Für Nostalgiker

Wer kann eine schöne Geschichte von damals erzählen?
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Re: Für Nostalgiker

Beitragvon Salzufler » 2. Mai 2013, 16:32

-aus WHZ-
Nachrichten » Eine Insel mit Durchgangsbahnhof


Gestern und Heute - 26.04.2013



Eine Insel mit Durchgangsbahnhof


In Höhe des heutigen Rosengartens an der Zedeliusstraße befand sich bis 1906 der erste Bahnhof.


Die Wangerooger Inselbahn ist eine der drei letzten deutschen Schmalspurbahnen mit Güterverkehr. 1897 wurde sie in Betrieb genommen.


Von Hartmut Siefken



Wangerooge - Dreieinhalb Kilometer ist die Strecke vom Westanleger bis zum Bahnhof lang. Rund 20 Minuten braucht der Zug.



Der Betrieb der Inselbahn begann mit Dampfloks, die 1952 durch Dieselloks ersetzt wurden. Der erste Bahnhof befand sich an der Zedeliusstraße in Höhe des heutigen Rosengartens.



1906 wurde der noch heute bestehende große Bahnhof gebaut, der für fünf Jahrzehnte der einzige Durchgangsbahnhof auf einer deutschen Insel war. Denn von 1905 bis 1958 gab es auch den Ostanleger, über den ein erheblicher Teil des Reiseverkehrs abgewickelt wurde.



Ein Nebengleis führt noch heute zur „Saline“ und zum Bauhof des Wasser-und Schifffahrtsamtes im Westen. Es diente während der Kriege zur Versorgung der Geschützbatterien. Wangerooge hatte zum Schutz des Kriegshafens Wilhelmshaven große militärische Bedeutung.



Gebaut wurde die Inselbahn von der Großherzoglich Oldenburgischen Eisenbahn (GOE). 1920 wurde sie von der Deutschen Reichsbahn übernommen, und seit 1952 wird sie von der Deutschen Bundesbahn betrieben.
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Re: Für Nostalgiker

Beitragvon Salzufler » 2. Mai 2013, 16:34

-aus WHZ-
Nachrichten » Der Wangerooger Westturm zwischen Seezeichen und Zufluchtsort



Gestern und Heute - 27.04.2013



Der Wangerooger Westturm zwischen Seezeichen und Zufluchtsort





Der alte Wangerooger Westturm von 1602 wurde 1914 abgerissen.





Zuvor war er zwischen den Dünen ein standfestes Wahrzeichen der Insel.




Eines der Wahrzeichen der Insel Wangerooge ist der Westturm. Sein Vorgänger stand hier über dreihundert Jahre - bis zu seinem Abriss.


Von Jürgen Peters



Wangerooge - Der alte Westturm wurde von 1597 bis 1602 als Seezeichen gebaut. Graf Johann von Oldenburg ließ ihn auf Bitten der Bremer Seehandelskaufleute errichten. Die Seeleute hatten sich bis dahin nach der Turmruine der Inselkirche gerichtet, doch die war 1595 endgültig eingestürzt.


Der Bau wurde dem „Murmeister Berent Cappelmann“ aus Bremen übertragen. Am 11. Juli 1597 wurde der erste Stein gelegt. Am 13. Oktober 1602 war der Turmbau vollendet. Der damalige Prediger auf Wangerooge, Hermann Lentz, hielt an diesem Tage die erste Predigt in dem zum Kirchenraum ausgestatteten zweiten Stockwerk des Turmes. Die Baukosten beliefen sich auf 24 000 Taler „ohne die dabei gebrauchten Hand- und Spanndienst, ohne Fuhren und Frohnen“, so der damalige Rechnungsführer.



Der Turm war ursprünglich als Tagesseezeichen gedacht. Die beiden in Nord-Süd-Richtung stehenden Spitzen deuteten darauf hin. Johann-Sohn Graf Anton Günther von Oldenburg ersuchte bei Kaiser Matthias – römischer Kaiser seit 1612 und Haupt des Hauses Habsburg – um die Genehmigung, Weserzoll erheben zu können. Er versprach dafür, auf dem Wangerooger Turm „eine immerwährende Leuchte zu halten, danach man sich in der Navigation richten könne“. Es wurde ihm gewährt. Die „Leuchte“ wurde seewärts in der Nordspitze des Turmes eingebaut, am 15. März 1624 brannte sie zum ersten Mal.



Das Feuer war aber nur einseitig. So baute der Emder Zimmermann Gerriet Hayns auf Geheiß von Anton Günther eine Mittelspitze ein, die in eine achteckige Laterne mit 48 Scheiben auslief. Seit Sommer 1624 hatte dann der alte Turm die noch heute vertraute Form.



Die Leuchtkraft der Lampen war nach damaliger Darstellung sehr gut, doch eines Tages geriet der Dachstuhl in Brand. Der Graf verfügte deshalb, das Feuer nicht mehr zu erneuern. Stattdessen wurde nicht weit entfernt auf einer Dünenkuppe eine Feuerbake mit einem Eisenrost für ein Kohlenfeuer errichtet.



In der Folge überstand der mitten im alten Dorf stehende Turm den wildesten Stürmen und war mehrere Male die letzte Zufluchtsstätte der Insulaner. Doch die Sturmfluten 1854/55 und 1862/63 überspülten das Dorf, die Bewohner siedelten im Osten der Insel und auf dem Festland neu. Schließlich stand der Turm zunächst einsam am Strand und schließlich im Wasser. Die Insel war „weitergewandert“.



Am 1. Juli 1877 wurde die Landmarke Besitz der Reichs-Marineverwaltung. Im Ersten Weltkrieg sah der Insel-Kommandant in dem Turm eine Gefahr für die Insel und deren Besatzung. In den Weihnachtstagen 1914, am 23. und 24. Dezember, wurde das Wahrzeichen der Insel gesprengt.
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Beitragvon Salzufler » 2. Mai 2013, 16:37

Nachrichten » Strandgut vor Wangerooge war beliebt

-aus Wilhelmshavener Zeitung-

Gestern und Heute - 28.04.2013



Strandgut vor Wangerooge war beliebt





Bootsschuppen der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger in den Dünen östlich des Dorfes mit dem Strandrettungsboot John Köster.




Schiffsstrandungen waren für die Inselbewohner früherer Jahrhunderte kein Unglück. Sie eigneten sich das "Strandgut" gern an.


Von Jürgen Peters



Wangerooge - In der Nacht vom 19. auf den 20. November 1992 brachte ein starker Nordwestwind mit Böen um zehn Beaufort die Nordsee zum Kochen. Die Besatzung eines umgebauten Kutters funkt drei Seemeilen nördlich von Wangerooge SOS. Nach einem Wassereinbruch müssen die vier Männer samt Bordhund ihr Fahrzeug aufgeben.



Der in Wilhelmshaven stationierte Seenotkreuzer „Vormann Steffens“ ist schnell zur Stelle, rettet drei Skipper und das Tier aus den eisigen Wellen. Die Suche nach dem vierten Mann bleibt vergebens.



Einige Wochen zuvor, in der Nacht zum 17. September, haben ein Segler und seine Begleiterin ihr Leben dem schnellen Eingreifen der Besatzung des Seenotrettungsbootes „Wilhelm Hübotter“ von der Station Wangerooge zu verdanken. Ihre Yacht war offensichtlich wegen irrtümlicher Peilung aus dem Fahrwasser geraten, leck geschlagen und in kürzester Zeit gesunken. Beobachter der SAR-Wache ("Search And Rescue", dt. "Suche und Rette") auf der damals noch aktiven Wangerooger Marinesignalstation hatten die roten Leuchtkugeln und die brennende Handfackel gesichtet. Kurz vor Mitternacht wurden die Schiffbrüchigen gefunden und aufgenommen.



Trotz modernster Überwachungstechnik und lückenloser Beobachtung gibt es noch größere Strandungen – Pallas, Fides, Ondo sind hier nur ein paar Namen aus jüngerer Zeit.



Dazu zählt auch die Havarie des Dreimasters „Aquila Marina“. Der 38 Meter lange Toppsegelschoner – Eigner war zu der Zeit der Rennfahrer Jochen Mass – war aus der Karibik kommend nach Deutschland unterwegs zu einem Großseglertreffen in Bremerhaven. Der Skipper verwechselte die Ansteuerung von Jade und Weser und vergaß dann, als er seinen Fehler bemerkte, die Abdrift durch den Flutstrom zu berechnen.



Die Folgen waren fatal: Kurz nach Mitternacht, drei Stunden vor Hochwasser, steuerte er seinen Schoner fünf Seemeilen östlich von Wangerooge im Labyrinth der Sandbänke auf die Mellumplate. Sofort schlug der Holzrumpf des Oldtimers leck, Wasser brach hinein. Und dann machte der Skipper den nächsten Fehler. Statt Anker zu werfen, ließ er die Segel bergen und versuchte, mit seiner 256 PS starken Maschine selbst frei zu kommen. Dabei legte sich die „Aquila Marina“ quer zu Brandung und strandete. Zehn Minuten später funkte der Kapitän SOS, Leuchtraketen standen hell über dem Wattenhimmel.



Der Wilhelmshavener Seenotrettungskreuzer „Vormann Steffens“ barg die sieben Menschen, darunter zwei Kinder, aus einer Rettungsinsel und zwei Dingis. Morgens um vier betraten die Geretteten in Wilhelmshaven wieder festen Boden.



Allein zwischen 1666 und 1850 wurden nahezu einhundert Strandungen vor Wangerooge, Spiekeroog und Langeoog registriert. Die oft vergeblichen Versuche, die Menschen von den Schiffen zu retten, führten im Jahr 1865 in Kiel zur Gründung der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS). Sie hat heute ihren Sitz in Bremen. Ihre Rettungsmänner haben seitdem rund 60 000 Menschen aus Seenot gerettet.



Im Mittelalter gehörte das, was an den Strand gespült wurde, dem Finder. Gestrandete wurden zu Leibeigenen. Später beschränkte die Obrigkeit das Eigentumsrecht auf Sachen, bis das Deutsche Reich 1874 die Strandungsordnung erließ. Seitdem ist das Eigentum an den gestrandeten Sachen beim Geschädigten geblieben, der es gegen Erstattung der Bergungskosten bei den Strandvögten und -ämtern geltend machen konnte.



