Hafen / Westanleger

Nachrichten und Neuigkeiten rund um Wangerooge
AbonnentenAbonnenten: 0
LesezeichenLesezeichen: 0
Zugriffe: 4499

Re: Hafen / Westanleger

Beitragvon Admin » 17. Nov 2012, 13:16

Insel will Westanleger ausbauen
aus NWZ-Online vom 17.11.2012

Mehrheitlicher Beschluss – Projekt „Ortsnaher Hafen“ chancenlos

Wangerooge hat sich vom Projekt ortsnaher Hafen verabschiedet. Nun gilt es, die Hafenstruktur am Westanleger zu verbessern.

von Oliver Braun


Wangerooge - Wangerooges Gemeinderat hat sich nach kontroverser Debatte mehrheitlich für Maßnahmen am Westanleger zur Verbesserung der Hafenstruktur ausgesprochen und beschlossen, unverzüglich konkrete Planungen aufzunehmen. Gleichzeitig wurde das jahrelang diskutierte Projekt eines ortsnahen Hafens endgültig zu den Akten gelegt.

Der Beschluss, den einzig Rainer Janßen und Dr. Fritz Peters von der Wählergruppe „Bürger für Wangerooge“ (BfW) ablehnten, soll das Startsignal für Bahn und N-Ports sein, Gelder für Planung und Umsetzung des überschlägig rund 10 Millionen Euro teuren Vorhabens in ihre Etatplanungen aufzunehmen. Als grober Zeitrahmen für die Maßnahmen am Westanleger wurden die nächsten fünf bis sechs Jahre genannt.

Bürgermeister Holger Kohls nannte zuvor das Festhalten am ortsnahen Hafen zum einen wegen der mindestens dreimal so hohen Baukosten und zum anderen wegen Auflagen im Weltnaturerbe „illusorisch“. Auch Ratsvorsitzender Uwe Osterloh (SPD) erklärte, dass Wangerooge auf lange Sicht keine andere Chance zur Verbesserung der Personenbeförderung und des Gütertransports habe, wenn nicht der Ausbau am Westanleger vorangetrieben werde.

Osterloh, der sich einen einstimmigen Beschluss gewünscht hätte, ging mit den BfW-Vertretern hart ins Gericht: Wer dem Beschluss nicht zustimme, verhindere die Entwicklung Wangerooges. Für Peter Kuchenbuch-Hanken (Grüne) war klar: „Es ist niemandem geholfen, wenn wir dem chancenlosen Projekt ortsnaher Hafen hinterhertrauern.“

Wie mehrfach berichtet, haben Gemeinde, Schifffahrt und Inselbahn Wangerooge, der Wangerooger Yachtclub und die Reederei Warrings mit N-Ports sowie dem Ingenieurbüro Janssen ein Konzept für den Ausbau des Westanlegers vorgestellt.

Bisher ist am Westanleger aus Platzmangel eine Trennung von Personen- und Güterverkehr nicht möglich. Das führt zu langen Warte- und Umschlagzeiten beim Umstieg vom Schiff auf die Inselbahn. Hinzu kommen Probleme bei der Barrierefreiheit und fehlende Unterstellmöglichkeiten für die Passagiere. Zudem gibt es nur unzureichende Sandfänge, keinen Schutz der Gleise vor Sandeintrag und bei Hochwasser besteht die Gefahr von Überspülung.

Das Konzept für den Ausbau des Westanlegers sieht unter anderem eine Erhöhung der Kaianlage und eine Erhöhung des Gleisbetts zum Ort auf das dann bestehende Niveau am Westanleger vor. Zudem sollen barrierefreie Ein- und Ausstiege ermöglicht und die Gepäcklogistik neu geregelt werden.
Bild
Benutzeravatar
Admin
 
Beiträge: 1633
Registriert: 01.2011
Wohnort: Wangerooge
Highscores: 4
Geschlecht:

Re: Hafen / Westanleger

Beitragvon Admin » 17. Nov 2012, 13:19

Großer Schritt: Für Umbau des Anlegers
aus JeWo-Online vom 17.11.2012

Keinen einstimmigen Beschluss erreicht – Forderung: Deutsche Bahn muss mitziehen

Über das Thema wurde lebhaft diskutiert. BfW hätten lieber einen ortsnahen Hafen.


Aus dem Wirtschaftsministerium hatten Vertreter der Inselgemeinde in der vergangenen Woche die Aufforderung mitgebracht, sich in Sachen „Zukunftskonzept Hafen“ deutlich zu positionieren, dann könnten noch für das kommende Jahr Haushaltsmittel – für einen Umbau des Westanlegers – eingestellt werden. Am Donnerstagabend lag das Thema im Gemeinderat auf dem Tisch. Der Rat sprach sich in der öffentlichen Sitzung für die Verbesserung der Hafenstruktur am Westanleger aus. Die Hoffnung auf einen einstimmigen Beschluss erfüllte sich nicht, die beiden BfW-Ratsherren waren dagegen, sie sehen in einem ortsnahen Hafen die bessere Alternative.


Eine Modernisierung des Westanlegers ist längst überfällig. Trotz der vielen Gespräche, die die Wangerooger mit den Zuständigen führten, hat sich dort nichts bewegt – bis jetzt. Im August stellte Niedersachsen-Ports auf Wangerooge unter der Überschrift „Zukunftskonzept Hafen Wangerooge“ Pläne vor, wie sich der Westanleger den heutigen Anforderungen entsprechend ertüchtigen ließe. Auf der anderen Seite gibt es den Wunsch nach einem ortsnahen Hafen, für den sich immer die CDU und die BfW stark gemacht haben. Bei der Präsentation des Zukunftskonzepts räumten die N-Ports-Vertreter einem ortsnahen Hafen allerdings wegen der immensen Kosten und aus naturschutzrechtlichen Gründen keine Chance auf Realisierung ein.


Darauf verwiesen in der sehr lebhaften Aussprache auch noch einmal Bürgermeister Holger Kohls sowie die Sprecher von SPD und Grünen, die sich ganz klar für einen Umbau des Westanlegers aussprachen. „Ich bin Verfechter eines ortsnahen Hafens“, sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Jürgen Wiebach. Er habe aber erkennen müssen, dass es dafür keine Gelder gibt. „Ich trage den Beschluss für den Westanleger mit, damit es auf der Insel weitergeht“, erklärte Wiebach. Für die BfW sprach sich Rainer Janßen für einen ortsnahen Hafen aus. Seine Argumente gegen den Westanleger bezogen sich vor allem auf die Deutsche Bahn und ihre Gesellschaften. Denn bei einem Umbau des Anlegers müssten in der Folge auch Bahnhof und Gleisbett angepasst werden – eine Aufgabe der Bahn. „Ich bezweifle, dass die Bahn bereit ist, etwas zu ändern“, sagte Janßen. Seit Jahren würden Wünsche und Forderungen an die Bahn herangetragen, „und es passiert nichts“, sagte der BfW-Ratsherr. Ein ortsnaher Hafen sei die einzige Möglichkeit, sich von der Bahn zu trennen.


Die DB will sich offensichtlich erst äußern, wenn sich das Projekt Westanleger konkretisiert, berichtete Kohls aus einem Gespräch mit Bahnvertretern. Sie hätten aber erklärt, dass sie sich Veränderungen nicht verschließen würden. Die Bahn wolle natürlich Investitionssicherheit.


Ratsvorsitzender Uwe Osterloh (SPD) hatte eindringlich an alle Ratsmitglieder appelliert, in dieser Sache zusammenzustehen, damit endlich die dringend erforderlichen Verbesserungen im Personenverkehr und beim Gepäck- und Warentransport erfolgen. „Wer nicht zustimmt, verhindert die Entwicklung auf Wangerooge“, sagte er. „Wenn wir uns nicht für den Umbau des Westanlegers entscheiden, wird sich für uns und unsere Gäste dort über Jahre nichts ändern“, warnte Peter Kuchenbuch-Hanken (Grüne), ein ortsnaher Hafen sei unrealistisch, die Strukturverbesserung am Westanleger hingegen zukunftsweisend und „ein wirklich großer Schritt“.


In seinem Beschluss spricht sich der Rat für eine Verbesserung der Hafenstruktur am Westanleger aus und fordert, unverzüglich konkrete Planungen dafür aufzunehmen. Dabei sollen die Planer eine Reihe von Erfordernissen berücksichtigen. Dazu gehören auch Maßnahmen, die von der Bahn umgesetzt werden müssten, wie die Erhöhung des Gleisbettes auf das Niveau am Westanleger (wichtig bei Hochwasser), der barrierefreie Ein- und Ausstieg am Bahnhof, die Umstrukturierung der Gepäcklogistik oder die Modernisierung des Fuhrparks der Inselbahn.


Die Kosten für die Umgestaltung des Anlegers werden mit rund 14,3 Mio. Euro beziffert. Die von den Wangeroogern geforderte Erhöhung der Kaiflächen ist in der Summe nicht enthalten.
Bild
Benutzeravatar
Admin
 
Beiträge: 1633
Registriert: 01.2011
Wohnort: Wangerooge
Highscores: 4
Geschlecht:

Vorherige

Zurück zu "Wangerooge News"

 

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast