WAHL AUF WOOGE

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Re: WAHL AUF WOOGE

Beitragvon Salzufler » 29. Apr 2014, 17:35

-aus Je.Wo.-


Kandidaten stellen sich Bürgern vor
WANGEROOGE
Veröffentlicht: 29.04.2014
Die Bürgermeisterkandidaten Fritz H. Bremer, Beate Grimm, Holger Kohls, Dirk Lindner, Henning Neuhaus und Dr. Fritz Peters stellen sich am Montag, 5. Mai, 19.30 Uhr, im kleinen Kursaal den Bürgern vor und beantworten Fragen. Veranstalter der „Elefantenrunde“ ist der Bürgerverein. Durch den Abend führt Rundfunkmoderatorin Carola Schede.
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Re: WAHL AUF WOOGE

Beitragvon Salzufler » 3. Mai 2014, 07:17

Bürgermeisterwahl
,Elefantenrunde‘ zieht in kleinen Kursaal um


Fragerunde am 5. Mai
Alle sechs Kandidaten ums Bürgermeisteramt haben ihr Kommen zugesagt. Jeder hat 20 Minuten Redezeit.
von Melanie Hanz

-aus NWZ-

Wangerooge - Elefantenrunde – so nennt der Bürgerverein Wangerooge seine Fragerunde mit den sechs Bürgermeister-Kandidaten der Insel. „Ich wollte das Ganze nicht zu trocken machen, und dabei fielen mir die politischen Debatten im Fernsehen unter der Bezeichnung Elefantenrunde ein. Und so sind die kleinen possierlichen Tiere auf der Einladung gelandet“, sagt Ernst Schöppe.

Die Veranstaltung findet im Rahmen der monatlichen Bürgerrunde am Montag, 5. Mai, ab um 19 Uhr im Kleinen Kursaal statt und nicht – wie ursprünglich geplant – ab 20 Uhr im „Oberdeck“.

Ernst Schöppe hatte angesichts der großen Zahl der Interessierten und der erforderlichen Zeit, die jeder Kandidat zur Beantwortung der Fragen benötigen wird, noch einmal umdisponiert und das Treffen in einen größeren Raum und zeitlich vorverlegt.

Alle sechs Bewerber ums Bürgermeisteramt haben ihr Kommen zugesagt: Die parteilosen Einzelkandidaten Fritz-Helmut Bremer, Holger Kohls und Henning Neuhaus sind genauso dabei wie Beate Grimm für die SPD, Dirk Lindner für die CDU und Dr. Fritz Peters für BfW. Mittlerweile haben sie auch die im Vorfeld von den Bürgern eingereichten Fragen erhalten.

Für die Beantwortung der Fragen stehen jedem Kandidaten 20 Minuten zur Verfügung. Die Reihenfolge wird ausgelost. Die Leitung der Veranstaltung hat Carola Schede. „Wir wünschen allen einen interessanten und informativen Abend“, so Ernst Schöppe.
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Re: WAHL AUF WOOGE

Beitragvon Salzufler » 4. Mai 2014, 22:26

Fragerunde mit dem/der potentiellen Bürgermeister/in



Die Veranstaltung findet nicht wie angekündigt um 20.00 im Oberdeck statt,

sondern am

Montag, den 05.Mai 2014

um 19.00 Uhr im kleinen Kursaal.
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Re: WAHL AUF WOOGE

Beitragvon Salzufler » 5. Mai 2014, 23:06

Salzufler hat geschrieben:Fragerunde mit dem/der potentiellen Bürgermeister/in



Die Veranstaltung findet nicht wie angekündigt um 20.00 im Oberdeck statt,

sondern am

Montag, den 05.Mai 2014

um 19.00 Uhr im kleinen Kursaal.




Elefantenrunde im Kursaal
-aus wangerooge aktuell-

Die vom Bürgerverein am Montag Abend im Kleinen Kursaal organisierte „Elefantenrunde“ war mit über 200 Zuschauern sehr gut besucht. Moderiert wurde die 2,5 stündige Veranstaltung von Radio Moderatorin Carola Schede. Alle Bewerber nutzten die Gelegenheit die vorher eingereichten Fragen ausführlich zu beantworten. Glück im Unglück hatten Dr. Fritz Peters und Henning Neuhaus, die auf der wackeligen Bühnenkonstruktion von ihren Stühlen stürzten. Beide blieben unverletzt. Der Bürgerverein lud alle Zuhörer nach der Veranstaltung zu einem Imbiss und Getränken ein
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Re: WAHL AUF WOOGE

Beitragvon Salzufler » 6. Mai 2014, 14:40

-aus Heino`s Seiten-

05.05.2014
Fragerunde mit dem/der potentiellen Bürgermeister/in


Gut gefüllt, fast überfüllt, war der kleine Kursaal. Der Bürgerverein hatte zur "Elefantenrunde" geladen. Die Kandidaten für den Bürgermeisterposten stellten sich in einer Fragestunde den Insulanern.

