Personalien

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Re: Personalien

Beitragvon Salzufler » 30. Nov 2013, 09:07

-aus NWZ-



Menschen
Erste Fahrt führt ins Ungewisse


Gerd Huber heuert 1958 als Maschinist an – Reise an „Westküste Süd“
Zehn Jahre lang befuhr der heute 73 Jahre alte Gerd Huber die Weltmeere. Danach heuerte er auf der Wangerooge-Fähre an. von
Antje Brüggerhoff

Wangerooge- „In Brake hat das Seefahren Tradition: Entweder fährst du zur See, oder du machst gar nichts.“ Gerd Huber lacht und man merkt: Für ihn kommt das „Nichtstun“ auf keinen Fall in Frage. Dieser Seemann hat schon viel erlebt.

Mit 18 Jahren wurde Gerd Huber Ingenieur-Assistent in Bremen. 1958 fuhr er das erste Mal als Maschinist zur See. In seinem Seefahrtsbuch sind alle Daten gesammelt – sein Name und auf welchem Schiff er fuhr. Das Datum ist allerdings nicht eingetragen: „Auf unbestimmte Zeit“ heißt es dort. „Man könnte sagen, es war eine Fahrt ins Ungewisse“, erklärt der heute 73-Jährige. „Bevor ich anfing, wusste ich nie genau, wohin und wie lange wir überhaupt fahren.“

Der einzige Anhaltspunkt: Westküste Süd. Irgendwann fragte er den Kapitän, was das überhaupt heißen soll. „Na, Westküste Südamerika“, entgegnete der. Ungefähr drei Monate lang war Gerd Huber dann unterwegs. Durch den Panamakanal ging es zu Häfen in Chile. Regelmäßig bekam er Zettel, auf denen die nächste Station stand, und so konnte Gerd Huber seine Mutter per Brief wenigstens über das nächste Ziel informieren.

Seine Aufgabe auf dem Schiff war, die Maschinen am Laufen zu halten. Und das hat ihm auch am meisten Spaß gemacht. „Alles hing an unserer Arbeit. Wenn etwas kaputt war, dann mussten wir es selbst reparieren. Wir nahmen alles auseinander oder schweißten etwas zusammen“, erzählt er.

Taufe am Äquator

Eines ist Gerd Huber ganz besonders im Gedächtnis geblieben: die so genannte „Äquatortaufe“. Das ist ein Ritual unter den Seemännern, das eigentlich nicht besonders angenehm ist. Der Täufling wird dabei kopfüber ins Meer getaucht und muss Abbitte bei Neptun leisten. „Aber irgendwie gehört das einfach dazu“, meint Huber Gerd. Er selbst hat es 1960 hinter sich gebracht und dafür auch eine Urkunde erhalten. „Rotbarsch“ lautet sein Taufname.

Auf die Frage, ob ihm auch etwas Gefährliches zugestoßen ist, nickt der Seemann sofort: Bei einem Aufenthalt in Liberia wurde angekündigt, dass Königin Elisabeth II. kommen sollte. Aus Sicherheitsgründen mussten alle Schiffe den Hafen verlassen. Nur von dem Schiff, auf dem sich Gerd Huber befand, musste noch entladen werden und er blieb somit vor Ort.

Mit einem Freund versuchte er dann aber auch einen Blick auf den Adel zu erhaschen und sogar Fotos zu machen. Doch leider wurden die beiden dabei erwischt. „Vielleicht hielten sie uns für Spione oder so etwas“, erzählt Gerd Huber, denn sein Freund musste tatsächlich mit einem Mann mitgehen. Als sein Kapitän schon die Botschaft informieren wollte, wurde sein Freund aber glücklicherweise doch frei gelassen.

Auch wenn sein Freund nicht viel Englisch verstand, eines konnte deutlich gemacht werden: Er war kein Spion, sondern nur ein Hobby-Fotograf.

Baumwolle fängt Feuer

In einer Ecke seines Hauses hat Gerd Huber Bilder von den Schiffen hängen, auf denen er gefahren ist. Transportiert wurde damals vieles: zum Beispiel Hunderte von Schafen oder zwei große Giraffen. Das war etwas ungewöhnlich, doch viel gefährlicher wurde es bei einem Transport von Baumwolle. Die wie Heuballen zusammengebundenen Haufen fingen Feuer. Zunächst machte die Besatzung den Laderaum provisorisch dicht, um die Sauerstoffzufuhr zu unterbinden. Bis letztlich aber alles gelöscht werden konnte, dauerte es noch sehr lange.

Bis 1968 war Gerd Huber auf großer Fahrt. Danach kam er nach Wangerooge und fuhr auf dem Schiff zwischen Harlesiel und der Insel. War das nicht eine große Umstellung? Gerd Huber verneint: Er sieht alle Erlebnisse als Abschnitte in seinem Leben – jeder einzelne von ihnen war für den 73-Jährigen richtig. Sogar, als er sich später manchmal ohne Schiff aufs Wasser wagte: Nur auf einem Surfbrett umkreiste er die Nachbarinsel Spiekeroog.

Beim Abschied fällt ihm noch etwas ein: Früher segelte er oft zusammen mit seiner Familie: „Ich erinnere mich genau. Du warst noch ein Baby und lagst bei deiner Mutter im Arm.“ Doch das ist eine andere Geschichte...
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Beitragvon Salzufler » 4. Dez 2013, 16:24

Auszeichnung
Auszubildende gewinnt Wettbewerb


Maria Sophia Huneck lernt im Upstalsboom-Hotel Hotelfachfrau


-aus NWZ-

Wangerooge - Die angehende Hotelfachfrau Maria Sophia Huneck hat den Berufswettkampf „Harle-Sparkassen-Cup“ im Bereich Hotelfach gewonnen, der im November im Übungsrestaurant der Berufsbildenden Schulen (BBS) in Wittmund durchgeführt worden ist.

Von den insgesamt sechs Teilnehmern erreichte die Auszubildende des Upstalsboom Strandhotels Gerken auf Wangerooge die höchste Punktzahl. Damit hat sich die 20-Jährige für die Niedersächsische Landesjugendmeisterschaft qualifiziert, die im März 2014 ausgetragen wird. „Das ist eine wahre Meisterleistung, auf die wir alle sehr stolz sind“, sagte Geschäftsführer Bodo Janssen, Upstalsboom Hotel + Freizeit GmbH & Co. KG (Emden).

Maria Sophia Huneck hat sich für den Landesjugendentscheid in Cuxhaven einiges vorgenommen: „Ich freue mich auf die Landes-Jugendmeisterschaften und möchte natürlich auch dort einen der vorderen Plätze belegen“, sagt sie. Die gebürtig aus Vechta stammende junge Frau absolviert zurzeit ihre Berufsausbildung zur Hotelfachfrau im letzten Ausbildungsjahr im Upstalsboom-Hotel auf Wangerooge.

Bei dem Wettbewerb, der in diesem Jahr unter dem Motto „Kulinarische Legenden – oder wie Bismarck zum Hering kam“ stand, wurden die Teilnehmer in der gesamten Bandbreite des Berufsbildes Hotelfach gefordert. Unter den Augen einer Jury mussten die Auszubildenden theoretische Grundlagen sowie praktisches Können unter Beweis stellen.

Neben der Warenerkennung und der Erstellung eines Marketing-Konzepts für die „Kulinarischen Legenden“ gehörten hierzu unter anderem die Führung eines Verkaufsgesprächs an der Rezeption sowie einen Tisch fachgerecht einzudecken
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Beitragvon Salzufler » 21. Dez 2013, 16:31

Menschen
Vom Kapitän auf großer Fahrt zum Insel-Hafenmeister


Hermann Goldschweer erfüllt sich auf Wangerooge seinen Traum – Schiffsjunge mit 18 Jahren


von Antje Brüggerhoff

-aus NWZ-
Wangerooge - Eigentlich wollte Hermann Goldschwer ja immer Förster werden. Doch ein Schulausflug sollte alles ändern: Kurz vor seinem Abschluss in Aurich fuhr er mit seiner Klasse nach Wilhelmshaven zur Berufsinfo beim Arbeitsamt. Dort lag ein Buch, in dem ein Bild von jungen Leuten mit Pudelmützen zu sehen war, die mit Tauarbeiten beschäftigt waren.

Als Hermann Goldschwer abends nach Hause kam, fragte ihn sein Vater: „Und, hat die Veranstaltung etwas gebracht?“ Und Hermann antwortete: „Jo, ich fahr’ zur See!“

Als er mit 18 Jahren seinen Schulabschluss in der Tasche hatte, fuhr er einen Monat lang probeweise auf einem Ausbildungsschiff der Reederei Fritzen aus Emden. Danach begann er eine Ausbildung in Elsfleth an der Schiffsjungenschule.

An seine erste längere Seefahrt in der Nord- und Ostsee erinnert sich Hermann Goldschwer genau. „Ich war sechs Monate an Bord und davon sechs Monate seekrank“, erzählt er lachend. Er habe sich schon gefragt, ob die Seefahrt vielleicht doch nichts für ihn ist.

Zweiter Versuch

Doch Hermann Goldschwer gab nicht auf. Nach etwa zwei Monaten Pause probierte er es einfach noch einmal – diesmal mit Erfolg: Eine seiner schönsten Zeiten sollte nun beginnen. Und das, obwohl er sehr hart arbeiten musste.

Zu seinen Aufgaben gehörte zum Beispiel, das komplette Ladegeschirr auseinander zu nehmen und sauber zu machen. Außerdem musste er ganze Baumstämme verladen. „Das war echt eine Knochenarbeit“, erzählt er. Aber trotzdem erinnert er sich gerne an die Zeit zurück.

Alle haben sich auf dem Schiff gut verstanden, der Kapitän war nett und Hermann schwärmt heute noch: „Diese Fahrt war genauso, wie man sich Seefahren auch vorstellt!“

An einen eher kuriosen Vorfall erinnert sich der heute 60-Jährige auch noch. Er fuhr auf einem Containerschiff, und mit ihm ein Matrose, der ein Bär von einem Mann war. Doch unter seinem Blaumann sah man, dass er rosa Unterwäsche trug. Sein Wunsch war nämlich, eine Frau zu werden. Dafür hatte er eine Adresse von einem Arzt aus Singapur dabei, der eine Operation durchführen sollte.

Bei ihrem nächsten Stopp in Singapur ging der Matrose dann zu ihm, kam jedoch ganz bedrückt zurück: Der Arzt hatte die Operation abgelehnt mit der Begründung: „Monster sind nicht mein Fachgebiet“

Nach einiger Zeit auf See beschloss Hermann Goldschweer, sein Fachabitur in Leer nachzuholen. Dabei entdeckte er einen kleinen Schwachpunkt: Mathematik. Und so kehrte er zur Seefahrt zurück und absolvierte zunächst die Prüfungen zum Kapitän auf mittlerer Fahrt. „Dafür war nämlich nicht ganz so viel Mathe nötig“, erzählt er augenzwinkernd.

Es folgte eine Zeit, in denen Goldschweer bei Reedereien zwischen England und Finnland fuhr. Ende der 1970er Jahre dann fuhr Hermann Goldschweer auf einem Viehtransporter zwischen Australien und Persien. Als er merkte, dass es um seine Mathekenntnisse dann doch eigentlich gar nicht so schlimm stand, holte er auch noch den weiteren Abschluss nach, diesmal: Kapitän auf großer Fahrt.

„Das bedeutet, du kannst alle Schiffe weltweit fahren“, erklärt er. Sein darauffolgendes erstes Schiff war ein Chemikalientanker, auf dem Flüssiggase transportiert wurden: „Das war natürlich nicht ganz ungefährlich und wir mussten oft einen Vollschutz tragen“, erzählt Goldschweer.

Arbeit an der Küste

Auch wenn er einige schöne Zeiten auf See verbracht hatte, war er dennoch nicht ganz zufrieden. Irgendwie zog es ihn wieder ans „feste Land“. Er schrieb also stets Bewerbungen an Arbeitsstellen an der Küste, um dort im öffentlichen Dienst tätig zu werden.

So landete Hermann Goldschweer schließlich auf Wangerooge wo er auch heute noch als Hafenmeister arbeitet. Und wie es scheint, hat er dort genau seinen Platz gefunden. „Ich habe gemerkt, dass diese Arbeit hier eigentlich mein Sinn und Streben war“, sagt er.
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Beitragvon Salzufler » 28. Dez 2013, 09:54

Menschen
Mit dem Schiff die Welt umsegelt


Fahrt mit Kapitän Otto Iden hat Friedrich Wilbertz Neugier geweckt
Ein spontaner Stop vor Wangerooge ist dem Seemann im Gedächtnis geblieben: Am Strand warteten 1000 Insulaner.

von Antje Brüggerhoff
-aus NWZ-
Wangerooge - Obwohl die Zeit nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs schwer war, denkt Friedrich Wilbertz gerne an seine Jugend auf der Insel Wangerooge zurück. „Wir waren für jeden Streich zu haben“, gibt er zu und grinst. Inzwischen lebt Wilbertz am Festland in Bad Sassendorf.

Mit etwa zwölf Jahren passierte dann das Entscheidende: Er fuhr mit Kapitän Otto Iden auf dem Schiff „Falke“. Die Fahrt begeisterte ihn so sehr, dass er unbedingt Kapitän werden wollte. Mit 15 Jahren heuerte Friedrich Wilbertz auf dem Fischdampfer „Sonne“, der Richtung Island fuhr, an.

Aber nicht nur das Wetter war unbändig, auch die Arbeit war hart: „Als Kochjunge musste ich Fische ausnehmen und Lebertran kochen“, sagt er. Nach einem halben Jahr hatte Wilbertz genug davon und ging zur Heuerstelle nach Emden, wo damals Seeleute vermittelt wurden.

Dort wurde ihm folgendes Angebot unterbreitet: Wenn er es mindestens ein halbes Jahr bei einem sehr strengen Kapitän aushielte, würde er „Seemann auf großer Fahrt“ werden und somit weltweit fahren dürfen. Und genau das tat Wilbertz: Zuerst fuhr er auf der „Tjalk Burkana“ zu den Ostfriesischen Inseln und wurde 1953 Leichtmatrose.

Nachdem er viele Monate nach Nord- und Südamerika, Afrika und Japan fuhr, ging er 1958 zur Seefahrtsschule Elsfleth um dort das Patent „Steuermann auf großer Fahrt“ zu machen und im Jahr 1964 schließlich das Patent zum „Kapitän auf großer Fahrt“. Ab 1965 hat sich Wilbertz mit einem Partner und einem eigenen Schiff für drei Jahre selbstständig gemacht und mit dem Kümo in Charter Antwerpen-London gefahren. Danach, bis 1994, war er Kapitän bei der Elsflether Reederei H.W. Janssen, in Elsfleth und in weltweiter Fahrt tätig.

An einen verrückten Besuch auf Wangerooge erinnert sich Wilbertz noch ganz genau: Um 1977 fuhr er von Rotterdam nach Bremen. Dort konnte er allerdings noch nicht einlaufen, und somit entschied er spontan zu ankern – und zwar genau vor Wangerooge. Mit Rettungsbooten fuhr er gemeinsam mit seiner Besatzung Richtung Insel. „Das letzte Stück wurde ich sogar auf den Schultern durch die Brandung getragen“, erzählt er. „Und als wir am Strand ankamen, standen dort auf einmal bestimmt 1000 Leute.“ Mit einem Megafon solle Wilbertz allen berichten, wo er zuletzt gewesen war. Auch eine anfänglich rätselhafte Geschichte fällt ihm wieder ein: Einmal winkte ein Matrose von einem anderen Schiff herüber und rief etwas, doch keiner verstand seine Sprache und niemand wusste, was er wollte. Er kam auf das Schiff von Wilbertz, doch noch immer nicht wurde er verstanden, und man fragte sich, ob etwas Schlimmes passiert war oder ob noch etwas passieren sollte. Schließlich ging der Fremdling in den Proviantraum und zeigte auf einen Sack Zucker, der war ihnen nämlich ausgegangen. Zum Dank bekam Wilbertz drei riesige Thunfische, die der Matrose mit seinem Schlauchboot herüber schleppte. Monatelang briet der Koch Thunfischsteaks.

In einem dicken Ordner sammelt Wilbertz alle Erinnerungen. Darunter die von Enno Hanken geschriebene Geschichte über ihre gemeinsame Weltumrundung 1987, und auch einige Zeitungsartikel der  , da er nicht nur Retter von zahlreichen Schiffbrüchigen ist, sondern im Jahr 1989 auch vietnamesischen Flüchtlinge auf See gerettet hat. Dafür bekam Wilbertz sogar von der UNO ein Dankschreiben.

Zudem hat er ein besonderes Seefunktelegramm aufgehoben: Es ist ein Abschiedstelegramm an die Nachkommen der Bounty-Meuterer, die er insgesamt drei Mal auf der Insel Pitcairn besuchte und denen er aus Kanada sogar einen Weihnachtsbaum mitbrachte.

Nachdem Wilbertz als Bauaufsicht in Polen zwei große Containerschiffe in den Dienst gestellt hatte, beendete er schließlich 1996 seine Karriere als Seefahrer. Seine letzte Reise führte ihn nach Australien und Neuseeland. Doch ganz hinter sich gelassen hat er das alles nicht: Der heute 76-Jährige ist in der Nautischen Kameradschaft Visurgis und hat noch Kontakt zu seinen ehemaligen Kameraden. Und offenbar bleibt die Seefahrt auch in der Familie: „Mein Sohn Jens tritt sozusagen in meine Fußstapfen“, erzählt er stolz. Der ist nämlich Kapitän in Elsfleth und Dozent an der Jade Hochschule
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Beitragvon Salzufler » 1. Jan 2014, 14:18

Diagnose
Kleine Erfindungen erleichtern Alltag



Horst Schneider pflegt seit fast 30 Jahren seine an Multiple Sklerose erkrankte Frau. Der 79-jährige Elisabethfehner verzichtet weitgehend auf Hilfe von außen. Ausflüge sollen den beiden ein Stück Normalität erhalten.
von Melanie Jepsen

-aus NWZ-

Elisabethfehn - Wangerooge:
Mit einem Lächeln auf dem Gesicht hält Horst Schneider ein altes Schwarz-Weiß-Foto in seiner Hand. Seine Frau Erika liegt neben ihm auf dem Sofa. Das Sprechen fällt ihr schwer. Auf einer Regalborte an der Wand stehen eingerahmte Familienfotos. Drei Kinder hat das Paar. Damals, so erzählt der Elisabethfehner, habe er in den Sommermonaten auf Wangerooge Gepäckdienste verrichtet. Dort lernten sie sich in den 50er Jahren kennen und heirateten kurze Zeit später. 1985 suchte seine Frau mit Hüftproblemen ein Krankenhaus auf, erinnert sich Schneider. Sie brauchte eine neue Hüfte. Bei der Voruntersuchung zur Operation stellten die Ärzte dann die Diagnose:
Multiple Sklerose, eine chronisch-entzündliche Erkrankung des Nervensystems.

„Das war für mich ein Wort, das ich bis dahin nicht kannte“, sagt Schneider. Das Ehepaar, das mit einem Malerbetrieb und einem Geschäft für Hobby- und Heimwerker den Lebensunterhalt bestritt und drei Ferienwohnungen auf der Nordseeinsel vermietete, musste lernen, mit dieser Diagnose umzugehen. Freunde unterstützten sie dabei, sagt der Malermeister.

Seine Frau war krankheitsbedingt nicht mehr in der Lage, die Ferienwohnungen zu putzen. Horst Schneider war zu diesem Zeitpunkt selbst beruflich eingespannt. Irgendwann habe er sich nicht mehr „zerteilen können“, sagt er. 1992 verließen sie nach fast 40 Jahren die Insel und zogen nach Elisabethfehn. Schneider versorgte mit Aushilfsarbeiten seine Familie.

„Wir haben es nicht eine Sekunde bereut, dass wir hier her gekommen sind“, sagt der 79-Jährige. „Hier ist alles gut zu erreichen.“ Heute erinnert ein Schriftzug an der Hauswand an ihr Leben auf Wangerooge.

Kaum Hilfe von außen

Im Jahr 1998 unterzog sich seine Frau einer weiteren Hüftoperation. Bis dahin, so sagt Schneider, habe sie noch mit dem Stock gehen können. Seitdem kann sie weder stehen noch laufen und ist auf den Rollstuhl angewiesen, bedauert der Rentner. Liebevoll kümmert er sich um die 78-Jährige. „Ich mache alles“, sagt er. Sogar mit der Nähmaschine könne er umgehen. 24 Stunden am Tag ist er für seine Frau, die mittlerweile auch unter Demenz leidet, da. Zweimal täglich schaut ein Pflegedienst vorbei. Mit diesem sei er „110-prozentig“ zufrieden, freut sich Schneider. Weitere Hilfe von außen nehme er nicht in Anspruch. Er habe sich alles selbst angeeignet, sagt Schneider.

Das Ehepaar lässt sich nicht von der Erkrankung unterkriegen. Gemeinsam frühstücken sie am Morgen. Danach liegt Erika Schneider im Wohnzimmer auf dem Sofa und ihr Mann kümmert sich um den Haushalt. Bügeln, Wäschewaschen, Staubsaugen und Besorgungen bestimmen den Tagesablauf. „Größere Einkäufe machen wir grundsätzlich zusammen“, sagt Schneider. Oft fahre er mit seiner Frau zum Einkaufszentrum in Oldenburg oder nach Leer. Eigens für sie baute Schneider ein Drehgestell ins Auto ein, an das er ihren Rollstuhl andocken kann. Dadurch könne seine Frau während der Fahrt problemlos neben ihm im Rollstuhl sitzen, erklärt der 79-Jährige.

Normalität bewahren

„Mit den Jahren ist man erfinderisch geworden“, meint Schneider. So fertigte er beispielsweise eine Tischplatte an, an der seine Frau sitzen kann oder installierte einen Lichtschalter, der sich im Liegen betätigen lässt. „Diese Erfindungen entstanden aus der Erfahrung heraus.“

So weit es möglich ist, versucht er sich und seiner Frau ein Stück Normalität zu bewahren. Auch Reisen gehören dazu. Auf Teneriffa verbrachte das Ehepaar bereits 25-mal seinen Urlaub. Dort gebe es ein Hotel, das einen barrierefreien Aufenthalt ermögliche, sagt Schneider. 2006 waren sie zum letzten Mal dort.

Für ihn sei es selbstverständlich mit seiner Frau zusammen alt zu werden und sich gemeinsam der Krankheit zu stellen, sagt Horst Schneider. Er bedauere es, dass manche das nicht verstehen. „Ich habe ihr schließlich das Ja-Wort gegeben.“

   e-mail-kontakt zu horst schneider über howischneider@online.de
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Beitragvon Salzufler » 12. Jan 2014, 18:45

EHRUNG


Gold für 50 Jahre bei der Wehr


Jürgen Wiebach auf Wangerooge ausgezeichnet



WANGEROOGE


Veröffentlicht: 12.01.2014


-aus Je.Wo.-


von PETER KUCHENBUCH-HANKEN

Jürgen Wiebach erhielt von Kreisbrandmeister Gerd Zunken und der stellvertretenden Landrätin Marianne Kaiser-Fuchs das Ehrenzeichen in Gold.



Hohe Auszeichnungen standen anlässlich der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Wangerooge am Sonnabend auf der Tagesordnung.
Für herausragende Verdienste erhielt Gemeindebrandmeister Bernd Kubiak die Niedersächsische Ehrennadel in Silber.
Der ehemalige Gemeindebrandmeister Jürgen Wiebach wurde für 50-jährige Zugehörigkeit mit dem Niedersächsischen Ehrenzeichen in Gold
und Thomas Dykhoff für 25-jährige Zugehörigkeit mit dem Niedersächsischen Ehrenzeichen in Silber ausgezeichnet.
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Beitragvon Salzufler » 23. Jan 2014, 13:38

Während des Urlaubs von Inselpastor Günther Raschen

vom 23. Februar bis 9. März

betreut Pastor Bojack aus Oldenburg die Gemeinde seelsorgerlich.

Er wohnt im Pfarrhaus neben der Kirche im I. Stock und ist dort unter Tel. 8370 erreichbar.
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Beitragvon Salzufler » 1. Feb 2014, 10:37

Menschen
Generationen auf dem Wasser


Fred Zoeke ist Ehrenvorsitzender des Wangerooger Yachtclubs
Schon kurz nach der Gründung des Yachtclubs 1968 war Fred Zoeke mit von der Partie. Der heute 85-Jährige ist mit der Entwicklung des Clubs sehr zufrieden.

von Theo Kruse

-aus NWZ-

Fred Zoeke (Mitte) hat das „Vorsitzender-Gen“ vererbt: Frank Zoeke (links) ist Vorsitzender des Wangerooger Yachtclubs, sein Bruder Torsten leitet die Geschicke des Oldenburger Yachtclubs.

Bild: Theo Kruse

Wangerooge - Kurz nachdem 1968 der Wangerooger Yachtclub (WYC) gegründet worden war, war Fred Zoeke bereits Mitglied. Nur wenige der Mitglieder stammen noch aus dieser Generation des Aufbaus, die mühselig Pfähle des alten Ostanlegers aus dem Sand herauspulte, um sie in der Salinebucht für den ersten Bootsanleger wieder in den Schlick zu treiben.

Inzwischen ist der Insulaner Ehrenvorsitzender und verfolgt interessiert das Vereinsleben, zumal heute sein Sohn Frank den WYC führt.

„Vor allem die Jungs haben mich immer wieder zum Hafen getrieben“, blickt er zurück. Nicht nur Frank, sondern auch dessen Bruder Torsten – heute 1. Vorsitzender des Oldenburger Yachtclubs – zog es immer wieder aufs Wasser. „Die beiden segelten den ganzen Sommer lang mit unseren kleinen Segelbooten im Watt. Schon als Jugendliche sind sie alleine bis Holland gefahren – ich hatte ja nicht so lange Zeit“, erinnert sich Fred Zoeke, der zudem im Shantychor des WYC sang.

Mehrmals fungierte Zoeke – eigentlich als 2. Vorsitzender gewählt – als Vereinschef, weil die gewählten Vorstände nach wenigen Monaten die Brocken hingeworfen hatten. Insgesamt zehn Jahre lang war er auch als etatmäßiger 1. Vorsitzender im Amt. In diese Zeit fiel die Umsiedlung des Wangerooger Yachtclubs von der ersten selbst gebauten Brücke in der Salinebucht in den neuen Sportboothafen am Westanleger.

Im Zuge der Verlegung der Europipe-Gasleitung vom Ekofisk-Feld in der Nordsee ins ostfriesische Dornum musste der norwegische Staatskonzern Statoil Ausgleichsflächen anbieten. Der damalige Regierungspräsident Dr. Eckart Bode fädelte die Vereinbarung ein. „Ohne Dr. Bode hätten wir die Straße zum Anleger und unser Klubhaus nicht bekommen“, ist der Ehrenvorsitzende dem früheren Friesland-Oberkreisdirektor dankbar. