Anno dazumal und es war einmal

Wer kann eine schöne Geschichte von damals erzählen?
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Anno dazumal und es war einmal

Beitragvon Maya Mitsume » 29. Feb 2012, 15:10

Hi

hab mal ne Frage, wer weiss noch wann diese Lok fuhr?

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Re: Anno dazumal und es war einmal

Beitragvon Maya Mitsume » 29. Feb 2012, 18:46

Mein Recherchenergebniss:
(falls ich falsch liegen sollte, bitte berichtigt mich. Danke)

Das Bild stammt, nach angaben der Bahnangestellten, vom Frühjahr/Sommer 1984. Damals fuhr
die Rumänische Diesellok (Bj unbekannt) neben den Gütertransport auch die Personenwagen.

An den ersten erkennt man noch den Werbeaufdruck von der "Kugelbake" (jetziges Strandläufer (seit 2004 geschlossen))

...

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Re: Anno dazumal und es war einmal

Beitragvon Admin » 29. Feb 2012, 19:47

Eine Rumänen-Lok ist das nicht, die gab es 1984 noch nicht.

Hier eine Rumänen-Lok zum vergleich:

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Lok 399 105-6
Hersteller: Faur, Rumänien
Fabrik-Nr.: 25665
Typ: L18H-C
Achsfolge: C-dh
Spurweite: 1000 mm
Baujahr: 1990

Die Lok 399 105-6 wurde 1990 an das VEB Mansfeld-Kombinat Wilhelm Pieck für die August-Bebel-Hütte Helbra ausgeliefert, wo sie aber nicht mehr im Einsatz kam. 1992 wurde sie zusammen mit einer baugleichen Lok von der Deutschen Bundesbahn für den Einsatz auf Wangerooge gekauft.
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Re: Anno dazumal und es war einmal

Beitragvon Admin » 29. Feb 2012, 22:00

Vielleicht findest du hier eine Antwort auf deine Frage.
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Re: Anno dazumal und es war einmal

Beitragvon Salzufler » 9. Mär 2013, 16:57

Lieber ein Boot als Bildung
Die Gemeindeväter von Wangerooge halten nicht viel von ihrem Gymnasium

-aus ZEIT- online:
Auf der östlichsten der ostfriesischen Inseln ist der Kurgast König. Wangerooge, „die Perle der Nordsee“, wirbt als „Insel ohne Kraftfahrzeuglärm“. Dem niedersächsischen Staatsbad verordnete Kurdirektor Willy Boberg Ruhe als oberstes Gebot.

Doch das Geschäft mit der Stille bedroht die Insel mit der Grabesruhe einer pädagogischen Provinz. Zwar steht auf Wangerooge Deutschlands einziges staatliches Inselgymnasium, aber in der Gemeindeverwaltung ist man über diese Einmaligkeit nicht recht froh. Kurpromenade und Liegekörbe bringen mehr Geld in den Gemeindesäckel als Schultafel und Bleistiftspitzer. Ein Insulaner: „Wenn es ums Geld geht, können wir rechnen. Dazu brauchen wir kein Abitur.“

Die Wangerooger Rechnung ist einfach: Mit etwa 250 Schülern ist das Inselgymnasium in seinen verschiedenen Fachbereichen arbeitsfähig; aber nur rund neunzig Einheimische besuchen diese höhere Schule; der Bestand des Gymnasiums ist demnach von zusätzlichen auswärtigen Schulbesuchern abhängig. Auswärtige Schüler aber, so folgert man in der Kurdirektion, nehmen den besser zahlenden Kurgästen die Urlaubsbetten weg. Ihre Lösung: Die Schule muß von der Insel verschwinden.

Den Ostfriesen genügen das kleine Einmaleins und große Ideen. Dumm, aber reich – diesem Vorwurf wollen sie sich jedoch nicht ausgesetzt sehen. Kurdirektor Bobert und Bürgermeister Janßen bosselten deshalb einen Wangerooger Bildungsplan zurecht: Den Schülern vom sechsten Schuljahr an soll nach einem mehrstündigen Schulweg mit Boot und Bus das „Bildungsangebot auf dem Festland erschlossen“ werden. Man verschwieg aber, daß im Kreis Friesland die Klassenfrequenz der zwei Gymnasien bereits heute bei 28 Schülern liegt und der Lehrermangel – im Unterschied zum Inselgymnasium – nahezu katastrophal ist. Dafür stellte man aber den geschäftstüchtigen Wangeroogern eine neue Inselattraktion in Aussicht: eine tidefreie, von Ebbe und Flut unabhängige Schnellverbindung zwischen Wangerooge und Jever – ein Luftkissenboot. Kurdirektor Boberg war überzeugt: Ein rasantes Boot erfreut mehr Feriengäste als der kostspielige Bau eines notwendigen Schülerheims.

Die Eltern der betroffenen Schüler aber sind empört: „Eine Bildungsplanung aus der Wattperspektive“, schimpfen sie, „der Standpunkt der Gemeindeverwaltung liegt unter Null.“ Und in einem Hilferuf an den niedersächsischen Kultusminister Langeheine schrieb Kapitän Carl Borm, Vorsitzender des Vereins der Ehemaligen und Freunde des Inselgymnasiums: „In einem niedersächsischen Staatsbad kann man eine öffentliche Schule doch nicht nur als Erwerbsunternehmen für Privatleute betrachten!“

Gerade die auswärtigen Kinder aus allen Teilen der Bundesrepublik können nicht „irgendwo“ zur Schule gehen. Es sind vor allem klimageschädigte Schüler, Kinder mit langwierigen allergischen Erkrankungen wie Bronchialasthma, Neurodermitis oder Heuschnupfen, bei denen sich nur unter dem günstigen Reizklima der Nordsee heilende Linderung einstellt und die erst dadurch zu einer erheblichen Steigerung ihrer körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit gelangen. Kapitän Borm, dessen Sohn seit sieben Jahren aus gesundheitlichen Gründen das Wangerooger Gymnaisum besucht: „Für Blinde, Taube und geistig Behinderte gibt es Sonderschulen, klimageschädigten Kindern aber wird noch immer .jede Chancengleichheit verwehrt.“

Zusammen mit dem Leiter des Inselgymnasiums, Wilhelm Grote, und den beiden Inselpfarrern steuerte deshalb Kapitän Borm mit Volldampf in die Offensive. In einer Denkschrift zeigte das ideenreiche Team nicht nur die Berechtigung, sondern auch die Notwendigkeit einer gymnasialen Sonderschule auf Wangerooge auf. Pläne für einen Internatsbetrieb wurden entwickelt; die „Freunde des Inselgymnasiums“ boten sich als Bauträger an.

„Wenn die Verwaltung des Staatsbades Wangerooge der Aufgabe, Träger einer gymnasialen Sonderschule für langwierig erkrankte Kinder zu sein, moralisch nicht gewachsen ist, dann müßte doch das Land Niedersachsen seinen sozialen Verpflichtungen nachkommen.“ Dieser Appell blieb in Hannover nicht ungehört. Finanzminister Kubel erklärte sich im September bereit, eine Ausfallbürgschaft für die Finanzierung des Baus eines Internats zu geben, und Kultusminister Langeheine gab in der letzten Woche in einem halbstündigen Gespräch den Wangerooger Kämpfern seine Zustimmung zur Errichtung des Oberstufenkollegs. Zusätzlich erhält die Inselschule noch einen Realschulzweig.

Im Kampf um die Chancengleichheit kranker, aber befähigter Kinder vor allem wenig begüterter Eltern ging die vorletzte Runde an Kapitän Borm und seine Mitstreiter. Das letzte Wort haben jetzt die dreizehn Inselratsherren. Den Wangerooger Kur-Fürsten aber bleibt neben dem Traum vom Luftkissenboot vorerst nur die Gewißheit: Sie müssen auch in Zukunft mit der Bildung leben. Sepp Binder
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Re: Anno dazumal und es war einmal

Beitragvon Salzufler » 23. Dez 2013, 13:00

Geschichte
Letzte Mauern fallen an Heiligabend


-aus NWZ-
Vor 99 Jahren wurde der alte Wangerooger Westturm weggesprengt – Vorbereitung auf Krieg
Eine erste Sprengung wurde am 23. Dezember 1914 gezündet. Der Westturm hatte 317 Jahre lang die Silhouette der Insel geprägt.
von Theo Kruse


Wangerooge - Weihnachten vor 99 Jahren war für die Insulaner denkwürdig: Der alte Wangerooger Westturm wurde dem Erdboden gleich gemacht. Es gibt heute niemanden mehr, der sich daran erinnern könnte. Eine angeblich bevorstehende Invasion im Rahmen des Ersten Weltkriegs, der im August ausgebrochen war, und die navigatorische Bedeutung der alten Landmarke veranlassten die kaiserliche Marine damals, den Turm umzulegen.

Eine erste Sprengung wurde am 23. Dezember 1914 gezündet. Heiligabend besiegelte die zweite Sprengung das Schicksal des Turms, der 317 Jahre lang die Silhouette des Eilandes geprägt hatte.

Der Bau des „großen Seeturms“, der erst viel später als Westturm bezeichnet wird, begann 1597. Die Insel war mit der Herrschaft Jever zum Oldenburger Land gekommen und Graf Johann folgte einem mehrfach geäußerten Wunsch der Bremer Kaufmannschaft, als er den Bau anordnete.

Einweihung 1602

Steine waren damals Mangelware. Inselforscher Hans-Jürgen Jürgens vermutet, dass die Steine der allerersten Nicolai-Kirche, die vermutlich beim Kloster Hude gebrannt worden sind, beim Turmbau Verwendung fanden. Der Turm war 54 Meter hoch; der Grundriss 11,8 mal 9,40 Meter; die Baukosten betrugen 24 000 Taler.

Mit der Einweihung der Kirche am 13. Oktober 1602 war er fertig. Die (zunächst) zwei Spitzen standen genau in Nord-Süd-Richtung und ermöglichten den Schiffen das Einsegeln in die Weser.

Politischer Hintergrund des für damalige Zeiten gewaltigen Baus war der Anspruch des Oldenburger Grafen auf den Weserzoll, der ihm 1623 zugestanden wurde. Dabei wurde Oldenburg verpflichtet, im Wangerooger Seeturm eine „immerwährende Leuchte“ zu unterhalten. Ab 1624 wurde in der nachträglich eingebauten Mittelspitze ein Rübölfeuer gezeigt. Das war das erste Leuchtfeuer an der deutschen Nordseeküste.

Über die Jahrhunderte diente der „große Seeturm“, der inmitten des alten Insel-Dorfes stand, verschiedenen Zwecken. Im ersten Stock war die Kirche untergebracht, die über 90 Sitzplätze verfügte. Darunter lagerte Strandgut. Über der Kirche befanden sich noch vier Stockwerke, dort war eine Zeit lang die Wohnung des Lampenwärters eingerichtet. Zu anderen Zeiten diente der Turm als Kaserne der anhaltinischen Garnison und der französischen Besatzung als Wachlokal.

Einsam am Strand

Nach der Weihnachts- und Silvestersturmflut 1854/55 stand der Westturm einsam am Strand. Die Häuser der Insulaner waren zumeist zerstört oder schwer beschädigt. Nach und nach siedelten die Wangerooger in das heutige Dorf über. Im Berliner Reichstag kam der Westturm 1913 noch einmal zur Sprache, weil die Marine den Turm schwarz teeren wollte. Der Abgeordnete Ahlhorn verwahrte sich gegen diese „beabsichtigte Verschandelung“.

Vor 99 Jahren endete die Ära des alten Westturmes abrupt. Die zweite Sprengung wurde nötig, weil zwei Mauern stehen geblieben waren. „Die Schießbaumwolle hat nicht gezündet“, weiß Hans-Jürgen Jürgens.

Während offiziell eine mögliche Invasion als Vorwand für die Sprengung herhalten musste, gab es Gerüchte, wonach die Marine sich des Gemäuers auf diese Weise bequem entledigen wollte. „Doch als die Kriegeskunde der Welt den Frieden nahm, / da schlug auch seine Stunde, auch seine Stunde kam ./ Er ist als Held gefallen – wie mancher Held im Heer –/ Und traurig klang es allen: Der Westturm ist nicht mehr“, dichtete Fritz Strahlmann heroisch. Es sollte rund 20 Jahre dauern, bis die heutige Jugendherberge als historischer Nachbau errichtet wurde
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Re: Anno dazumal und es war einmal

Beitragvon Salzufler » 8. Mär 2014, 13:42

-aus NWZ-


Erster Weltkrieg
Als Briten im Wattenmeer spionierten


Im „Rätsel der Sandbank“ von Erskine Childers wird bereits 1903 ein Krieg befürchtet
Der Ire Erskine Childers vermaß um die Jahrhundertwende das Wattenmeer. Sein Roman wurde zum Segler-Kultbuch.
von Theo Kruse



Wangerooge - Der Ire Erskine Childers schrieb 1903 „Das Rätsel der Sandbank“. Das Segler-Kultbuch schildert packend die Rüstungsanstrengungen des Kaiserreichs an der ostfriesischen Küste – elf Jahre vor Beginn des Ersten Weltkriegs.

Der inzwischen mehrmals verfilmte Klassiker gehörte zur Pflichtlektüre des britischen Geheimdienstes und gibt Einblicke in die Denkweise jener Zeit. Er spielt im ostfriesischen Wattenmeer. Der Originaltitel lautet „Riddles of the Sands“ und ist das einzige Werk des Autors. Gleichwohl hat Childers damit ein Stück Literaturgeschichte geschaffen, gilt der Roman doch als erster Spionagethriller überhaupt.

Der passionierte Segler Arthur Davies bereist im Spätsommer des Jahres 1902 mit einem kleinen Segelboot „Dulcibella“ die Ostfriesischen Inseln. Er wird begleitet von seinem Freund Carruthers. In dem Roman wird ein Krieg des Deutschen Reichs mit dem britischen Empire vorhergesagt. Die beiden Engländer halten eine Invasion der Kaiserlichen Marine an der britischen Ostküste für wahrscheinlich.

Das Buch ist so realitätsnah, dass die britische Admiralität Flottenstützpunkte in Scapa Flow, Invergordon und am Firth of Forth aufstellt, wie der spätere Premierminister Winston Churchill schreibt.

Davies und Carruthers kartieren das Wattenmeer und werden dabei von der deutschen Spionageabwehr beobachtet. Als sie die Aufpasser abschütteln wollen, gelingt ihnen das Husarenstück, mit ihrer „Dulcibella“ innerhalb einer Tide von Norderney nach Wangerooge zu segeln. „Den ganzen Nachmittag bis zur Dunkelheit erkunden wir die Harle, ein Loch zwischen Wangerooge und Spiekeroog; schwere Brandung draußen auf den Bänken . . . die beiden Inseln sind gräßlich öde . . . und der große Kirchturm an der Nordseite von Wangerooge steht tatsächlich im Wasser...“, notiert Davies im Logbuch.

Die Engländer machen Bekanntschaft mit dem zwielichtigen Schweden Dollmann und seiner reizenden Tochter Clara. Sie tafeln mit dem Kommandanten des deutschen Kanonenbootes „Blitz“, Fregattenkapitän von Brüning, auf Norderney und nötigen ihm mit ausgezeichneter Seemannschaft seinen Respekt ab.

Childers will am Vorabend des Ersten Weltkriegs vor der Gefahr einer deutschen Invasion warnen. Seine Romanfiguren erkunden verdeckt in Bensersiel und auf Memmert geheimnisvolle Manöver und kommen zu dem Schluss, dass die Deutschen allein aus den sieben Sielen zwischen Jade und Ems Truppentransporter für eine Invasion in Marsch setzen könnten. Die im Roman aufgestellten Theorien finden in der Admiralität ihrer Majestät starke Beachtung.

Zwei britische Marineoffiziere werden von „Riddles of the Sands“ so stark inspiriert, dass sie 1910 deutsche Militärstützpunkte auf Wangerooge, Borkum und Helgoland ausspionieren und sich am Kaiser-Wilhelm-Kanal (heute Nord-Ostsee-Kanal) umsehen. Wie in der Romanvorlage sind sie mit einem Segelboot unterwegs, werden festgesetzt und vom Reichsgericht in Leipzig zu vier Jahren Festungshaft verurteilt. 1913 vom Kaiser begnadigt, nehmen sie wieder den Dienst in der Royal Navy auf.
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