Es wird hoffentlich kein schlechtes Omen gewesen sein, dass es Dr. Fritz Peters samt Stuhl hinterrücks fast vom Podium schmetterte und es Hennig Neuhaus gleich auch noch mitriss. Offensichtlich hatte ein gelockertes Brett eine Lücke geschaffen, in der sich die Stuhlbeine verhakt hatten. Die beiden Bürgermeisterkandidaten blieben aber unverletzt. Zumindest äußerlich, soweit zu sehen war. Und obwohl Dr. Peters anmerkte er leide nun wohl an einer leichten Gehirnerschütterung, war davon zumindest im weiteren Verlauf der Versammlung nichts zu merken.

Erschütternd war eher der Zustand der akustischen Anlage. Auch nach mehrfachem Mikrofonaustausch und hin und her gereiche blieben die störenden Aussetzer bis zum Ende der Veranstaltung ein ständiges Ärgernis. Symptomatisch für den schlechten Zustand gemeindeeigenen Equipments? Wobei wir gleich beim Thema wären. Im Zusammenhang mit den Baumaßnahmen und Grundstücksverkäufen an der Strandpromenade führte Bürgermeister Holger Kohls den schlechten Zustand der Gemeindebauten an. Nicht nur beim Verwaltungsgebäude, auch bei den angrenzenden Personalwohnungen ist die Bausubstanz in einem erbärmlichem Zustand. Renovierungsstau ist glaube ich der fachliche Terminus dafür. Die Frage ist nur, wie kam dieser Renovierungsstau zu Stande? Durch Untätigkeit?
Als der jetzige Bürgermeister vor ca. 20 Jahren zum ersten Mal sein Amt antrat stand es um die Personalwohnungen nicht so sehr viel besser als jetzt. Ist es vermessen zu behaupten, dass man in dieser Zeit die Bauten Stück für Stück hätte innen und außen sanieren können? Wäre wirklich kein minimaler Jahresetat dafür vorhanden gewesen? Offenbar nicht. Offenbar musste man den Verfall hilflos beobachten, um jetzt sagen zu können, dass ein Abriss unumgänglich ist, weil eine Sanierung viel zu teuer wäre. Ich denke, ein sorgsamer Hausbesitzer hätte anders gehandelt. Aber was einem nicht selbst gehört, damit muss man nicht...!

Überhaupt zum Thema Gemeindefinanzen. Da waren sich zumindest die beiden Verwaltungsprofis unter den Bürgermeisterkandidaten, Beate Grimm und Holger Kohls, einig. Konsolidierung ist das Zauberwort und Ablösung des Kassenkredits von existenzieller Bedeutung für die Gemeinde. Angaben, wie diese Konsolidierung denn zustande kommen soll, blieben die beiden Fachverwalter allerdings schuldig. Also noch mehr gemeindeeigenes Besitztum sollte nicht verscherbelt werden. Kosteneinsparungen in der Verwaltung und dem gemeindeeigenen Betrieb Kurverwaltung hat inzwischen auch seine Grenzen erreicht und die Zeiten der automatischen Bedarfszuweisungen sind nun auch schon seit Jahrzehnten vorbei.
Was bleibt da denn noch? Fragt sich der geneigte Insulaner. Na, wir haben da ja noch die Abgaben, die mancher inzwischen neben den üblichen Steuerabgaben schon als kommunale Zwangsabgaben betrachtet. Und da ist sicher noch Platz nach oben. Schwierig nur, nach Aussagen der Vermieter wird die Luft in der Vermieterszene immer dünner, was wohl heißt, immer weniger Inselgäste müssen immer mehr Kurbeitrag aufbringen, um wenigstens auf die Höhe der Vorjahreseinnahmen zu kommen. Die Wangerooger Gewerbebetriebe müssten vielleicht damit rechnen, dass der nach oben offene Fremdenverkehrsbeitrag in ungeahnte Höhen schießt, was vor allem die Vermieter und Gastwirte beträfe und Kleinvermieter und die Kleingastronomie vor existenzielle Probleme stellen könnte. Wenn ich richtig mitgezählt habe, verfügt die Gemeinde inzwischen über ca. 11.000.00,00 (elf Millionen) Euro Schulden. Eine Summe, die wohl so einfach nicht aufzutreiben sein wird. Erfreulich, dass Bürgermeister Kohls einmal nicht ausschließlich die kostenträchtige Strandaufschüttung des Hauptstrandes für die Verschuldung verantwortlich machte, sondern auch die Fehler der Vergangenheit benennt. Zum Beispiel die wirklich kostenträchtigen Verträge und Entscheidungen um das Mutter-Kind-Kurheim (MUKI), das die gemeindeeigene Kurverwaltung über lange Jahre verlustreich betreiben musste, weil sie an laienhaft geschlossene Verträge gebunden war, die ein allwissender Gemeinderat und ein auf dem Absprung befindlicher Verwaltungschef Mitte der 90 er Jahre beschlossen hatten. Auch wenn Bürgermeister Kohls, wie er immer wieder betonte, dieses Erbe bei Amtsantritt übernommen hatte, so hat er es dennoch versäumt im Laufe der vergangenen 20 Jahre die Situation um das MUKI successive zu verbessern. Erst spät, als es wirklich nicht mehr anders ging und die Kostenexplosion in der Gemeindekasse keinen anderen Ausweg mehr zuließ, versuchte er erst mit einer Klageandrohung, dann durch eine Einigung mit den Eigentümern einigermaßen glimpflich die Kostensituation in den Griff zu bekommen. Was natürlich so spät nur ungenügend und hauptsächlich zum Vorteil der Eigentümer gelang. Es war die Rede von 7 Millionen Euro, die die Gemeinde für das MUKI als Kaufpreis bezahlt haben soll. Für die damaligen Eigentümer wäre das in der Tat dann ein sehr gutes Geschäft gewesen, denn für etwa umgerechnet 750.000 Euro hatten die die Immobilie seinerzeit wohl erworben. Dazu die regelmäßigen Einnahmen aus dem Miet-, bzw. Pachtvertrag, den die Gemeinde über 15 Jahre mit dem Eigentümer geschlossen hatte, da kann man wirklich von professionellem Vorgehen sprechen. Allerdings nur auf Seiten der vormaligen Eigentümer.
Ob der avisierte Verkauf der Immobilie an den jetzigen Pächter einen Teil der Kosten, den der Ausflug der Kurverwaltung in die Sphären der höheren Marktwirtschaft verursacht hat, einigermaßen abdecken wird, bleibt eh abzuwarten. Von Kostendeckung wird dabei wohl sowieso keine Rede sein können. Über Kosten, Verträge und Preise halten Rat und Verwaltung seit jeher den Deckel des Schweigens. Wobei wir wieder bei einem der Haupthemen der Veranstaltung wären. Die Transparenz.

Transparenz und Bürgerbeteiligung, ja, da waren sich alle 6 Kandidaten einig, da muss sich grundsätzlich etwas ändern. Totale Transparenz hat sich Fritz-Helmut Bremer auf die Fahnen geschrieben. Alles was nicht der Geheimhaltung (sprich dem Datenschutz) unterliegt, wird, wenn er Bürgermeister ist, allen Bürgern zugänglich gemacht. Was er wahrscheinlich nicht gesehen hat, diese Aussage hat sofort bei zwei anwesenden Ratsmitgliedern Kopfschütteln und einen regen Gedankenaustausch hervorgerufen, was aber eigentlich auch als gutes Zeichen gewertet werden kann. Vielleicht ist diese Herangehensweise an die nicht nur gefühlte Intransparenz der Gemeindeverwaltung das, was Kandidaten wie Bremer von den Verwaltungsprofis unterscheidet. Was sagte Dr. Peters da noch? Hätte es eine größere Transparenz in Bezug auf den Betrieb des Hotelneubaus an der Strandpromenade gegeben, wäre der als „Aparthotel“ wohl nicht genehmigt und gebaut worden. Schade, dass er sich als Ratsherr nicht die Zeit nehmen konnte einmal an einer öffentlichen Versammlungen der Bürgerinitiative „Pro Wangerooge“ teilzunehmen. Dort wurde nämlich schon frühzeitig darauf hingewiesen, dass aus den Bauplänen zu ersehen ist, dass die Betriebsräume für einen regulären Hotelberieb viel zu klein dimensioniert sind. Mit seiner vergangenen Arbeit als Ratsherr und seinen Visionen als Bürgermeister scheint Dr. Peters aber scheinbar eh ein etwas zwiespältiges Verhältnis zu haben. Als Ratsherr konnte er mitbestimmen, ob auf der Polizeiwiese eine Seniorenresidenz gebaut werden sollte oder, wie geschehen, drei "Bauklötze" mit mehr als 40 Eigentumswohnungen. Die pfiffige Umwidmung von Seniorenresidenz zu Eigentumswohnanlage, die wohl auf Initiative von Bürgermeister Kohls dann auch so beschlossen wurde und gegen die dann kein Bürgerprotest mehr möglich war, ist ihm als Ratsherr offenbar entgangen. Als Bürgermeisterkandidat fordert Peters in einem Flyer nun jedenfalls unter anderem "Einrichtungen für betreutes Wohnen".
Chance verpasst, heißt es da wohl.

Bei dem Thema Bürgerbeteiligung zuckten alle Kandidaten mehr oder weniger zusammen. Für die Verwaltungsprofis gibt die Gesetzeslage eine direkte Bürgerbeteiligung an der Rats- und Verwaltungsarbeit nicht her. Die parlamentarische Demokratie, bei der der Bürger nur alle paar Jahre gefordert ist, mit Versprechungen und Wahlpropaganda überschüttet wird und einem Mitbürger aus seiner Mitte sein Vertrauen schenken muss, das dieser allerdings regelmäßig eher enttäuscht als rechtfertigt, tut der Bürgerbeteiligung genüge. Daneben habe der Bürger genügend Möglichkeiten sich aktiv an den politischen Entscheidungen zu beteiligen. Es gäbe schließlich das Instrument des Bürgerbegehrens und den Bürgerentscheid. Ein eher zweifelhaftes Instrument der direkten Demokratie, wenn man bedenkt, welcher Aufwand dafür betrieben werden muss, wie viel Kosten dadurch entstehen und welche Auswirkung sie letztendlich tatsächlich hat. Eine Halbwertzeit von 2 Jahren. Danach darf wieder frei entschieden werden (siehe Golfplatz).

Dirk Lindner setzt bei der Bürgerbeteiligung auf den Austausch von Meinungen und Informationen. Zum Beispiel Veranstaltungen wie die hier und jetzt zur Bürgermeisterwahl, bei der der Bürger seinen gewählten Vertretern eigene Gedanken und Ideen nahebringen kann und die Entscheidungsträger Rede und Antwort stehen, sind dabei seine Wahl. Zu bedenken ist dabei allerdings, dass sich dort meist die zu Worte melden, die ihre Meinung ohnehin lautstark in der Öffentlichkeit kund tun.

Beate Grimm würde eine Bürgermeistersprechstunde einführen, zu der sich jeder Bürger unangemeldet einfinden könne. Bürgermeister Kohls konterte mit seiner allgemeinen Bereitschaft zu Bürgergesprächen während der Amtsstunden. Aber auch Fritz-Helmut Bremer, Dirk Lindner und Henning Neuhaus sprachen sich für eine ständige Ansprechbarkeit bei ihrer Arbeit als Bürgermeister aus. Dr. Fritz Peters setzte noch einen drauf und bezeichnete die Zedeliusstrasse als sein Büro für Bürgergespräche. Dort würde er jetzt schon zu jeder Zeit angesprochen und habe dort ein offenes Ohr für jedermann.

In Bezug auf die touristische Infrastruktur, bzw. auf die allgemeine Infrastruktur blieben die Aussagen der Anwärter eher schwammig. Für einige liegt eines der Hauptprobleme schon bei der „Abfertigung“ der Inselgäste in Harlesiel, der ortsnahe Hafen mit einer gut ausgestatteten Marina für Inselgäste mit eigenem Boot wurde bei dieser Frage ebenfalls wieder einmal angesprochen, unbeachtet der Tatsache, dass es einen ortsnahen Hafen nicht mehr geben wird, da zum Beispiel die Naturschutzgesetze das gar nicht mehr zulassen würden. Wie sollte es auch anders sein, wenn schon die Vertiefung einer Fahrrinne durch das Wattenmeer auf wenige Zentimeter fast ebenso viele Genehmigungen benötigt wie der Bau eines Atomkraftwerks. Und ob Dr. Peters „Strandsauna“, die er wohl in Norderney gesehen hat, nun die Biene auf die Blüte bringt, bliebe abzuwarten.

Zur Bildung einer ordentlichen touristischen Infrastruktur gehört in jedem Fall auch die Dienstleistung. Gemeint ist nicht nur die Dienstleistung eines einzelnen Vermieters, oder eines Geschäftsinhabers, gemeint ist auch die Dienstleistung der Verwaltungen für die Insulaner. Und da hapert es zurzeit immer noch gewaltig. Gemeint ist zum Beispiel Hilfestellung gerade für Vermieter im Nebenerwerb. Gemeint ist die Organisation von Seminaren zur Geschäftsführung, ein Feld, das man auf keinen Fall dubiosen Finanzberatern überlassen darf. Gemeint ist eine Struktur, wie sie einst in der Tourismus GmbH angedacht wurde. Die Zusammenarbeit aller touristischen Leistungsträger inklusive der Kurverwaltung. Ein Konstrukt, das von Bürgermeister Kohls zum Beispiel strikt abgelehnt wird. Dabei vermute ich tatsächlich, er hat es vielleicht gar nicht verstanden oder es ist ihm und seinen Entscheidungsträgern zu gefährlich, denn es würde ihnen eine Menge Entscheidungskompetenz abnehmen. Der Zusammenschluss oder die enge Zusammenarbeit des Verkehrsvereins mit der Kurverwaltung ist da kein Ersatz. Davor müsste eigentlich eindringlich gewarnt werden. Denn dabei übernimmt eine starre Verwaltung mit langen Entscheidungswegen einen marktorientierten Zusammenschluss von touristischen Unternehmern, der auf Marktverläufe eigentlich blitzschnell reagieren muss. Dass weder die Gemeinde-, noch die Kurverwaltung dazu in der Lage sind, haben sie in der Vergangenheit oft genug bewiesen. Natürlich wäre es für manchen Entscheidungsträger in Rat und Verwaltung einer der Höhepunkte seiner Arbeit, wenn auch noch die Entscheidungskompetenz über das Wohl und Wehe der Vermieter bei ihnen läge.

Abschließend sei noch gesagt, so grundlegend Neues war auf der Veranstaltung von den Kandidaten nicht zu hören, was nicht schon in den Zeitungen zu lesen war und ob es für den einen oder anderen Zuschauer zu einem Meinungswechsel gereicht hat war nicht auszumachen. Ob Frau Grimm nach zwei Jahren schon „Wangerooge“ ist, oder Bürgermeister Kohls nach 20 Jahren, ob es einen Heimvorteil für Dr. Peters bedeutet, dass er der einzige Eingeborene oder wie er selbst sagt „Aborigine“ ist, ob Dirk Lindner, der als Zivildienstleister eigentlich nur wenige Monate auf der Insel bleiben wollte, dann aber 16 Jahre blieb, bereits lange Jahre in der Gemeindeverwaltung arbeitet und sich nach einem Landgang immer wieder auf die Insel freut, ob Fritz-Helmut Bremer, der seit vielen Jahren als Polizeibeamter auf der Insel Dienst tut und Ehrlichkeit und Transparenz in die Verwaltung bringen will, oder Henning Neuhaus, der lange Jahre ein Inselheim im Westen leitete und beharrlich als Präsident des Golfclubs gegen alle Widerstände den Golfplatz am Flugplatz durchgesetzt hat, sie alle wollen auf ihre Art sicherlich das Beste für die Insel und Ihre Bewohner. Ob es allerdings unbedingt ein gelernter Verwalter oder eine Verwalterin sein muss, wie Frau Grimm es ausdrückte, sei einmal dahin gestellt. Irgendetwas wird sich der Gesetzgeber dabei gedacht haben, als er den ehrenamtlichen Bürgermeister abschaffte und den gewählten Verwaltungschef einführte. Wäre ein Außenseiter dafür nicht prädestiniert, hätten es die klugen Landespolitiker doch nie und nimmer so beschlossen! Oder doch?

Verwaltungskompetenz kann man sich doch ebenso einkaufen wie Managementkompetenz.
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Re: WAHL AUF WOOGE

Beitragvon Salzufler » 7. Mai 2014, 13:03

Bürgermeisterwahl
Für Offenheit und Transparenz

-aus NWZ-
Gut 200 Wangerooger fühlen Kandidaten auf den Zahn
Bürgerbefragung ja oder nein? Fest steht, dass Wangerooges Bürger mehr Beteiligung an wichtigen Themen der Insel fordern.
von Melanie Hanz



Rund 200 Bürger ließen sich bei der „Elefantenrunde“ zur Bürgermeisterwahl im kleinen Kursaal von den sechs Kandidaten ihre Ziele erläutern. Carola Schede moderierte.

Bild: Melanie Hanz


Wangerooge - Zuerst Probleme mit dem Mikrofon, dann kippten zwei Kandidaten mit ihren Stühlen vom Podium: Es war sicher keine leichte Aufgabe, die sich der Bürgerverein Wangerooge mit seiner „Elefantenrunde“ zur Bürgermeisterwahl gestellt hatte. Es galt, sechs Kandidaten gerecht und ausgewogen zu Wort kommen zu lassen und dabei einen gewichtigen Fragenkatalog abzuarbeiten. Zunächst hatte Bürgervereins-Vorsitzender Ernst Schöppe überlegt, selbst zu moderieren – doch dann holte er sich in Carola Schede professionelle Unterstützung.






„Elefantenrunde“ zur Bürgermeisterwahl


Und die hatte es nicht leicht. Doch resolut und mit Charme gelang es ihr, die „Schwergewichte“ auf dem Podium zu bändigen – auch wenn mancher Kandidat am Ende nicht wirklich zufrieden warm, weil er sein Programm nicht geschafft hatte.

Sechs Bewerber

Bürgerbeteiligung und Transparenz, Gemeinde- und Kurverwaltung als Leitbetrieb des Tourismusstandorts, Inselfinanzen und Ruhezeiten sowie Probleme der Infrastruktur waren die Themen der Frageblöcke, zu denen Fritz-Helmut Bremer (parteilos), Dirk Lindner, Kandidat der CDU, Henning Neuhaus (parteilos), Dr. Fritz Peters (BfW), Beate Grimm (SPD) und Amtsinhaber Holger Kohls (parteilos) in wechselnder Reihenfolge Stellung nahmen. Außerdem hatten alle sechs Kandidaten Gelegenheit, eigene Schwerpunkte und Themen darzustellen.

Insbesondere der Themenblock Bürgerbeteiligung und Transparenz ließ deutlich werden, wie sich die Kandidaten die Beteiligung der Wangerooger Bürger künftig vorstellen – spätestens seit der Beplanung der Oberen Strandpromenade mit dem Apart-Hotel wurde Kritik laut am Umgang von Gemeinderat- und Verwaltung mit ihren Bürgern.

So legte Holger Kohls dar, dass Rat und Verwaltung gerade bei der Promenaden-Bebauung mit Bürgerversammlungen und -Informationen ein großes öffentliches Verfahren geführt hätten. „Möglicherweise ist ein Mangel gewesen, dass die konkrete Vermarktung des Apart-Hotels nicht frühzeitig transparent gemacht wurde“, räumte er ein.

Er betonte, dass jeder jederzeit mit ihm sprechen könne, zudem kündigte er einen regelmäßigen Bürgerbrief der Gemeinde an. „Transparenz ist, die Bürger mitzunehmen und Rechenschaft abzulegen“, sagte Kohls. Er wies aber auch darauf hin, dass die Bürger einen Gemeinderat als Vertreter wählen, der die grundlegenden Entscheidungen in allen Belangen der Insel trifft.

„Wenn das Verfahren transparent gewesen wäre, hätte es zum Apart-Hotel eine Bürgerbefragung gegeben – und dann hätten wir jetzt vielleicht ein ,sauberes‘ Hotel“, sagte Dr. Fritz Peters. Er hatte sich als Ratsmitglied von Anfang an gegen die Pläne gestellt. Transparenz sei für ihn, „kommen und fragen können“.

Auch Henning Neuhaus kritisierte den Ablauf des Verkaufs der „Kronjuwelen“: „Das kann man nicht hinter verschlossenen Türen machen“, sagte er. Und es reiche auch nicht, bei Änderungen von Bebauungsplänen „hinterher betroffen zu gucken“: „So etwas muss man sofort transparent machen“, betonte Neuhaus. Wichtiger als Bürgerbefragungen oder -Entscheide sei für ihn, die Bürger zu informieren und ins Boot zu holen – „dann können sich alle einbringen“, so Neuhaus.

Beate Grimm wies darauf hin, dass die Ergebnisse von Bürgerbegehren und Bürgerentscheiden für den Rat nicht bindend seien. Sie hält Bürgerversammlungen für sinnvoller, um ein Meinungsbild zu erhalten. Transparenz ist für sie, „dass möglichst viele verstehen, was wir tun“. Und dazu gehöre auch, dass der Bürgermeister an Fraktionssitzungen teilnehme und die Ratsgremien früher als bisher beteilige. Neben einer festen Bürgermeistersprechstunde könnte laut Grimm auch ein Bürgerbrief für mehr Information und Offenheit sorgen.

Für mehr Bürger-Inforunden statt Bürgerbegehren sprach sich auch Dirk Lindner aus: „Würden wir zu jedem Thema eine Bürgerbefragung starten, würden wir uns selbst lahmlegen“, sagte er. Der Rat sei das von den Bürgern gewählte Entscheidungsgremium – „und 2016 wird ein neuer Rat gewählt: da kann sich jeder aufstellen lassen und mitarbeiten“, so Lindner. Allerdings sieht er eine Bringschuld bei der Verwaltung, offen über anstehende Themen zu informieren. „Natürlich ist auch jeder willkommen, seine Anregungen und Fragen einzubringen – die Türen in der Verwaltung stehen offen“, betonte er.

Für Bürgerbegehren

Fritz-Helmut Bremer spricht sich ebenfalls klar für mehr Bürgerbeteiligung aus: „Warum soll man sich keine Entscheidungshilfe von den Insulanern holen?“, meinte er. Für ihn bedeutet Offenheit, dass alle Themen, die nicht per Satzung als geheim einzustufen seien, öffentlich behandelt und veröffentlicht werden.

Für die Mehrzahl der Wangerooger Bürger, die an der „Elefantenrunde“ teilnahmen, ist das Bürgerbegehren übrigens ein probates Mittel, um die Meinung der Bürgerschaft zu anstehenden Entscheidungen abzufragen. Das zeigte die Frage der Moderatorin in den Saal.

NWZ TV    zeigt einen Beitrag unter www.nwz.tv/friesland
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Re: WAHL AUF WOOGE

Beitragvon Salzufler » 8. Mai 2014, 08:58

Bürgermeisterwahl
Qual der Wahl bei sechs Kandidaten


Stimmen zur „Elefantenrunde“ des Bürgervereins

von Melanie Hanz

-aus nWZ-

Wangerooge - Eine Insel, knapp 1000 Wähler – und sechs Kandidaten: Die Wangerooger Bürger haben bei der Bürgermeisterwahl am 25. Mai die Qual der Wahl. Eine Entscheidungshilfe bot am Montagabend die „Elefantenrunde“ des Bürgervereins (die NWZ  berichtete).

Ob die rund 200 Interessierten von den Kandidaten Holger Kohls (66, parteilos), Dr. Fritz Peters (61, BfW), Fritz Helmut Bremer (56, parteilos), Dirk Lindner (51, CDU), Beate Grimm (50, SPD) und Henning Neuhaus (47, parteilos) tatsächlich Erhellendes für ihre Wahlentscheidung erhalten haben, blieb am Ende der knapp zweistündigen Veranstaltung offen.

Rainer Regel fragt sich angesichts der sechs Bürgermeister-Kandidaten, „was wohl so begehrenswert an dieser Position ist“.

„Die zumeist wohlkalkulierten Aussagen und das moderate Verhalten aller Kandidaten machen dem Wähler das Leben schwer, da sich nur in Nuancen erkennen ließ, welchem Kandidaten welches Anliegen wichtig und ernst war“, lautet das Resümee von Petra Tiessen. Sie sieht in der Existenz von fünf Gegenkandidaten zum Amtsinhaber Holger Kohls ein deutliches Zeichen dafür, dass auf Wangerooge ein Wechsel gewollt ist. „Dieser Wechsel könnte genau daran scheitern, dass er so sehr gewünscht wird. Vielleicht genügt der Amtsinhaberbonus und die Angst vor Veränderung bei einigen Wählern aus, wenn der Rest der Stimmen sich unglücklich verteilt“, meint sie.



Bleibt die Frage nach der Notwendigkeit von Verwaltungs-Kompetenz: Drei Kandidaten, Holger Kohls, Beate Grimm und Dirk Lindner, sind Verwaltungsleute und drei Kandidaten, Dr. Fritz Peters, Fritz Helmut Bremer und Henning Neuhaus, weisen darauf hin, dass sie sich die Verwaltungsleitung zutrauen.

„Irgendetwas wird sich der Gesetzgeber dabei gedacht haben, als er den ehrenamtlichen Bürgermeister abschaffte und den gewählten Verwaltungschef einführte. Wäre ein Außenseiter dafür nicht prädestiniert, hätten es die Landespolitiker doch nie und nimmer so beschlossen. Verwaltungskompetenz kann man sich doch ebenso einkaufen wie Managementkompetenz“, meint Heino Plagenz.
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Re: WAHL AUF WOOGE

Beitragvon Salzufler » 14. Mai 2014, 10:05

Bürgermeisterwahl
Bezahlbarer Wohnraum für Insel-Bürger ist knapp



Positionen der Kandidaten – Beate Grimm (SPD) und Dr. Fritz Peters (BfW)

von Melanie Hanz
-aus NWZ-
Wangerooge - Bezahlbarer Wohnraum für Insel-Bürger ist auf Wangerooge knapp. Die Gemeinde hat deshalb gemeinsam mit den Ostfriesischen Inseln eine Resolution an die Bundesregierung gerichtet, die auf eine Änderung des Baugesetzbuchs zielt: Die Insel-Kommunen wollen mehr Einfluss auf die Planung von Wohngebieten.

Doch auch die Gemeinde selbst kann Dauerwohnraum fördern und Ferienwohnungen einschränken: Die NWZ -Serie zur Bürgermeisterwahl auf Wangerooge stellt die Positionen aller sechs Kandidaten zum Wohnraumproblem an drei aufeinander folgenden Tagen vor.
Zuletzt geändert von Salzufler am 14. Mai 2014, 10:07, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: WAHL AUF WOOGE

Beitragvon Salzufler » 14. Mai 2014, 10:06

Leerstehende Wohnungen sofort vermieten“

-aus NWZ-

Bezahlbarer Wohnraum kann im reichlich vorhandenen Ausbaupotenzial der gemeindeeigenen Gebäude geschaffen werden, sagt Beate Grimm, 50 Jahre alt und Kandidatin der SPD.

Die leerstehenden Gemeindewohnungen wie zum Beispiel an der Schulstraße, müssen sofort vermietet werden, aber auch leerstehende Wohnungen privater Vermieter könnten als Dauermietwohnungen angeboten werden.

Investoren von Großbauten müssen ins Boot geholt werden, indem sie Dauermietwohnraum einplanen. Bei einigen Ferienvermietungen könnte sich die Umwandlung in Dauermietwohnraum als lukrativ erweisen.

Der Gründung einer Wohnungsbaugenossenschaft auf Wangerooge stehe ich grundsätzlich positiv gegenüber und werde ein solches Modell intensiver betrachten und die Modalitäten durchrechnen
Zuletzt geändert von Salzufler am 14. Mai 2014, 10:07, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: WAHL AUF WOOGE

Beitragvon Salzufler » 14. Mai 2014, 10:07

-aus NWZ-

Ich denke, es ist an der Zeit, dass die Gemeinde hier selbst tätig werden muss, sagt Dr. Fritz Peters, 61 Jahre alt und Kandidat von Bürger für Wangerooge (BfW).

Die Gemeinde ist Eigentümerin von geeigneten Liegenschaften, um darauf bezahlbaren Wohnraum für Einheimische zu errichten. Dieses ist im Wesentlichen auch dem extrem niedrigen Zinsniveau geschuldet – Thema Kommunaldarlehen: Städte und Gemeinden bekommen aktuell Kredite ab 1 Prozent Zinsen.

Zusätzlich zu den notwendigen Neubauten sollte man endlich damit beginnen, im „Karree“, den Mietshäusern der Gemeinde an Charlotten-Straße, Rösingstraße und Friedrich-August-Straße, die Dachgeschosse auszubauen und die vorhandenen Wohneinheiten energetisch zu sanieren. Bei den 20 gemeindeeigenen Mietwohnungen dort herrscht erheblicher Sanierungsbedarf
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