Diese "Strandungsordnung" wurde 1990 aufgehoben und durch das im bürgerlichen Gesetzbuch geregelte Fundrecht ersetzt, wonach der Finder das Eigentum erst dann erwerben kann, wenn der rechtmäßige Eigentümer den Besitz der Sache aufgegeben hat.
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Beitragvon Salzufler » 1. Jul 2013, 10:35

Da fühlt man sich gleich wieder in die Kindheit versetzt:
Von Harlesiel nach Wangerooge

3 Minuten 12 Sekunden. Kein Ton. 20,7 MB.


1958 - Eine Seereise von Harlesiel zur Insel Wangerooge. Ein Dampfzug steht im Tidebahnhof von Harle, vielen Schiffsszenen von der Überfahrt. Am Westanlagere von Wangerooge wartet eine der beiden Gmeinder-Loks V 11 902 oder 903 und bringt die Zuggarnitur Richtung Inselbahnhof. In der Zuggarnitur sind noch fünf der vom pfälzischen Meterspurnetz übernommenen Zweiachser zu sehen
http://www.inselbahn.de/index.php?nav=1410898&lang=1
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Re: Für Nostalgiker

Beitragvon Salzufler » 11. Jul 2013, 11:45

Seltene Farbfilme zeigen Wangerooge 1958




Seit heute sind auf inselbahn.de einige spektakuläre Farbfilme aus dem Jahre 1958 zu sehen, die uns Paul-Ernst Huppert dankenswerterweise zur Verfügung gestellt hat. Die drei Filme liegen im mp4-Format vor und können mit allen aktuellen Browsern abgespielt werden. Sie zeigen einige Szenen aus der Zeit, als Wangerooge ganz besonders spannend war: Gerade erst haben die nagelneuen Gmeinder-Kleinloks den Dampfbetrieb auf der Insel abgelöst, doch die Weyer-Personenwagen besitzen noch ihre alten Aufbauten, die sie erst im Folgejahr bei dem Umbau im AW Limburg (Lahn) verlieren sollten. Auf der Insel waren in diesem Jahr noch die 1953 von den pfälzischen Meterspurbahnen übernommenen Zweiachser im Einsatz. Und gleichzeitig ist 1958 das Jahr, in dem letztmalig der Ostanleger von Schiffen aus Wilhelmshaven angelaufen wurde. Auch hier gibt es spannenden Szenen rund um die Inselbahn zu sehen.

Die Filme

Von Harlesiel nach Wangerooge
1958 - Eine Seereise von Harlesiel zur Insel Wangerooge. Viele Schiffszenen und eine Zugabfahrt am Westanleger mit V 11 902 oder 903 und Wagen vom pfälzischen Meterspurnetz. Ostanleger

Der Ostanleger
Spektakuläre Farbaufnahmen aus dem Jahre 1958, dem letzten Betriebssommer am Wangerooger Ostanleger. Zu sehen sind das MS Hein Mück, MS Friesland sowie einem Inselbahnzug vor der Modernisierung.
Galerie 1951-1975

Roter Sand
Eine Seereise von Wangerooge auf die Außenweser zum Leuchtturm Roter Sand, zum Feuerschiff "Weser"


Die Filme können hier angesehen werden:

http://www.inselbahn.de/index.php?nav=1410403&lang=1
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Beitragvon Salzufler » 23. Jan 2014, 13:34

17.01.2014 - DB-329 501 fährt 2014 wieder

K U R Z I N F O
Die 2002 ausgemusterte ehemalige DB-Kleinlok 329 501 (ehemals V 11 901) wird 2014 wieder fahren. Die Stiftung Deutsche Kleinbahnen arbeitet die Lok seit 2013 umfassend auf und spurt sie für die 600mm-Strecke Klütz - Hof Gutow um.

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329 501. Foto: Ludger Guttwein
Die äußerlich aufgearbeitete Lok erhält in Brieske eine neue Untersuchung.
Foto: L. Guttwein

Die 2002 ausgemusterte ehemalige DB-Kleinlok 329 501 (ehemals V 11 901) wird 2014 wieder fahren. Die Stiftung Deutsche Kleinbahnen arbeitet die Lok seit 2013 umfassend auf und spurt sie für die 600mm-Strecke Klütz - Hof Gutow um. Dort soll die 1952 gebaute Gmeinder-Lok ab Sommer diesen Jahres wieder unter ihrer alten DB-Nummer "329 501-1" zum Einsatz kommen.

Für die Einsätze auf der von der Stiftung Deutsche Kleinbahnen betriebenen Touristikbahn, die im Mai 2014 erstmals auf dem 6,3 km langen Reststück der 1905 in Normalspur gebauten Bahnstrecke Grevesmühlen – Klütz verkehren wird, wurde die erste Schmalspurkleinlok der Deutschen Bundesbahn aus dem Depot in Binz-Prora (Rügen) geholt und im Sommer 2013 neu lackiert. Bei der WIG Industrieinstandhaltung GmbH in Senftenberg-Brieske erhält sie seit Herbst 2013 eine Überholung der technischen Komponenten und eine neue Untersuchung. Dabei wird die für die meterspurige Wangerooger Inselbahn gebaute Lok auch auf 600 mm Spurweite umgebaut. Da die Lok auf der Basis der Heeresfeldbahnloks HF 130 C mit Außenrahmen entstand, ist eine solche Umspurung mit vergleichsweise wenig Aufwand möglich.


Die Lok wurde 1952 als erste Schmalspurdiesellok der DB für die Wangerooger Inselbahn angeschafft und als V 11 901 eingereiht. Sie half dabei, den nur aus drei Dampfloks bestehenden Lokpark der Insel zu entspannen und leitete gleichzeitig die "Verdieselung" des Betriebes ein. 1957 folgten zwei weitere Loks, die aber überarbeitete und optisch gefälligere Aufbauten bekamen. Alle drei Maschinen kamen ab 1958 unter der Bezeichnung "Köf 99 501-503, ab 1968 als Baureihe 329 zum Einsatz. 1992 wurden sie in 399 101-103 umgezeichnet. Mit der Anschaffung von Schöma-Loks im Jahre 1999 wurden sie auf Wangerooge entbehrlich und abgestellt. Unter Vermittlung der Freunde der Rügenschen Kleinbahnen gelangten die Loks an die Unternehmen von Ludger Guttwein, der die Maschinen in Prora deponierte. Wegen der deutlich breiteren Aufbauten eignen sich die beiden 1957 gebauten Schwesterloks wegen ihres Lichtraumprofils allerdings nicht für den neuen Touristikbetrieb des Klützer Kaffeebrenners
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Re: Für Nostalgiker

Beitragvon Salzufler » 15. Mär 2014, 08:13

Erster Weltkrieg
Wangerooger Hafen von Pionieren erbaut


-aus NWZ-
Erst die Kanonenbrücke ermöglicht den Transport schwerer Geschütze auf die Insel
Im Jahr 1912 bauten Hanauer Pioniere die „Kanonenbrücke“ im Insel-Westen. Sie ersetzte nach und nach den zivilen Anleger.
von Theo Kruse



Wangerooge - Zurzeit wird auf Wangerooge – wieder einmal – über die Ertüchtigung des Westanlegers diskutiert. Das ist auch höchste Zeit, denn der Hafen wurde vor mehr als 100 Jahren als „Kanonenbrücke“ durch die Kaiserliche Marine errichtet.

Zwar hat man die Landungsbrücke, von den Wangeroogern kurz „Anleger“ genannt, im Lauf der Jahrzehnte oftmals erweitert und verstärkt, doch im Kern steckt der Erste Weltkrieg darin.

Ende des 19. Jahrhunderts ist die Reise nach Wangerooge auch für damalige Zeiten beschwerlich: Zwar wird 1888 die Eisenbahnlinie Jever-Carolinensiel eröffnet, aber vor der Insel müssen die Gäste vom Postdampfer „Nordfriesland“ auf ein vor Anker liegendes Segelboot im Watt umsteigen, den so genannten „Stationär“. Von dort werden sie mit hochrädrigen Wattwagen abgeholt.

Das erscheint 1897 nicht mehr zeitgemäß und der Oldenburgische Landtag genehmigt den Bau einer Landungsbrücke am Westende der Insel, die per Eisenbahn an das Dorf angeschlossen wird. Am 3. Juli 1897 geht die Bahn in Betrieb, weiß Inselchronist Hans-Jürgen Jürgens.

Als Großbritannien, Russland, USA und Japan ihre Flotten vergrößern, beginnt auch das Deutsche Reich 1898 mit der Aufrüstung seiner Kriegsflotte. Kaiser Wilhelm II. ist überzeugt: „Unsere Zukunft liegt auf dem Wasser.“

Wangerooge gewinnt als vorgeschobener Posten des Kriegshafens Wilhelmshaven wachsende Bedeutung. Auf der Insel werden starke Küstengeschütze geplant, die feindlichen Schiffen die Einfahrt in Jade und Weser unmöglich machen sollen.

Um die schweren Einzelteile – die bis zu zwölf Meter lange Geschützrohre wiegen 44 Tonnen – anlanden zu können, bauen Hanauer Pioniere im Jahr 1912 die „Kanonenbrücke“. Denn der Anleger der Großherzoglich Oldenburgischen Eisenbahn (GOE) ist für diese schweren Lasten nicht ausgelegt. Weil dieser erste Anleger versandet, wird der Marineanleger schließlich auch für den zivilen Fährverkehr genutzt.

Die wachsende militärische Bedeutung Wangerooges und seines Hafens zeichnet sich ab 1900 immer deutlicher ab: Bis zum Ersten Weltkrieg führen umfangreiche Baumaßnahmen und neue Gleisanschlüsse zu vielen zusätzlichen Transporten.

Dazu gehört im Jahr 1900 auch das Vorhaben, ein Stichgleis Richtung Westen zu bauen. Es zweigt bei der Saline auf halber Strecke von der Hauptstrecke ab und ist knapp zwei Kilometer lang. Die Strecke wird immer noch genutzt.

1904 wird die Inselbahn ostwärts über die gesamte Insel verlängert und endet am Ostanleger für die Schiffe aus Bremerhaven und Wilhelmshaven (5,4 km). Der Ostanleger wird 1958 stillgelegt; die Gleisstrecke abgebaut.

Im Verlauf des Ersten Weltkriegs werden zahlreiche Anschlussgleise zu militärischen Einrichtungen gelegt – etwa zur Friedrich-August-Batterie, der Graf-Spee Batterie und der Jade-Batterie. Es gibt im Ersten Weltkrieg auf der relativ kleinen Insel bis zu vier Abschnitte der Inselbahn mit maximal 24 Anschlussgleisen, hat der Eisenbahn-Enthusiast Malte Werning herausgefunden.
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Re: Für Nostalgiker

Beitragvon Salzufler » 28. Mär 2014, 16:20

-aus NWZ-


Erster Weltkrieg
,Bei Wangeroog dürfen wir Nest verlassen‘


Für Marinesoldaten endete einst an Signalstation die vertraute Heimat
Die Signalstation wurde 1876 zur Küsten-Beobachtung errichtet. Sie war für die Besatzungen der Kriegsschiffe erster und letzter Gruß der Heimat.
von Theo Kruse



Wangerooge - Kein noch heute existierendes Gebäude dokumentiert so deutlich die militärische Bedeutung der Insel Wangerooge wie die Signalstation. 1876 als Küsten-Beobachtungsstation errichtet, hat die Signalstelle bis in die Gegenwart der optischen und telegrafischen Übermittlung von Nachrichten gedient.

Die Deutsche Marine nutzt das Gebäude inzwischen nur noch als unbemannte Relaisstation. Die letzten Soldaten verließen 1968 den markanten Turm am Strand. Bis in die 1990er Jahre war eine Richtfunk-Station in Betrieb.

Der 35 Meter hohe Signalturm am westlichen Ende der Strandpromenade diente vor 138 Jahren zunächst der optischen Übermittlung von Nachrichten an Kriegsschiffe, die per Flaggenalphabet oder mit Morsescheinwerfern bzw. Heliographen ausgetauscht wurden. Telefonverbindung bestand zum Kriegshafen Wilhelmshaven; mit der Signalstation auf Helgoland war man „drahtlos“ verbunden.

Um die Jahrhundertwende 1900 verstärkte das Kaiserreich seine imperialen Bestrebungen durch den massiven Flottenausbau. Die Marinebegeisterung von Kaiser Wilhelm II. unterstützte diese Pläne. Anders als beim Landheer, für dessen Finanzierung die Bundesstaaten des Reiches zuständig waren, wurde die Kriegsmarine aus dem vom Reichstag beschlossenen Haushalt bezahlt. Bei Kriegsbeginn 1914 war die Kaiserliche Marine die zweitstärkste Flotte der Welt nach der britischen Royal Navy.

Das Deutsche Reich betrieb nicht nur die Marine-Signalstation auf Wangerooge, sondern übernahm in einem am 6. März 1876 in Berlin geschlossenen Staatsvertrag auch die Unterhaltung des Wangerooger Leuchtturms.

Die Ahnung, dass Wangerooge den Militärs später unentbehrlich werde würde, hatte bereits 1855 der Schiffer D.J. Hanken. „Der preußischen Kriegsflotte kann unser Eiland nützlich sein. Hier übersieht man von einem hohen Puncte aus die Nord-See bis Helgoland, und kann daher bei eintretender Gefahr vielleicht mit Hülfe eines elektrischen Telegraphen schnell nach Heppens (Wilhelmshaven) Nachricht geben“, notierte der Wangerooger bei Abschluss des Jade-Vertrags, mit dem Preußen von Oldenburg das Jadegebiet (Wilhelmshaven) erwarb.

Die Marine-Signalstation änderte im Laufe der Jahrzehnte mehrfach das äußere Ansehen, blieb jedoch für die Besatzungen der Kriegsschiffe erster und letzten Gruß der Heimat.

So schrieb Johann Kienau (Dichtername Gorch Fock) am 1. Ostertag 1915 im „Krähennest“ (Ausguck) des Kleinen Kreuzers SMS „Wiesbaden“: „Beim grauen Rotesandleuchturm und im Angesicht von Wangeroog dürfen wir das Nest verlassen.“

Kienau ging mit der gesamtem „Wiesbaden“-Besatzung in der Skagerak-Schlacht am 1. Juni 1916 unter; nur der Oberheizer Hugo Zenne wurde zwei Tage später als einziger Überlebender gerettet. 589 Männer fanden ein nasses Grab.

„Bei Wangerooge begann die Heimat, und Wangerooge wurde zum Bollwerk an der deutschen Küste“, schreibt 1924 Fritz Strahlmann in seinem Buch „Wangerooge – ein Badealbum“.

Die Signalstation blieb im Zweiten Weltkrieg militärisch genutzt, wurde danach zivil geführt und wieder von der Bundesmarine besetzt. Die jungen Mariner in ihren schmucken Uniformen wurden in den 1960er-Jahren von den Inselmädchen umschwärmt. Einige fanden die Liebe des Lebens, blieben auf der Insel und sorgten für „Blutauffrischung“ unter der Wangerooger Bevölkerung.

Der Name der Insel wird in der Deutschen Marine weiter hoch gehalten. Als Typschiff der Seeschlepper-Klasse 722 gehört die „Wangerooge“ dem Trossgeschwader Wilhelmshaven an. Das 51,70 Meter lange Schiff trägt die taktische Nummer A 1451.
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Re: Für Nostalgiker

Beitragvon Salzufler » 24. Aug 2014, 18:01

Tenne - Revival - Party
s. h. unter Veranstaltungen!
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Beitragvon Salzufler » 29. Aug 2014, 09:34

-aus inselbahn de.-
Geschichte


Auf der östlichsten der ostfriesischen Inseln (das noch weiter östlich liegende Minsener Oog gilt nicht als Insel, sondern als ein künstliches Strombauwerk) fährt seit 1897 die 1000mm-spurige Wangerooger Inselbahn. Die besondere politische Situation der Insel, die als einzige zum Großherzogtum Oldenburg und nicht zum Königreich Preußen gehörte, sorgte in Bezug auf den aufkommenden Bädertourismus Ende des 19. Jahrhunderts für besondere Aufmerksamkeit der Verantwortlichen, was sich vor allem darin äußerte, dass die Großherzoglich Oldenburgische Eisenbahn selbst – also die Staatsbahn! – den Bahnbau und Betrieb übernahm. Die geographischen Rahmenbedingungen waren im Übrigen durchaus mit denen der anderen Inseln vergleichbar.

Die wichtigsten Eckdaten der Geschichte der Wangerooger Inselbahn sind in der nachfolgenden Zeittafel aufgeführt. Erheblich detaillierter wird die Geschichte auch in dem Buch »Wangerooge - Die Inselbahn und ihre Geschichte« von Malte Werning, Autor dieser Website, dargestellt. Das Buch ist leider nur noch antiquarisch erhältlich, eine Neubearbeitung ist aber in Planung. Über Ergänzungen und Korrekturen freuen wir uns immer.


Zeittafel

12.03.1897 Der Oldenburger Landtag stimmt dem Bau einer 1000mm-spurigen Bahnstrecke zwischen dem Inselort und einer geeigneten Stelle im Watt südwestlich der Insel Wangerooge zu. Anfänglich ist von einer Pferdebahn die Rede, dann wurde bereits mit Dampfbetrieb geplant.
03.07.1897 Der erste Dampfzug weiht die Wangerooger Inselbahn ein. Die Bahn befuhr im Wattbereich einen eigens aufgeschütteten Damm, der nur an einigen Stellen für den Wasserdurchlass in eine Pfahljochstrecke überging. Südlich des Bahnhofs bog das Gleis auf die Chaussee ein, fuhr am Leuchtturm vorbei und fand ihren Endpunkt am heutigen Rosengarten.
1898 Da der Anleger bereits im September 1897 zur Nachsaison aus Schutz vor der rauhen Jahreszeit wieder zurückgebaut werden musste, gab es sofort Überlegungen, einen zweiten winterfesten Anleger zu bauen. Über eine Stichstrecke wurde dieser noch 1898 angefahren und als "Reedeanleger" oder "Winteranleger" bezeichnet.
Dezember 1899 G.O.E. und die Kaiserliche Werft in Wilhelmshaven vereinbaren, dass die Marine die Inselbahngleise auch für ihre Zwecke verwenden darf, sofern dadurch der normale Bahnverkehr nicht gestört wird.
04.07.1901 Die Kaiserliche Marine eröffnet ein auf der Höhe Saline abzweigendes Stichgleis, das zu den Befestigungsbauten im Westen der Insel führt.
1904 Die G.O.E. baut auf der Grundlage mit Verträgen mit dem Norddeutschen Lloyd eine am Leuchtturm abzweigende Strecke Richtung Osten, die die gesamte Insel bis an die Ostspitze überfährt. Hier baut der Lloyd den neuen Ostanleger, der nun erstmals tidefrei über die Jade angefahren werden kann und für eine feste Verbindung nach Bremerhaven und Wilhelmshaven sorgt.
1904 Die G.O.E. baut auf der Grundlage mit Verträgen mit dem Norddeutschen Lloyd eine am Leuchtturm abzweigende Strecke Richtung Osten, die die gesamte Insel bis an die Ostspitze überfährt. Hier baut der Lloyd den neuen Ostanleger, der nun erstmals tidefrei über die Jade angefahren werden kann und für eine feste Verbindung nach Bremerhaven und Wilhelmshaven sorgt.
1906 Auf Wangerooge fahren mittlerweile drei Loks, der Bahnhof im Ort platzt aus allen Nähten. Ab Januar 1905 beginnen die konkreten Planungen zum Bau eines neuen Durchgangsbahnhofs südlich des Leuchtturms, der hier auch heute noch besteht. Am 1. Juni 1906 wird das neue Empfangsgebäude in Betrieb genommen. Bis 1907 wird auch eine Bahnsteighalle errichtet.
1910 Die G.O.E. nimmt auf Wangerooge die Lok 4 in Betrieb. Zu diesem Zeitpunkt hat die Bahn zehn Personenwagen im Einsatz, darunter auch den ersten vierachsigen. Zwischen der G.O.E. und der Gemeinde Wangerooge besteht seit dem Vorjahr ein Vertrag, der die Betriebsübernahme durch die Gemeinde für die Winterzeit vorsieht. Die Gemeinde ist damit befugt und beauftragt, den Betrieb auch in der unwirtlichen Jahreszeit durchzuführen und so ihre Anbindung an das Festland in Eigenregie weiterzubetreiben. 1912 beschafft die Gemeinde deshalb den Dampfer "Harle" für eigene Zwecke.
1912 Der Erste Weltkrieg kündigt sich auf der Insel durch zahlreiche Befestigungen an. Der Westgrodendeich entsteht. Zudem sollten im Westen schwere 30,5-cm-Geschütze aufgestellt werden. Um das zu bewerkstelligen, baut die Marine ab der Saline ein neues Militärgleis ins Watt, dass rund 150 Meter östlich des Winteranlegers an einer deutlich massiveren Brücke endet, die als "Marinebrücke" oder "Kanonenbrücke" bezeichnet wird. An der Saline entsteht ein Gleisdreieck, so dass die an der Brücke gelöschten Geschütze direkt in den Westen rollen können.
1917 Noch während des Ersten Weltkrieges, der für eine Vielzahl neuer Anschlussgleise im Westen der Insel sowie für die Sprengung des Westturms sorgte, wird die "Kanonenbrücke" auch für den zivilen Verkehr freigegeben, so dass die Inselbahnzüge von hier aus direkt in den Ort rollen können. Dazu entsteht an der Saline ein Gleisdreieck. Die alte G.O.E.-Strecke zum Sommer- und Winteranleger wird kurz darauf abgebaut.
1920 Die G.O.E. geht in die neuen Reichseisenbahnen des Deutschen Reiches über, und mit ihr auch die Wangerooger Inselbahn. Die Loks 1 und 2 sind zu diesem Zeitpunkt nicht mehr in Betrieb. Dafür aber die Loks 3 bis 5, die in den Folgejahren die neuen Nummern 99 021 bis 023 erhalten. Die Fahrzeuge gehörten nun zur RBD Oldenburg und waren im Bw Oldenburg Hbf beheimatet.
1929 Henschel liefert die dreiachsige 99 211 nach Wangerooge, die als leistungsfähigste das Gros der Zugaufgaben übernimmt. Zwei Jahre zuvor wurden fünf weitere vierachsige Abteilwagen abgeliefert, so dass auf Wangerooge nun 16 Personenwagen zur Verfügung stehen.
1932 Am Ende des Westgrodendeiches entsteht ein neuer Westturm, der eine Nachbildung des 1912 gesprengten historischen Turms darstellt. Hierfür wird ein Baugleis von der Stammstrecke aus verlegt, das nach Beendigung der Arbeiten wieder abgebaut wird. Probleme macht der Ostanleger, der ständig versandet und deshalb zum zweiten Mal verlegt werden muss.
1934 Nachdem der dritte Ostanleger in Betrieb ist, wird das im Westen endende Gleis bis zum "Westturm-Cafe" verlängert. Die Inselbahn organisiert nun in den Sommermonaten Kaffeefahrten zum Cafe. Die Wagenremise im Ortsbahnhof wird um einen zweiständigen Lokschuppen erweitert.
01.01.1935 Die RBD Oldenburg wird aufgelöst, zuständig ist jetzt die RBD Münster. Die Beheimatung der Fahrzeuge verbleibt beim Bw Oldenburg.
1936 Westwaggon liefert drei sehr moderne Durchgangspersonenwagen 17-19 (C4ysm-36) auf die Insel.

1939 Die Aufrüstung und Kriegsvorbereitungen trifft auch Wangerooge. Vor allem entlang der Weststrecke, aber auch im Osten entstehen zahlreiche neue Bunker, Geschützstellungen, Anschlussgleise und Batterien. Die Marine übernimmt de facto die Regie über die Inselbahn, wodurch es zu beträchtlichen Spannungen zwischen Reichsbahn und Militär auf der Insel kommt. Im April und Sommer kommt viel Material von den pfälzischen Lokalbahnen nach Wangerooge, so u.a. die Kastendampflok 99 081. Mit Ausbruch des Zweiten Weltkrieges bricht der zivile Verkehr auf der Insel völlig zusammen.
August 1942 Die Dampfloks 99 021 und 022 müssen als "Petersendung" für die Ostfront in den Krieg ziehen und werden abtransportiert. Sie bleiben verschollen.
25.04.1945 Als strategisch wichtiges Ziel steht die Seefestung Wangerooge an diesem Tag im Fokus eines englischen Bombenangriffs, der die Insel regelrecht verwüstete. In 16 Minuten warfen Flugzeuge 6.067 Sprengbomben ab. Insgesamt kamen 335 Menschen ums Leben.
Mai 1946 Die Kriegsmarine hat in den Kriegsjahren neben dem umfangreichen Gleisbau auch mehrere Fahrzeuge nach Wangerooge gebracht. Die Fahrzeuge der Marine darf die Gemeinde Wangerooge daraufhin in ihr Eigentum übernehmen, darunter eine Deutz-Lok und eine Motordraisine. Neben Güterwagen wurden diese Fahrzeuge 1949 nach Spiekeroog veräußert. Die Fahrzeuge des Strombauressorts der Marine gehören dazu nicht, sie gehen später in den Bestand der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung über.
07.09.1949 Die Deutsche Bundesbahn wird gegründet, und auch die Wangerooger Inselbahn gehört zu dem neuen Staatsunternehmen. Einsatzfähig sind die Dampfloks 99 023, 081 und 211, während der Personen- und Güterwagenpark im Rahmen der Aufräumarbeiten auf der Insel notdürftig instandgesetzt wurde.
05.1952 Mit der V 11 901 erreicht die erste Diesellokomotive die Insel, die nicht über die Marine beschafft wurde. Die Gmeinder-Lok wurde auf der Basis der bekannten Heeresfeldbahntype HF 130 C neu gebaut und wird Stammlok. Nach ihrem Eintreffen wird 99 081 ausgemustert und verschrottet.
1953 Aus den Beständen der RBD Mainz erreichen 1953 und 1955 neun Zweiachser-Personenwagen die Insel, die als Ersatz für die fehlenden Personenwagen aushelfen und bis 1961 im Einsatz stehen.
07.1957 Nach den guten Erfahrungen mit der V 11 901 baute Gmeinder Anfang 1957 zwei weitere technisch gleiche Loks mit einem wesentlich gefälligeren Aufbau, die im Juli 1957 als V 11 902 und 903 in Betrieb genommen werden. Daraufhin endet der Dampfbetrieb auf der Insel, die Loks 99 023 und 99 211 werden ausgemustert.
1958 Nach den neuen Dieselloks schickt die DB die vierachsigen Weyer-Wagen der Baujahre 1909-1927 in das AW Limburg (Lahn), wo sie aus Teilen des laufenden Umbauwagenprogramms vollständig neue Wagenkästen erhalten. Die Wagen kehren im Laufe des Jahres 1959 wieder auf die Insel zurück.
1959 Wegen ständiger Versandung rechnet sich der Fortbestand des Ostanlegers nicht mehr. Die Oststrecke wird nach Beendigung der Saison aufgegeben und abgebaut. Entlang der Siedlerstraße bleibt ein längeres Gleisstück als Ausziehgleis des Bahnhofs erhalten. Die Reste des Ostanlegers können auch heute noch an der Ostspitze Wangerooges besucht werden. Die Dieselloks firmieren jetzt als Köf 99 501 bis 99 503.
1963 Zwei Personenwagen C4ism-35 der stillgelegten DB-Schmalspurstrecke Nagold - Altensteig erreichen Wangerooge.
01.01.1968 Mit der Einführung der neuen EDV-lesbaren Betriebsnummern werden die drei Dieselloks zur Baureihe 329 und firmieren nun als 329 501 bis 503.
1969 Das Gleisdreieck an der Saline wird aufgegeben, die Gleisverbindung zwischen Anleger und der Weststrecke gekappt und die Weichen ausgebaut. Kurz darauf entsteht der Betriebsbahnhof Steindamm nur wenige hundert Meter nördlich des Westanlegers.
1971 Von der Inselbahn Juist wird die dortige Lok "Heinrich" als Reservemaschine übernommen und als 329 504 eingereiht.
01.06.1972 Die BD Münster wird aufgegeben, offiziell gehört Wangerooge nun zum Gebiet der BD Hannover.
06.1973 Von der stillgelegten DB-Schmalspurstrecke Mosbach - Mudau übernimmt Wangerooge fünf vergleichsweise junge Neubauwagen, die allerdings im Eigentum des Landes Baden-Württemberg stehen und deshalb noch für Probleme sorgen.
1981 Es gibt erneut Fahrzeugzuwachs: Von Spiekeroog übernimmt die DB den Triebwagen, der als 699 001 ein Novum darstellt. Auch vier Personenwagen wechseln auf die Insel.
04.1983 Der Betriebsbahnhof Steindamm wird wieder aufgegeben.
08.1988 Westlich des Deichscharts entsteht die neue Müllpressstation der Insel mit einem eigenen Gleisanschluss.
01.01.1992 Der gemeinsame Nummernplan zwischen DB und der ostdeutschen DR bedeutet eine Anpassung der Nummern für die Wangerooger Loks. Als Meterspurfahrzeuge müssen alle Loks nun 100er-Nummern tragen. Die Dieselloks werden zu 399 101 bis 104, der Triebwagen zu 699 101.
11.1992 Eigentlich als günstiger Gebrauchtkauf gedacht, stellen zwei rumänische Faur-Loks, die erst vor Monaten fabrikneu an die August-Bebel-Hütte in Helbra (Kreis Eisleben) geliefert wurden, die Wangerooger Werkstatt vor ungeahnte Herausforderungen. Die Anpassungsarbeiten gestalten sich schwierig, erst 1994 kommen die beiden Loks als 399 105 und 106 in den Einsatz. Gleichzeitig tauscht die Inselbahn sämtliche Personenwagen aus und ersetzt sie durch 14 vergleichweise günstige Neubauten des DR-Raw Wittenberge.
01.01.1994 Mit der Auflösung der Deutschen Bundesbahn geht die Wangerooger Inselbahn an die Deutsche Bahn AG.
1999 Die Deutsche Bahn teilt die Inselbahn dem Unternehmen DB Reise & Touristik zu, der Fernverkehrssparte im DB-Konzern.
16.04.1999 Schöma liefert zwei fabrikneue Dieselloks aus, die auf Wangerooge als 399 107 und 108 in Betrieb genommen werden. Daraufhin werden alle Loks aus den 1950er-Jahren, also 399 101-104, abgestellt und ausgemustert. Im Vorjahr wurden bereits vier neue Flachwagen des DB-Werks Görlitz in Betrieb genommen, 1999 folgten weitere elf vierachsige Flachwagen aus dem Werk Meiningen, so dass die Bahn auf einen Großteil ihres überalterten Güterwagenparks verzichten konnte.
2003 Die Wangerooger Inselbahn wird der DB-Tochter DB Autozug GmbH mit Sitz in Dortmund zugeschlagen - ausgerechnet die autofreie Insel!
01.10.2013
• Werning: Wangerooge - Die Inselbahn und ihre Geschichte. Hamburg 1999.
• Werning: Inselbahnen der Nordsee. München 2014.
• Aufzeichnungen und Berichte von zahlreichen Eisenbahnfreunden und eigene Beobachtungen.
Die DB AutoZug GmbH wird aufgelöst und vollständig in das Mutterunternehmen DB Fernverkehr AG zurücküberführt. Damit wechseln auch alle Fahrzeuge der Wangerooger Inselbahn ihren Eigentümer.
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