Bebauung Strandpromenade

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Re: Bebauung Strandpromenade

Beitragvon Salzufler » 1. Jan 1970, 02:00

-aus Heino`s Seiten-
25.09.2013

Vor-Neu-Zeit


Den weitläufigen "Platz am Meer" wird es so bald nicht mehr geben.

Die Skyline der Oberen Strandpromenade wird sich grundlegend verändern. Wer das bedauert wird schnell als ewig Gestriger abgekanzelt. Die Gemeinde braucht Geld. Punkt.

Dafür wird derzeit verkauft, was nicht niet- und nagelfest ist. Zumindest hat es den Anschein. Aber verkaufen kann man halt nur einmal. Zu dieser Einsicht ist selbst unser demnächst scheidender Bürgermeister gekommen. Seine momentan als Nachfolgerin hoch gehandelte Stellvertreterin, zumindest spricht man so im Ort, propagiert zum Beispiel bei Bürgerversammlungen den eingeschlagenen Weg als richtig und es steht zu vermuten, dass die einmal begonnene „Insel-Erneuerung“ wohl auch nach der „Kohls-Ära“ weiter gehen wird, denn wir haben uns ja belehren lassen, allein durch Einnahmen und Einsparungen kann diese Gemeinde weder Schulden abbauen noch Vermögen, bzw. Rücklagen bilden.

„Der Platz am Meer soll verkauft sein und dort soll eine Strandhalle hin, d.h. vom Pudding bis zur Oase eine Sauf- und Fressmeile und kein verzehrfreier Platz um in Ruhe aufs Meer zu schauen.
Dabei wird nicht gesagt, was mit dem kleinen Kursaal und anschließende Räume geschehen soll. Erst Abriss, dann Planung wie beim Cobigolf Platz?“, fragt mich eine Insulanerin.

Da kann ich nur antworten: Von der Oase bis zum Pudding ist noch zu kurz gedacht, zumindest in östlicher Richtung, da gibt es schon zwei Restaurants. Was später dann vielleicht noch westwärts, neben den derzeitigen Planungen für mindestens zwei weitere Restaurants, angebaut werden wird, müssen gottlob spätere Ratsgenerationen entscheiden, so sie denn die Entscheidungskompetenz dafür haben.

Aber richtig. Wir bekommen wohl eine zweite, weit lukrativere „Fress- und Saufmeile“, neben der vorhandenen auf der Zedeliusstrasse. Wie damit allerdings die leeren Gaststätten um/nach 22.00 Uhr in der Zedeliusstrasse gefüllt werden sollen, ein Argument, das der Vorsitzende der „Grünen Wangerooger“ unter anderem für die Zustimmung seiner Fraktion zu den Verkäufen der gemeindeeigenen Grundstücke, dem Zuwachs an Ferienwohnungskapazität und dem damit zu erwartenden zahlungskräftigen zusätzlichem Gästevolumen, seinerzeit mit ins Feld führte, bleibt wahrscheinlich das Geheimnis einer eher undurchschaubaren marktwirtschaftlichen „Gaststätten“-Analyse.

Über den Abriss des großen Kursaals gibt es einen hervorragenden Leserbrief in einer früheren Ausgabe des Inselboten, von Klaus Brüggerhoff, der einmal gegenüberstellt, was wir mit dem „alten“ Großen Kursaal eigentlich an Ambiente verloren haben und was uns dafür mit der Kunststoff-Mehrzweckhalle zurück gegeben wurde. Diesem neuzeitlichen Denkmuster wird sicher auch der Kleine Kursaal ersatzlos geopfert werden.
Bei der Verlegung des Cobigolf-Platzes auf die Polizeiwiese ist der einzige Verlierer vorerst einmal ein schützenswertes Biotop, dem aber offenbar nicht einmal die „Umweltschützer“ eine Träne nachweinen können. Wie schnell man einen Mini-Golfplatz auch wieder abreißen und verlegen kann, wird uns ja derzeit praktisch vorgeführt. Deshalb bleibe ich, bis zur Belehrung eines Besseren, dabei, hier wird schon einmal der Platz für künftige weitere FEWO-Anlagen geschaffen. Wenn diese wohl auch wahrscheinlich erst in einigen Jahren gebaut werden, wenn sich der Trubel um diese Neubauten wieder gelegt hat und der Lernprozess der Entscheidungsträger abgeschlossen ist, dass auch Entscheidungen die starken Gegenwind aus der Bevölkerung bekommen und nicht immer nur ausschließlich zum Wohle der Insel und ihrer Bewohner führen, für sie ohne politische Konsequenzen bleiben.

Ist es im Moment nicht schön zu beobachten, wie nach dem Neubau vieler schöner Ferienwohnungen der touristischen Infrastruktur hinterher gerannt wird? Nun soll es eine Abordnung von Insel-Entscheidungsträgern in Hannover richten. Ausbaggern der Fahrrinne auf zwei Meter, drei Meter, oder noch tiefer? Damit ist das Problem der touristischen Anbindung aber noch lange nicht gelöst. Solange die Deutsche Bahn auf Anreisewellen der Urlaubsgäste so unflexibel wie bisher reagiert und Gäste teilweise wegen Überfüllung der Schiffe am Kai stehen lässt, während frühere und spätere Schiffe gering belegt hin- und her fahren, nutzen auch Fenstererweiterungen für die Fähranbindungen wenig. Ein Problem wird einfach nicht angegangen, und das ist die derzeitige Monopolstellung der DB. Sie mag von manchen als „Alleinstellungsmerkmal“ gefeiert werden. Marktwirtschaftlich ist sie seit Jahrzehnten ein touristischer Hemmschuh. Egal, wie tief die Fahrrinne zukünftig auch sein wird, es fehlt einfach an Flexibilität.

Die schönen Zeichnungen, die im vergangenen Jahr für die neue Hafengestaltung am Wangerooger Hafen veröffentlicht wurden mögen auf dem Papier recht bunt und schön gestaltet wirken. Weshalb allerdings der Gast auf einem erhöhten Bahnsteig aus dem Zug steigt, um danach gleich wieder ab zu steigen, um dann über einen nicht überdachten Hafenbereich zu einer offenen Gangway zu gelangen, wird die Fahrgäste, die bei Regen im Pulk darauf warten die schmale Gangway zu erklimmen sicher nicht begeistern. Weshalb kann nicht alles auf einer Ebene in einem überdachten Bereich und einer geschlossenen Gangway ablaufen, wenn schon alles so schön und neu und kostspielig gestaltet wird? Hat denn niemand etwas aus der Fehlplanung der Hafenanlage in Harlesiel gelernt? Wo sich nach der Neugestaltung des Vorplatzes und der Parkplätze einfahrende und ausfahrende Kraftfahrzeuge mit Kofferbepackten Fußgängern kreuzten, die dann schließlich noch in langen Schlangen auf dem Vorplatz für Fahrkarten anstanden, bis alles schließlich zum Stillstand kam?

Bleibt zum Schluss noch die schwer zu beantwortende Frage der Insulanerin nach der Offenheit: „Kann man als Steuerzahler und mündiger Bürger nicht verlangen, dass mal aufgelistet wird, was bisher verkauft wurde, was noch verkauft wird und was auf den verkauften Gebäuden / Plätzen von Investoren "verbrochen "wird?“

Vielleicht kann man das. Ich habe allerdings einen interessanten Satz in der Spiegel Ausgabe vom 16.09.2013 unter dem Titel „Die Schamlosen“ gefunden, der auch ein wenig auf diese Frage passt: „Eine Demokratie ist (…..) weder ein Lieferservice noch ein Unterhaltungsprogramm. Eine Demokratie darf von ihren Bürgern eine gewisse Informiertheit erwarten, ein klitzekleines Engagement. Wer das verweigert, verweigert seinen Beitrag zum Gelingen – und setzt sie so aufs Spiel.“

In diesem Sinne: Verweigern wir uns nicht. Bleiben wir kritisch und äußern wir diese Kritik auch öffentlich, auch wenn manche uns lieber mundtot hätten. Und wenn uns die „Besserwisser“ auch ständig immer wieder vorhalten, dass wir nicht Recht haben, wir haben auch und vor allem das Recht falsch zu liegen. Und zwar so falsch, wie auch sie immer mal wieder liegen und wie sie selbst auch manche Entscheidung treffen.
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Re: Bebauung Strandpromenade

Beitragvon Salzufler » 1. Jan 1970, 02:00

25.09.2013

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Den weitläufigen "Platz am Meer" wird es so bald nicht mehr geben.

Die Skyline der Oberen Strandpromenade wird sich grundlegend verändern. Wer das bedauert wird schnell als ewig Gestriger abgekanzelt. Die Gemeinde braucht Geld. Punkt.

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„Der Platz am Meer soll verkauft sein und dort soll eine Strandhalle hin, d.h. vom Pudding bis zur Oase eine Sauf- und Fressmeile und kein verzehrfreier Platz um in Ruhe aufs Meer zu schauen.
Dabei wird nicht gesagt, was mit dem kleinen Kursaal und anschließende Räume geschehen soll. Erst Abriss, dann Planung wie beim Cobigolf Platz?“, fragt mich eine Insulanerin.

Da kann ich nur antworten: Von der Oase bis zum Pudding ist noch zu kurz gedacht, zumindest in östlicher Richtung, da gibt es schon zwei Restaurants. Was später dann vielleicht noch westwärts, neben den derzeitigen Planungen für mindestens zwei weitere Restaurants, angebaut werden wird, müssen gottlob spätere Ratsgenerationen entscheiden, so sie denn die Entscheidungskompetenz dafür haben.

Aber richtig. Wir bekommen wohl eine zweite, weit lukrativere „Fress- und Saufmeile“, neben der vorhandenen auf der Zedeliusstrasse. Wie damit allerdings die leeren Gaststätten um/nach 22.00 Uhr in der Zedeliusstrasse gefüllt werden sollen, ein Argument, das der Vorsitzende der „Grünen Wangerooger“ unter anderem für die Zustimmung seiner Fraktion zu den Verkäufen der gemeindeeigenen Grundstücke, dem Zuwachs an Ferienwohnungskapazität und dem damit zu erwartenden zahlungskräftigen zusätzlichem Gästevolumen, seinerzeit mit ins Feld führte, bleibt wahrscheinlich das Geheimnis einer eher undurchschaubaren marktwirtschaftlichen „Gaststätten“-Analyse.

Über den Abriss des großen Kursaals gibt es einen hervorragenden Leserbrief in einer früheren Ausgabe des Inselboten, von Klaus Brüggerhoff, der einmal gegenüberstellt, was wir mit dem „alten“ Großen Kursaal eigentlich an Ambiente verloren haben und was uns dafür mit der Kunststoff-Mehrzweckhalle zurück gegeben wurde. Diesem neuzeitlichen Denkmuster wird sicher auch der Kleine Kursaal ersatzlos geopfert werden.
Bei der Verlegung des Cobigolf-Platzes auf die Polizeiwiese ist der einzige Verlierer vorerst einmal ein schützenswertes Biotop, dem aber offenbar nicht einmal die „Umweltschützer“ eine Träne nachweinen können. Wie schnell man einen Mini-Golfplatz auch wieder abreißen und verlegen kann, wird uns ja derzeit praktisch vorgeführt. Deshalb bleibe ich, bis zur Belehrung eines Besseren, dabei, hier wird schon einmal der Platz für künftige weitere FEWO-Anlagen geschaffen. Wenn diese wohl auch wahrscheinlich erst in einigen Jahren gebaut werden, wenn sich der Trubel um diese Neubauten wieder gelegt hat und der Lernprozess der Entscheidungsträger abgeschlossen ist, dass auch Entscheidungen die starken Gegenwind aus der Bevölkerung bekommen und nicht immer nur ausschließlich zum Wohle der Insel und ihrer Bewohner führen, für sie ohne politische Konsequenzen bleiben.

Ist es im Moment nicht schön zu beobachten, wie nach dem Neubau vieler schöner Ferienwohnungen der touristischen Infrastruktur hinterher gerannt wird? Nun soll es eine Abordnung von Insel-Entscheidungsträgern in Hannover richten. Ausbaggern der Fahrrinne auf zwei Meter, drei Meter, oder noch tiefer? Damit ist das Problem der touristischen Anbindung aber noch lange nicht gelöst. Solange die Deutsche Bahn auf Anreisewellen der Urlaubsgäste so unflexibel wie bisher reagiert und Gäste teilweise wegen Überfüllung der Schiffe am Kai stehen lässt, während frühere und spätere Schiffe gering belegt hin- und her fahren, nutzen auch Fenstererweiterungen für die Fähranbindungen wenig. Ein Problem wird einfach nicht angegangen, und das ist die derzeitige Monopolstellung der DB. Sie mag von manchen als „Alleinstellungsmerkmal“ gefeiert werden. Marktwirtschaftlich ist sie seit Jahrzehnten ein touristischer Hemmschuh. Egal, wie tief die Fahrrinne zukünftig auch sein wird, es fehlt einfach an Flexibilität.

Die schönen Zeichnungen, die im vergangenen Jahr für die neue Hafengestaltung am Wangerooger Hafen veröffentlicht wurden mögen auf dem Papier recht bunt und schön gestaltet wirken. Weshalb allerdings der Gast auf einem erhöhten Bahnsteig aus dem Zug steigt, um danach gleich wieder ab zu steigen, um dann über einen nicht überdachten Hafenbereich zu einer offenen Gangway zu gelangen, wird die Fahrgäste, die bei Regen im Pulk darauf warten die schmale Gangway zu erklimmen sicher nicht begeistern. Weshalb kann nicht alles auf einer Ebene in einem überdachten Bereich und einer geschlossenen Gangway ablaufen, wenn schon alles so schön und neu und kostspielig gestaltet wird? Hat denn niemand etwas aus der Fehlplanung der Hafenanlage in Harlesiel gelernt? Wo sich nach der Neugestaltung des Vorplatzes und der Parkplätze einfahrende und ausfahrende Kraftfahrzeuge mit Kofferbepackten Fußgängern kreuzten, die dann schließlich noch in langen Schlangen auf dem Vorplatz für Fahrkarten anstanden, bis alles schließlich zum Stillstand kam?

Bleibt zum Schluss noch die schwer zu beantwortende Frage der Insulanerin nach der Offenheit: „Kann man als Steuerzahler und mündiger Bürger nicht verlangen, dass mal aufgelistet wird, was bisher verkauft wurde, was noch verkauft wird und was auf den verkauften Gebäuden / Plätzen von Investoren "verbrochen "wird?“

Vielleicht kann man das. Ich habe allerdings einen interessanten Satz in der Spiegel Ausgabe vom 16.09.2013 unter dem Titel „Die Schamlosen“ gefunden, der auch ein wenig auf diese Frage passt: „Eine Demokratie ist (…..) weder ein Lieferservice noch ein Unterhaltungsprogramm. Eine Demokratie darf von ihren Bürgern eine gewisse Informiertheit erwarten, ein klitzekleines Engagement. Wer das verweigert, verweigert seinen Beitrag zum Gelingen – und setzt sie so aufs Spiel.“

In diesem Sinne: Verweigern wir uns nicht. Bleiben wir kritisch und äußern wir diese Kritik auch öffentlich, auch wenn manche uns lieber mundtot hätten. Und wenn uns die „Besserwisser“ auch ständig immer wieder vorhalten, dass wir nicht Recht haben, wir haben auch und vor allem das Recht falsch zu liegen. Und zwar so falsch, wie auch sie immer mal wieder liegen und wie sie selbst auch manche Entscheidung treffen.
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Re: Inselnachrichten 2012

Beitragvon Admin » 17. Mär 2012, 09:34

Pläne für zwei Hotels und Wohnungen
aus NWZ-Online vom 17.03.2012

Strandpromenade West Planer stellen sich Fragen der Insulaner – Entscheidung am Donnerstag

Die beiden Planer Wilfried Lammers und Dirk Onnen wollen ihre Entwürfe noch aufeinander abstimmen. Ohne Eigentums-Wohnungen lohne sich die Investition nicht.

von Melanie Hanz



Wangerooge - Seit zehn Jahren diskutieren Wangerooges Gemeinderat und -verwaltung über die Umgestaltung der Strandpromenade West – mit dem Abriss des „Graf Luckner“ und dem Bau von Servicegebäude und Platz am Meer hat sich die Flaniermeile seit 2007 deutlich verändert.

Auf Interessenten für die Bebauung der „Sahnegrundstücke“ an der Strandpromenade – die Flächen, die zurzeit noch durch Gemeinde- und Kurverwaltung und Mini-Golf-Platz belegt sind – musste die Insel dagegen einige Jahre warten: Angedacht waren dort ein Sterne-Hotel und eine Fachklinik.


Keine Fachklinik
Wie sich am Donnerstagabend bei der Bürgerinformation zur Umgestaltung der Strandpromenade zeigte, wird es keine Fachklinik geben. Stattdessen haben die beiden Planer Wilfried Lammers (Ahaus) und Dirk Onnen von Norddeutsche Boden (Oldenburg) weit gediehene Ideen für ein Apart-Hotel auf dem jetzigen Mini-Golf-Platz samt barrierefreien Eigentumswohnungen am Ostrand der Polizeiwiese und Strandhalle auf dem Platz am Meer sowie ein Vier-Sterne-Hotel und ein Gebäude mit Ferien-Eigentumswohnungen auf dem Gelände der Gemeinde- und Kurverwaltung. Beide Planer haben zudem Vorstellungen zur Integration der Gemeindeverwaltung in ihre Gebäude.

Ohne Eigentums-Ferienwohnungen sind die Hotelpläne indes nicht realistisch, betonten beide Planer übereinstimmend: „Ohne Subvention funktioniert hier kein Hotel“, sagte Lammers.

Der Entwurf, den Dirk Onnen für ein Apart-Hotel vorstellte, sieht ein dreigeschossiges Klinkergebäude mit zurückgesetzten Obergeschossen und Mansarddach vor. Der zur Promenade hin 42 Meter breite Baukörper ist optisch zweigeteilt. Das Hotel wird 48 Apartments haben. Dadurch, dass das Gebäude sieben Meter von der Grundstücksgrenze zurückgesetzt ist, werde die Promenade nicht beschattet, betonte Onnen.

„Dieses Hotel ist absolut unterste Kante dessen, was hier wirtschaftlich geführt werden kann“, sagte der Planer. Er widersprach Befürchtungen, statt eines Apart-Hotels würden einfach nur Ferienwohnungen entstehen: „Wir prägen das Gebäude von Anfang an gewerblich“, betonte er. Einen potenziellen Betreiber gebe es.


Villen auf Polizeiwiese
Auf der östlichen Polizeiwiese plant Onnen drei dreistöckige Villen mit 28 bis 31 Eigentumswohnungen – zudem hätte er gerne eine Option auf drei weitere Villen. Alle Wohnungen sollen barrierefrei und behindertengerecht werden – „dadurch bekommen Sie eine neue Zielgruppe nach Wangerooge, denn Barrierefreiheit ist hier Mangel“, betonte Onnen. Es gehe darum, neue Kaufkraft auf die Insel zu holen.

Letztes Element seines Quartier-Entwurfs ist die Strandhalle mit Café gegenüber dem Service-Gebäude. Onnen schwebt dabei ein landschaftstypisches Gebäude vor – etwa im Stil des Rettungsschuppens an der Friedrichschleuse in Carolinensiel.

Wichtig sei, dass auf Wangerooge endlich begonnen werde, in Bildern zu denken: „Hier gibt es zu viel 60er-Jahre-Allerlei und zu wenig, das vor Augen bleibt“, sagte Onnen.

In Bildern gedacht hat der zweite potenzielle Investor, Wilfried Lammers, der auf Wangerooge unter anderem den „Kaiserhof“ gebaut hat: Sein Entwurf eines Vier-Sterne-Hotels ähnelt einem großen Fisch in Rot und Weiß. Das fünfstöckige Gebäude soll 100 Zimmer haben, zudem einen Wellnessbereich. Direkt nebenan soll ein dreigeschossiger, schiffsähnlicher Bau mit 100 Betten in 25 bis 28 Ferienwohnungen entstehen.

„Ein vier-Sterne-Hotel auf Wangerooge ist zwingend notwendig – aber auch eine Riesen-Herausforderung“, betonte Lammers. Insgesamt plane er 200 Betten. „Man muss die Rendite im Blick behalten“, sagte Lammers.


Baubeginn im Herbst
Sein Zeitplan sieht einen Baubeginn im Herbst 2013 vor. Onnen dagegen würde bereits in diesem Herbst mit dem Bau der Villen beginnen und im Jahr darauf mit dem Apart-Hotel – vorausgesetzt, Grundstückskäufe und Bauleitplanung gehen glatt. Über Investitionssummen schwiegen sich beide aus. Allerdings wollen sie ihre Pläne noch aufeinander abstimmen, „so dass Architektur auf Architektur reagiert und ein Quartier entsteht“, sagte Onnen.

Wie sich bei den Fragen der gut 100 anwesenden Insulaner zeigte, stoßen die geplanten Gebäude durchaus auf Gegenliebe. Die Tatsache jedoch, dass auch Eigentums-Ferienwohnungen gebaut werden, stieß bei einigen Bürgern auf Kritik.


Angebote steuern
So wurde die Forderung erhoben, dass per Grundbucheintrag der Verkauf einzelner Apartments im Apart-Hotel verhindert wird. Es sei eine Frage der Solidarität, dafür zu sorgen, dass die Insulaner mit ihren Ferienwohnungen nicht wegen schicker neuer Angebote „hintenrunterfallen“, betonte eine Insulanerin.

Beide Planer machten indessen deutlich, dass ihrer Ansicht nach Wangerooge dringend aufgewertet werden muss: „Wenn Sie meinen, dass Ihr Status quo steht, dann sollten Sie sich mal andere Inseln anschauen“, sagte Onnen. Und auch Lammers kritisierte „zahlreiche Bausünden“. Insbesondere entlang der Zedeliusstraße sei in den vergangenen Jahren kaum Hochwertiges gebaut worden.

Über die vorgestellten Entwürfe werden die Wangerooger Ratsfraktionen am Dienstag, 20. März, in interfraktioneller Sitzung beraten, am Donnerstag, 22. März, wird im nichtöffentlichen Teil der Ratssitzung über den Abschluss der Optionsverträge entschieden. Danach könnte dann schon die Bauleitplanung für die Projekte beginnen.

 NWZTV zeigt einen Beitrag unter http://www.NWZonline.de/nwztv
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Re: Inselnachrichten 2012

Beitragvon Admin » 22. Mär 2012, 05:31

Demonstration gegen Bauvorhaben
aus NWZ-Online vom 22.03.2012

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Wangerooge - Im Vorfeld der Wangerooger Ratssitzung an diesem Donnerstag haben mehrere Wangerooger Bürger eine Demonstration gegen die Bauvorhaben an der Strandpromenade West angekündigt. Die Demo findet zu Beginn der nichtöffentlichen Sitzung gegen 19 Uhr vor dem „Schnigge“ statt.
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Re: Inselnachrichten 2012

Beitragvon strandwärter » 22. Mär 2012, 16:01

Heute in NDR 3 Aktuell um 21.45 Uhr " Demo gegen Fewos auf Wangerooge ".

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Re: Inselnachrichten 2012

Beitragvon strandwärter » 23. Mär 2012, 19:51

Offensichtlich hat der NDR, trotz Ankündigung im Internet, die Programmgestaltung geändert. Mal die nächsten Tage beobachten. Oder weiß jemand, ob der NDR überhaupt auf der Insel war !

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Re: Inselnachrichten 2012

Beitragvon Admin » 23. Mär 2012, 22:26

strandwärter hat geschrieben:Offensichtlich hat der NDR, trotz Ankündigung im Internet, die Programmgestaltung geändert. Mal die nächsten Tage beobachten. Oder weiß jemand, ob der NDR überhaupt auf der Insel war !

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Ein kurzes Video von der Demo habe ich auf NWZ-Online gefunden.

http://www.nwzonline.de/Video/Demonstra ... 84001.html
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Re: Inselpolitik

Beitragvon Admin » 24. Mär 2012, 09:11

Grünes Licht für Neubauten
aus NWZ-Online vom 24.03.2012

Strandpromenade Einstimmiger Beschluss des Gemeinderats für Hotel-Pläne

Demo auf Wangerooge gegen neue Eigentums-Ferienwohnungen
Die Ratsmitglieder suchten das Gespräch mit den Gegnern der Neubaupläne. Man nehme die Bedenken ernst.


von Melanie Hanz

Wangerooge - So einmütig wie am Donnerstagabend hat der Wangerooger Gemeinderat in den vergangenen zehn Jahren keinen Beschluss gefasst: Die sieben Mitglieder – Alexandra Büchen (Grüne) und Fritz Peters (BfW) fehlten – stimmten geschlossen für den Abschluss der Optionsverträge mit den Investoren zur Bebauung der „Filetgrundstücke“ an der westlichen Strandpromenade. „Wir sind ja sonst ein bunter Haufen, der eher kontrovers arbeitet“, freute sich Ratsvorsitzender Uwe Osterloh (SPD) über die Einstimmigkeit.

Damit ist der Weg für die beiden Investoren Wilfried Lammers (Ahaus) und Dirk Onnen (Oldenburg) frei, ihre Pläne für die Strandpromenade zur Baureife zu bringen.

Vor und während des nichtöffentlichen Teils der Ratssitzung demonstrierten rund 120 Wangerooger Bürger gegen die Pläne (die NWZ  berichtete). Mit Trillerpfeifen und Transparenten forderten sie insbesondere, dass keine weiteren Ferienwohnungen auf Wangerooge gebaut werden. Der Rat unterbrach seine nichtöffentliche Sitzung, um mit Sprechern der Demonstranten zu diskutieren.

„Wir haben Angst, dass wir unsere eigenen Wohnungen nicht mehr vermieten können“, sagte Anke Folkerts: „Wir fühlen uns von den Plänen überrannt.“ Klaus Brüggerhoff wies darauf hin, dass in den vergangenen 15 Jahren die Auslastung der Ferienwohnungen immer schlechter geworden sei. „Die Entwicklung ist dramatisch“, betonte er. Gerda Oldewurtel kritisierte, dass die Insel immer weniger Platz und Ruhe biete. „Das Boot Wangerooge ist voll“, sagte Gerd Gerdes. Er befürchtet, dass die Hotels in Eigentums-Ferienwohnungen umgewandelt werden könnten.

„Kein Teileigentum“
Bürgermeister Holger Kohls nannte solche Befürchtungen unbegründet: Zum einen werde die Gemeinde sicherstellen, dass die Hotels nicht als Teileigentum verkauft werden können, zum anderen würde ein neues Segment geschaffen, das zusätzliche Gäste auf die Insel bringt. Erwartet werden rund 60 000 Übernachtungen mehr.

Osterloh erläuterte, warum es die beiden geplanten Hotels nur mit dem Bau von Ferienwohnungen geben wird: Auf der zehn Jahre langen Suche nach Investoren habe sich gezeigt, dass ein Hotel mit 120 Betten auf Wangerooge nicht wirtschaftlich zu betreiben sei – das verhinderten die hohen Grundstückspreise und die um 40 Prozent höheren Baukosten. „Wir hätten den Investoren entgegenkommen und ihnen die Grundstücke schenken können – aber das kommt nicht in Frage“, sagte Osterloh. Deshalb wurden die Ferienwohnungen zur Gegenfinanzierung der Hotels genehmigt.

Osterloh verlas in der Ratssitzung außerdem eine Stellungnahme der Ratsmitglieder, mit der sie sich gegen persönliche Angriffe aus den Reihen der Gegner der Pläne wehrten. Bärbel Herfel (CDU) nannte es schlechten Stil, Ratsmitgliedern Befangenheit und Vorteilsnahme zu unterstellen. „Wir bemühen uns nach bestem Wissen und Gewissen, Wangerooge attraktiver zu machen“, betonte sie.

Wie berichtet, soll auf der Fläche des jetzigen Minigolf-Platzes ein Apart-Hotel mit 48 Apartments entstehen, anstelle der bisherigen Gemeinde- und Kurverwaltung sind ein Vier-Sterne-Plus-Hotel mit 100 Betten sowie daneben ein Gebäude mit Ferien-Eigentumswohnungen geplant. Am Ostrand der Polizeiwiese sollen weitere Eigentumswohnungen entstehen.

Die neue Gemeinde- und Kurverwaltung soll in einem rund 900 Quadratmeter großen Flügel des Apart-Hotels untergebracht werden. Der Steingarten, auf dem der Neubau des Rathauses geplant war, bleibt damit frei.


Besitzverhältnisse
Hintergrund dieses Konstrukts ist, dass das Land Anspruch auf einen Teil der Verkaufserlöse aus den Grundstücken hat: Wie Bürgermeister Kohls erklärte, geht der Erlös aus der Fläche der jetzigen Gemeinde- und Kurverwaltung komplett an die Gemeinde, der Erlös aus der Minigolf-Platz-Fläche würde zu 100 Prozent ans Land fließen. Da allerdings die Gemeinde die rund 1500 Quadratmeter, auf der die neue Verwaltung gebaut werden soll, nicht verkauft, reduziert sich der Betrag, der ans Land geht. Den Erlös der Polizeiwiese teilen sich Land und Gemeinde.

Aus dem Gemeindeanteil der Grundstückserlöse werden das neue Rathaus und ein neuer Minigolf-Platz gebaut – was übrig bleibt, dient zur Schuldentilgung.
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Bebauung Strandpromenade

Beitragvon keinereiner » 28. Mär 2012, 10:14

Ich bin normalerweise ja keiner der Innovationsfeindlich ist aber ich frage mich was da gerade stattfindet.
Nach dem was man so im Inselboten, der NWZ hier oder im Meckerbuch liest werde ich aber etwas skeptisch.
Ich frage mich ob die Gemeinde da nicht das Tafelsilber sinnlos verschenkt.
1 Apart-Hotel.: Klingt irgendwie, vorallem da es ein Projekt des ehemaligen Kaisehof-Invenstors ist, ziemlich nach nach erfolgloser
Startphase und anschliessender Vermarktung als ETW.

2 4 Sterne Hotel.:
War da nicht in der ursprünglichen Ausschreibung in der auch von einer Fachklinik die Rede war von einem 5-Sterne Haus die Rede ?
Nicht daß ich in sowas absteigen würde, ist weit jenseits meiner Möglichkeiten, aber das wäre zumindest ein Alleinstellungsmerkmal.
So geht das Ding in unmittelbare Konkurenz zu bereits etablierten Häusern wie dem UPS und der VIP, die verscherberln in der Nebensaison ihre
Betten doch schon zum Spottpreis bei eBay, oder verlosen diese gar für Nüsse.

Und dann auch noch die krudde Idee die Verwaltung selber zur Miete in einem Flügel des Apart-Komplexes unterzubringen.
So kann man natürlich dem Investor seinen Kaufpreis über kurz oder lang mit Zinsen wieder zurückzahlen. Und da das Geld nicht da ist wird das Geld für die Miete mit Krediten finanziert. Absolut absurd, und glatt einer Großstadt würdig.
Und ich dachte nur wir hier in den Großstädten wären mit einer solchen "Intelligentia" ausgestattet.

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Re: Bebauung Strandpromenade

Beitragvon Woogefan » 28. Mär 2012, 19:17

Ich denke entscheidend ist, dass es in Wangerooge weitergeht. Jeder Gast, der eine in Nebensaison subventioniertes oder verloste Unterkunft bucht, bringt die dringend benötigten Nebensaison-Gäste und weiter Kaufkraft für die Insel. Mehr Gäste in der Nebensaison führt dazu, dass mehr Restaurants und Geschäfte geöffnet bleiben, und das zieht dann vielleicht weitere Gäste an. So kann der Aufschwung anfangen.

Das grosse Jammern hier im Forum rührt doch primär daher, dass es einfach nicht funktioniert in den 3 Sommermonaten das Geld für das ganze Jahr zu verdienen. Die Beispiele Westturmcafe und Disco sprechen für sich.

Schön dass sich alle im Rat einig waren, das ist ein neues Zeichen das Hoffnung für die Zukunft macht. Ich hab Vetrauen in die Gemeindeverwaltung, dass die Umwandlung in Eigentumswohnungen verhindert wird.
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