Neubau der Feuerwache

Nachrichten und Neuigkeiten rund um Wangerooge
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Re: Inselnachrichten 2012

Beitragvon Admin » 6. Aug 2012, 08:37

„Keiner hat den Mut, Fehler zuzugeben“
aus NWZ-Online vom 06.08.2012

Neue Feuerwache Debatte über kritische Transparente – Massiver Unmut

anz



Wangerooge - Die Transparente und Banner, die am Donnerstagmorgen am Bauzaun vor dem Feuerwehr-Neubau prangten, sorgen weiter für Debatten auf Wangerooge. Wie berichtet, kritisierten die Verfasser darauf Rat und Verwaltung für ihr Vorgehen: „Dieser Rat hat zu seinen Bürgern keinen Draht“, lautete etwa der Spruch auf einem Banner, ein anderer „Ruinenreste zu verkaufen – Stück 10 Euro“ und „Aber die ganz Schlauen werden anstatt Eigentum lieber Sandburgen bauen. Denn allen ist es doch bekannt, hier fließen Euros durch den Sand“ lautete ein weiterer Spruch.

Die Gemeinde- und Kurverwaltung hatte die Transparente noch am Donnerstag entfernt. Wie berichtet, hatte die Gemeindeverwaltung die Baustelle stillgelegt und dem beauftragten Bauunternehmer gekündigt, nachdem sich herausgestellt hatte, dass die Firma die Qualitätsmängel an Sohle und Gebäudeplatte nicht beheben kann.

Die Gemeinde will den Unternehmer in Regress nehmen. Die Mehrkosten für die neue Feuerwache, die ab 15. September mit einem neuen Unternehmer gebaut werden soll, belaufen sich auf rund 200 000 Euro.

„Jeder hier wusste, dass der Bauunternehmer das nicht stemmen kann“, sagt ein Wangerooger Bürger dazu. Er kritisiert, dass Gemeinderat und Verwaltung mit dem Argument, man müsse das billigste Angebot nehmen, sehenden Auge ins Unglück gelaufen seien. „Und solchen ,Entscheidungsträgern‘ soll man noch trauen?“, fragt er mit Blick auf die Hotelpläne mit Ferienwohnungen für die Strandpromenade West: „Wenn wenigstens der Mumm da wäre zu sagen: Wir haben Mist gemacht, wir lernen daraus – aber nicht einmal den bringen Rat und Verwaltung auf“, bemängelt der Insulaner.

Auch Dr. Annett Gabriele Rehfeldt, direkte Nachbarin der Feuerwehr-Baustelle, schüttelt angesichts der Zustände nur noch fassungslos den Kopf: „Die Gemeindevertreter verfügen selbstherrlich über die Inselbelange und es werden Fakten geschaffen, die schon gar nichts mit dem Wohl der Insel zu tun haben“, sagt sie: Die Geschichte um den Feuerwehr-Bau sei ein abschreckendes Beispiel für viele ähnliche „Baustellen“ auf Wangerooge.

Schon bei der Einrichtung der Baustelle sei alles, was üblich und notwendig gewesen wäre, aus Geldmangel missachtet worden – Sand und Dreck flogen durch die Gegend und es habe noch nicht einmal eine Toilette für die Bauarbeiter gegeben. „Von Bauaufsicht war nichts zu sehen oder zu merken“, so Rehfeldt.

Die Stilllegung der Baustelle zuletzt sei für Beobachter der Zustände keineswegs überraschend gewesen. „Bis dahin hat die Gemeinde einen mehrstelligen Eurobetrag versenkt, Natur zerstört und mit Vehemenz versucht, uns von der Insel zu vertreiben“, ärgert sich Gabriele Rehfeldt.
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Re: Inselnachrichten 2012

Beitragvon Admin » 8. Aug 2012, 08:27

„Bauüberwachung war und ist gewährleistet“
aus NWZ-Online vom 08.08.2012

Neue Feuerwache Bürgermeister Holger Kohls weist Vorwürfe zurück

anz


Wangerooge - Im Streit um die Baustelle der neuen Feuerwache auf Wangerooge – auch schon betitelt als „neue Feuerwehr-Ruine“ – hat Wangerooges Bürgermeister Holger Kohls die Kritik an Rat und Verwaltung zurückgewiesen: „Wenn keine Fehler gemacht wurden, kann man auch keine zugeben“, sagte er am Dienstag.

Der Vorwurf, der Auftrag sei an das Unternehmen mit dem „billigsten Angebot“ vergeben worden, sei falsch, betonte er: „Fakt ist, dass nach öffentlicher Ausschreibung dem Bieter der Zuschlag zu erteilen ist, der das wirtschaftlichste Angebot abgegeben hat. Das wirtschaftlichste Angebot muss dabei nicht das günstigste Angebot sein“, so Kohls. Da die Wangerooger Firma nach Prüfung der Angebote durch Gemeindeverwaltung und Planungsbüro sowie Landkreis Friesland das wirtschaftlichste Angebot abgegeben habe, musste ihr der Bauauftrag erteilt werden. „Insoweit waren Rat und Verwaltung der Gemeinde in ihrer Entscheidung gebunden“, betont Kohls. Da sei die Bemerkung, dass jeder wusste, dass die Maßnahme nicht vom beauftragten Unternehmen zu stemmen sei, im nachhinein wenig hilfreich.

Zu den von Unbekannten mit einer Transparente-Aktion am Bauzaun kritisierten Mehrkosten von rund 210 000 Euro nahm Kohls ebenfalls Stellung: Demnach beläuft sich der Schaden aus der mangelhaften Ausführung von Sohlplatte und Fundament der neuen Feuerwache auf 59 000 €Euro.

Der nächstgünstige Bieter im Ausschreibungsverfahren hatte den Bau der neuen Feuerwache für 210 000 Euro mehr als das günstigste Angebot angeboten – er wird offenbar nun die Feuerwache ab September bauen. „Ein neues Ausschreibungsverfahren hätte voraussichtlich zu noch höheren Kosten geführt, da zwischenzeitlich Preissteigerungen zu verzeichnen waren“, sagte Kohls.

Er wies zudem die Kritik von Dr. Annett Gabriele Rehfeldt zurück, die Bauaufsicht sei mangelhaft gewesen: „Die Bauüberwachung war und ist gewährleistet“, betonte Kohls. Die Bauaufsicht beinhalte aber nicht, dass täglich von morgens bis abends die Baustelle zu überwachen sei.
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Re: Inselnachrichten 2012

Beitragvon keinereiner » 9. Aug 2012, 19:18

Naja, ich finde die Aussage des BGM die Bauüberwachung wäre gewährleistet in der NWZ schon etwas weit aus dem Fenster gelehnt.
Gut der Mann versuch seine "Untergebenen" zu schützen, das kann man Ihm nicht wirklich übel nehmen.
Aber der Mitarbeiter der Verwaltung der für die Bauaufsicht auf dieser Insel zuständig ist scheint von Taubheit, Blindheit und einer Wärmeempfindunsgsstörung geschlagen zu sein.
Und er muss wohl auch an einer Gehbehinderung leiden die Ihn daran hindert seine Amtsstube zu verlassen.
Sorry, wenn das jetzt ein wenig sehr hart klingt, aber bei den ganzen Fehlern der vergangenen Jahre die sich diese Bauaufsicht geleistet hat kann man aus Aussenstehender entweder nur von
oben genannten Punkten oder von leichter Schmierbarkeit ausgehen.
Keiner fordert, daß der den ganzen Tag auf der Baustelle rumsteht, aber auch ein Laie hätte sehen müssen, daß Beton der geforderten Qualität mit den an Ort und Stelle gegebenen Mitteln nicht realisierbar war (Er wurde offenbar vor Ort in kleinen Mengen gemischt, womit ein durchgehender Guß nicht möglich ist.
Die Tatsache daß man für eine Aufstockung des Hauses Wittenberg eine Baugenehmigung benötigt ist an dem auch vorübergegangen, schliesslich ist die Investorin Anwalt für Baurecht und weiss was sie tut. (Jetzt gammelt seit geschlagenen 2 Jahren ein ehemals sogar schönes Haus als Ruine vor sich hin.)
Beim Piraten zwitscherten die Vögel noch während der Rohbauphase (die den damaligen Pächter der Gaststätte seine Existenz gekostet hat , ich sage nur Wassereinbruch) ganz laut von den Dächern, daß der Bau zu hoch wird.
Jeder der da in der Zeit Ostern / Herbst 2011 vorbeigelaufen ist hat am Schattenwurf (und der fehlenden Wärme) gemerkt daß der Bau höher wird als das Ups. Nur besagte Bauaufsicht hat das erst gemerkt, als nicht der Dachstuhl stand, nein, erst als das Gebäude fertig eingedeckt war, und bereits verputzt.
Da kann man sich doch tatsächlich fragen ob der oder die Gute ein Jahr lang in der Amtsstube geschlafen hat.
Da tönnt der Bgm. ganz laut rum der Investor muss das Stockwerk zurückbauen, im Hinterzimmer wird aber wahrscheinlich schon mit der Strafzahlung kalkuliert.
Da man offenbar versäumt hat eine entsprechende Anzeige oder gerichtliche Verfügung zu erwirken, denn wie ich nun selber auf der Insel feststellen durfte wird in der oberen Etage kräftig gearbeitet, und möbliert. Die ersten Neueigentümer ziehen offenbar ein. Nur der geschundenen Bürgerinitiativen-Seele ist nicht zuzumuten daß man sich in der Gemeinde wohl klammheimlich über diese Überbauung freut, da man mehr Bettensteuer und Zweitwohnungssteuer abgreifen kann.

Ich frage mich dann was man noch bei den Bauten von Onnen und Konsorten zu erwarten hat...
Zuletzt geändert von keinereiner am 22. Aug 2012, 10:27, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Inselnachrichten 2012

Beitragvon Gastaufwooge » 14. Aug 2012, 20:22

BM Kohls hat festgestellt, dass die Baufsicht gewährleistet ist, das heißt aber doch nicht, dass er oder seine Leute die Aufsicht durchgeführt haben. Es würde mich wundern, dass die Aufsicht von der kleinen Gemeinde Wangerooge geleistet werden kann.

Ein Blick in § 63 der Landesbauordnung könnte aussagen, dass der Landkreis Jever die Bauaufsicht durchführt:

§ 63
Bauaufsichtsbehörden

(1) 1 Die Landkreise, die kreisfreien und die großen selbständigen Städte nehmen die Aufgaben der unteren Bauaufsichtsbehörden wahr; die Zuständigkeit der selbständigen Gemeinden wird ausgeschlossen (§ 17 Satz 1 des Niedersächsischen Kommunalverfassungsgesetzes). 2 Oberste Bauaufsichtsbehörde ist das Fachministerium.

(2) 1 Die oberste Bauaufsichtsbehörde kann auf Antrag die Aufgaben der unteren Bauaufsichtsbehörde einer Gemeinde übertragen, wenn sie mindestens 30000 Einwohnerinnen und Einwohner hat und die Voraussetzungen des § 64 erfüllt.

Die Beschimpfungen würden demnach an die falsche Person gehen.
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Re: Inselnachrichten 2012

Beitragvon keinereiner » 14. Aug 2012, 21:26

@Gastaufwooge

Wenn Dein Beitrag eine Antwort auf meinen Beitrag sein soll so will ich nun auch darauf Antworten.

Bitte nicht falsch zu verstehen, ich will hier nicht über den Bürgermeister schimpfen, daß er nicht die Bauaufsicht gemacht hat.
Das was mich stört ist der Ton den er jetzt zu diesem Thema anschlägt, ohne wirklich zu handeln.
Was bringt das nach aussen zu erzählen man würde auf dem Rückbau bestehen, auf der anderen Seite aber noch nicht einmal zu versuchen das weitere Arbeiten und den Bezug der Räume
gerichtlich zu unterbinden. Gut bin da zu sehr juristischer Laie. Aber dann würde ich die Info mit dem Rückbau, wie so manch andere auch, für mich behalten und mich erst dann melden wenn ich weiss
daß ich tatsächlich eine juristische Handhabe hab.

Mit Bauaufsicht meine ich aber hier nicht die offizielle Bauaufsicht, sondern eher den gesunden Menschenverstand. (Und den kann man von jedem Verwaltungsbeamten und Angestellten erwarten der an solchen Bauten täglich vorbeirennt) Kein Gesetz (auch die oben zitierten Passagen) untersagt es der Gemeinde bei Auffälligkeiten die Bauaufsichtsbehörde zu informieren und damit die Sache rechtzeitig prüfen zu lassen. Dieses ist ja im Falle des Piraten auch geschehen, nur leider erst als der Zug abgefahren ist, und das ist halt das was ein Gschmäckle hat.
Gleiches gilt für die Feuerwehr, schon bei Beginn der Arbeiten muss doch zu sehen gewesen sein, daß dort keine Kolonne Betonmischer steht, und damit ein durchgehender Guß nicht möglich ist.
Man hätte schon bei Beginn der Betonierarbeiten Proben veranlassen müssen. (Hat die Gemeinde ja auch selbst veranlasst, nur zu spät.) Damit wären die Kosten sowohl für den Unternehmer als auch für die Gemeinde geringer geworden.
Ja und bei Wittenberg hat die Gemeinde der Investorin grünes Licht gegeben, ohne sich vorher beim Kreis zu informieren. Dabei sollte jedem klar sein daß selbst der Bau einer Gaube auf einfachen EFH einer Baugenehmigung bedarf, nicht nur einer Bauanzeige. Das gilt für eine Entkernung und Aufstockung erst recht.

Wie gesagt mein Text sollte kein Angriff auf den BGM sein, sondern auf generelle Abläufe in der (Kommunal)Politik. Er macht ansonsten ganz sicher einen guten Job, aber hier ist aus meiner persönlichen Sicht das Zurückweisen jedweder Fehler (Ich rede hier bewusst nicht über Schuld) nicht angebracht. Leider neigt unsere alternativlose Politik mittlerweile dazu das päpstliche Unfehlbarkeitsdogma auf sich auszudehnen.
Politiker und Verwaltungen müssen nur irgendwann einsehen, daß auch sie Fehler machen, und nicht immer nur die Anderen schuld sind.
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Re: Inselnachrichten 2012

Beitragvon Gastaufwooge » 15. Aug 2012, 14:59

@Keinereiner
Ob der BM einen guten Job macht, weiß ich nicht. Ich sehe viel zu wenig von Wooge, um das beurteilen zu können. Wir reden immerhin von einer sehr kleinen Gemeinde und entsprechend kleiner Verwaltung. Die Beschäftigten dieser Verwaltung, die vermute ich mal nichts mit Bauen zu tun haben, werden nicht beurteilen können, ob wie beim Feuerwehrhaus nachher festgestellt wurde, der Beton ordnungsgemäß gegossen wurde. Als Laie, und das sind die Veraltungsbeschäftigten steht man davor und kann nichts erkennen. Fachleute prüfen den Beton im nachhinein. Und da stimmte die Güte nicht, glaube ich. Beim Haus Wittenberg hätte die Besitzerin wissen müssen, dass Genehmigungen erforderlich sind. Da kann auch kein Beschäftigter der Gemeinde was anderes sagen. Und die zuständige Bauaufsichtsbehörde in Jever ist ja offensichtlich gegen den Bau eingeschritten. Warum da seit 2009 nichts mehr läuft, könnte auch an den Bauherren liegen. Vielleicht haben die aufgegeben. Warum der BM wegen des zu hohen Baus einen Gerichtsbeschluss erwirken will, kann ich nicht ekennen. Es war veröffentlicht worden, dass die Gemeinde und der Kreis sich über die Höhe uneinig sind. Es ging da um zwei verschiedene Messpunkte. Wenn gegen die Baugenehmigung verstoßen wurde, ist es Sache des Kreises sich dagegen zu wehren.
Wenn ich versuche, Kritiken an öffentlichen Verwaltungen auf eine sachliche Ebene zu ziehen, liegt das bestimmt daran, dass ich 40 Jahre bei einer Großstadtverwaltung im Ruhrgebiet gearbeitet habe. Gleichzeitig war auch einige Jahre in meiner Heimatstadt in politischen Gremien tätig.
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Neubau der Feuerwache

Beitragvon Admin » 1. Sep 2012, 09:02

„Uns werden Fehler zugeschoben“
aus NWZ-Online vom 01.09.2012

Bauunternehmer weist Vorwürfe zurück

Wangerooge - Im Streit um den missglückten Neubau der Feuerwache Wangerooge hat sich der Wangerooger Bauunternehmer Georg Albers gegen Vorwürfe gewehrt, er allein habe beim Neubau Fehler gemacht. „Uns werden Fehler zugeschoben, die wir gar nicht zu verantworten haben“, betont Albers in dem Schreiben.

Wie berichtet, hatte die Gemeinde Ende April einen Baustopp für die Feuerwache verhängt, weil Mängel an Sohlplatte und Fundament festgestellt wurden. Im Juni wurde dem Bauunternehmer dann der Auftrag entzogen: Am 15. September soll die Feuerwache durch einen neuen Unternehmer weitergebaut werden (die NWZ  berichtete).

Wie Albers berichtet, hat er sein Haus verkauft, um den Abriss des Fundaments zu finanzieren und den Rohbau der Feuerwache ausführen zu können. Dabei habe ein Statiker zuvor errechnet, dass der Mangel an der Platte durch eine weitere Betonschicht behoben werden könne.

Georg Albers erhebt schwere Vorwürfe gegen Wangerooges Bürgermeister Holger Kohls und Torsten Zoeke von der Firma IBZ, der mit der Bauaufsicht beauftragt war: Die Preise für die Bauausführung seien schon im Ausschreibungsverfahren festgelegt und ihm übermittelt worden, sagte Albers.
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Re: Inselnachrichten 2012

Beitragvon Gastaufwooge » 2. Sep 2012, 18:58

Was ist das für ein Vergabverfahren? Wie können Preise bereits in der Ausschreibung festgelegt werden und dabei auch noch so niedrig sein, dass kein anderer Bieter darunter bleibt? Das ist nicht nur ein grober Verstoß gegen das Vergaberecht. Meines Erachtens ist ein solches Verfahren zu Gunsten eines Bieters auch nur möglich, wenn das Gebot der anderen bereits bekannt ist. Wollte der Bauaufsicht führende Zoeke den Abfallunternehmer gleichen Namens dadurch einen Vorteil verschaffen. Auch das ist doch ein sehr seltsames Verfahren. Aber in einem kleinen Dorf auf einer kleinen Insel scheint vieles möglich zu sein.
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Re: Inselnachrichten 2012

Beitragvon keinereiner » 2. Sep 2012, 21:49

Ich könnte mir auch noch eine viel fiesere Variante vorstellen, warum man unrealistische Preise vorgibt.
Denn 130 000 sind kein Pappenstiel, ein Unterbieten um wenige Tsd € hätte auch genügt um die Vergabe an diesen Unternehmer vornehmen zu können.
Man muss sich diese Summe einfach mal vor Augen führen. Das sind mal eben annähernd 8% der gesamten veranschlagten Baukosten.
Und wir reden bei den Arbeiten die der Unternehmer ausführen sollte nicht über einen Schlüsselfertigbau, sonderl lediglich um die Rohbauarbeiten.
Wenn ich aber 90Tsd. aus Vertragserfüllungsbürgschaft als Grundlage nehme und dort die Üblichen 10% ansetze dann war der Auftragswert lediglich 900000 €
Das nächste Gebot folgerichtig bei ca 1,03 Mio
Was dann bedeutet daß der Unternehmer rund 13% unter dem Gebot der Konkurenz geblieben ist. Angenommen die Preise wären nicht geschoben,
dann hätte das der Bauherr oder der zuständige Bauplaner als unseriös verwerfen müssen, da eine solche Differenz schlicht unrealistisch ist.

Und wenn man bedenkt, daß der noch genötigt worden sein soll bewusst höhere Entsorgungspreise zu zahlen, dann könnte man unterstellen daß man
evtl. garnicht versucht hat diesen Unternehmer zu bevorteilen, sondern ihn entgültig aus dem Weg zu räumen. Um evtl. einen Bieter aus dem eigenen Dunstkreis
und ein Aufstocken der Finanzierung (Kassenkredite) durchzudrücken.
Mich würde nicht wundern wenn jetzt ein Unternehmen aus dem Netzwerk "Oldenburger-Baukompetenz" den Zuschlag erhalten hat.
Gibt es an der Baustelle schon ein entsprechend korrigiertes Baustellenschild ?
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Re: Inselnachrichten 2012

Beitragvon Admin » 5. Sep 2012, 08:21

Feuerwache: Ermittlung läuft an
aus NWZ-Online vom 05.09.2012

Wangerooge - Der Wangerooger Bauunternehmer Georg Albers hat Unterlagen zum Ausschreibungsverfahren für den Bau der neuen Feuerwache an die Staatsanwaltschaft übergeben. Das teilte er auf Nachfrage der NWZ  mit. Albers wirft Insel-Bürgermeister Holger Kohls und Torsten Zoeke von der Firma IBZ vor, die Ausschreibung manipuliert zu haben. Albers sagt, ihm sei das Leistungsverzeichnis, das zuletzt den Zuschlag erhielt, komplett mit Preisen für die einzelnen Gewerke übermittelt worden.

Torsten Zoeke teilte mit, er werde nicht zu den Vorwürfen, die Albers gegen ihn erhebt, Stellung nehmen. Bürgermeister Holger Kohls wird sich zunächst anwaltlich beraten lassen. „Das ist alles Unsinn“, sagte er.
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