sinnvoll wenn sich alle Betroffenen, also Rat, Investoren, Verwaltung und Bürgerinitiative und direkte Grundstücksanlieger an einen Tisch setzen und nach einem Kompromiss suchen. Diese "so wirds gemacht und basta" Politik ist nicht Zielführend und schafft nur Gräben.

Am Rande bemerkt, gestern musste ich Feststellen das Google-Maps für Wangerooge steinalte Satellitenaufnahmen benutzt. Auf Maps gibt es das "Graf Luckner" Gebäude noch...
keinereiner
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Re: Bebauung Strandpromenade

Beitragvon Blanke Suse » 14. Jun 2012, 18:23

Hi,...

...erstmal danke für so viel Info am Stück! Das lässt das Ganze für mich wieder etwas klarer erscheinen und macht Sinn. Thanks!!! Ich denke, das geplante Bauprojekt jetzt, klar, erstmal komplett canceln und sich dann alle nochmal mit kühlem Kopf ernsthaft zusammen setzen, das wär`s doch...! Lieber ein Ende mit Schrecken (vielleicht müsste man bisschen "Lehrgeld" zahlen...keine Ahnung...???) als ein Schrecken ohne Ende, oder...? Das wäre, meine ich, gute Publicity und die Gäste würde es freuen...!!!

Beste Grüße
Blanke Suse
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Re: Bebauung Strandpromenade

Beitragvon bademeister » 15. Jun 2012, 12:21

keinereiner hat geschrieben:

Wie Woogefan für mich schon mal festgestellt hat, ich gehöre hier zu den Leuten die prinzipiell nichts gegen Neubauten haben. Auch hätte ich nichts gegen das ein oder andere Hotel, wobei aus meiner Sicht ein 4(S) Sterne Haus da auch reichen würde, gerne auch etwas größer. Nur bitte in einer Bauweise die zu so einer Insel passt, die sich halbwegs in den Bestand einfügt ...


Moin!
Völlige Zustimmung!
Besonders auf die architektonische Qualität sollte man achten. Gerade in so einer exponierten Lage wäre es doch ganz schön, wenn sich dort auch mal etwas ansprechendes gebaut wird. Das Oberdeck mit dieser komisch anmutenen Pyramide mit Aldi-Ausstrahlung ist ja wirklich schon eine Zumutung.

Die Gemeinde Wangerooge sollte sich überhaupt einmal überlegen, ob es nicht von Vorteil wäre einen unabhängigen Gestaltungsbeirat zu benennen. Dadurch läßt sich die architektonische Qualität schon erheblich anheben. Bei den Bauten der letzten Jahre hätte dies nur von Vorteil sein können...
bademeister
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Re: Bebauung Strandpromenade

Beitragvon Woogefan » 15. Jun 2012, 12:43

@Bademeister, @keinereiner:
Die Idee mit dem Gestaltungsbeirat finde ich gut. Man kann auch einen Architekten-Wettbewerb ausschreiben, wie das bei anderen Projekten gemacht wird. Und dann könnte auch die Bevölkerung mitreden und mitentscheiden. Dann könnten sich die Emotionen wieder beruhigen, und ein Beitrag zur Befriedung der betroffenen Insulaner wäre geleistet.
Zuletzt geändert von Woogefan am 16. Jun 2012, 09:48, insgesamt 1-mal geändert.
Woogefan
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Re: Bebauung Strandpromenade

Beitragvon Blanke Suse » 16. Jun 2012, 00:26

Hi,

was heißt "Befriedung der betroffenen Insulaner"? Also Wiederherstellung von Frieden? Naja, da muss wohl noch einiges passieren, bevor die betroffenen Leute zufrieden sind. Ich denke mal, hiermit ist in erster Linie der Hotelier gemeint, der ja auch Mitinitiator der Bürgerinitiative ist. So leicht wird der Mann wohl nicht zu "befrieden" sein. Hier geht es ja nicht nur um Geld, ich meine, sicherlich müsste man ihm und ggf. auch noch anderen Anliegern eine Entschädigung zahlen, davon gehe ich jedenfalls mal stark aus, denn die enormen Einbußen, die man sicherlich hätte, müssten ja irgendwie abgegolten werden. Im Übrigen könnte er sein Hotel ja dann nicht mehr "Seeblick" nennen, sondern allenfalls noch - falls er auch Zimmer hintenraus hätte - vielleicht "Haus Wattenkieker" oder so. Das kann`s nicht sein, oder...? Also wenn da ein Markenname auf dem Spiel steht, der über weißwasichwieviele Jahre gepflegt wurde (und man schaue sich die Bewertungen bei holidaycheck an...!!!), dann kann das ja nicht einfach so den Bach runtergehen. Nein, es geht ja wohl auch um ein LEBENSWERK, um etwas, dass diese Familie sicherlich mit viel Engagement sich erarbeitet und über die Jahrzehnte erhalten hat. Das ist doch die Hausnummer 11, die in den Bauplänen da total eingekeilt ist...? Ja, und da muss man doch auch verstehen, dass so jemand kämpft. Wer wollte denn jetzt in seinen Schuhen stecken...?Ich habe mittlerweile so den Eindruck, dass man schon etwas milder mit den Unterzeichnern der Petition umgeht, weil, das werden ja täglich mehr und die Saison mit vielen potentiellen weiteren Unterschriften steht ja gerade erst vor der Tür. Also kann man nicht mehr sagen, diese Leute sind Außenseiter oder Verirrte und z.B. nur von diesem Hotelier und den anderen Mitgliedern der BI irgendwie "aufgehetzt" oder so in dem Tenor. Nein, diese Menschen wissen GANZ genau, was sie davon halten, sie sind gut informiert und haben eine sehr klare Meinung zu diesem Thema, man lese die Kommentare.
Was mich freut, ist, dass es wohl bei all den kontroversen Diskussionen, der doch manchmal spürbaren Neigung zu polarisieren, zu spalten, Schuld zuzuzweisen, eine Tendenz gibt, aufeinander zuzugehen.
Zwischen den Zeilen vermeine ich zu lesen, dass, noch unausgesprochen zwar, das ursprünglich geplante Bauprojekt, das ich für einen überaus "faulen" Kompromiss halte (aber das ist nur meine Meinung), keine Chance mehr hat, jemals in dieser Form realisiert zu werden. Wenn woogefan in seinem letzten Beitrag die Ausschreibung eines Architekten-Wettbewerbes erwähnt, so interpretiere ich jetzt für mich da hinein, dass der andere "Käse" somit abschließend gegessen sein muss. Richtig? Denn, warum sollte man sonst noch einen solchen Wettbewerb ausschreiben...? Das ist doch eine gute Idee, finde ich. Also, das hieße dann erst mal, wie ich bereits in einem anderen Beitrag schrieb, die ganze Sache abblasen. Wie das organisatorisch geht, keine Ahnung. Das ist auch nicht mein Job. Und dann nochmal von vorne, aber anständig. Dass dann natürlich auch an den Hotelier ganz vorne gedacht werden muss, ist wohl klar? Der Seeblick muss dem Hotel in jedem Fall voll erhalten bleiben. Und vielleicht dann kleiner das Ganze, feiner. Keine 400 Betten. Ein richtiges Hotel. Lasst doch mal Kreative dran. Was habt ihr zu verlieren? Wendet euch an Hochschulen, vielleicht gibt es Studenten, die sowas als Diplomarbeit ausarbeiten möchten. Vielleicht auch mal unkonventionelle Wege gehen. Irgendwo hat auch jemand was von einem Kinder- und Babyhotel geschrieben mit Betreuung für die Kleinen. Das sind junge Paare, die gerne in der Nebensaison verreisen und das auch können, so lange die Kinder noch nicht zur Schule gehen. Warum wollt ihr eigentlich in der Hauptsaison noch mehr Leute, obwohl das Limit erreicht bzw. überschritten ist...? Da geht nix mehr. Habs doch selbst schon erlebt. Und wenn man etwas selbst erlebt hat, dann können einen auch die dollsten Argumente nicht mehr überzeugen. Habt ihr einen FKK-Strand? Sauna mit schickem Außengelände? Die Leute lieben das. So weit ich weiß, hat oder hatte Spiekeroog einen FKK-Strand, aber nur in Verbindung mit dem sehr weit außerhalb gelegenen Campingplatz. Ach ja, Campingplatz...wie wär`s? Hinten beim Neudeich könnte man doch auch schön baden oder nicht?
Aber das alles ist ja euer Ding, Insulaner. Holt euch halt kreative Köpfe. Tretet ernsthaft in Verhandlungen mit der BI und vertragt euch wieder;-). Der Gast registriert die Fehler. Er sagt sich, mit seinem sauer verdienten Geld will er keinen Unsinn subventionieren, und das täte er ja, indem er Kurbeitrag zahlt, Strandkörbe mietet usw. usw. So sehe ich das jedenfalls.

Gute Nacht
Blanke Suse
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Re: Bebauung Strandpromenade

Beitragvon Woogefan » 16. Jun 2012, 09:23

@Blanke Suse

Wollen Sie wirlich einen Campingplatz am Cafe Neudeich, mitten im Nationalpark vorschlagen? Wissen Sie was das bedeutet? Da wäre dann aber eine neue Bürgerinitiative zum "Erhalt der Freiflächen" angesagt !!!
Zuletzt geändert von Woogefan am 16. Jun 2012, 11:56, insgesamt 1-mal geändert.
Woogefan
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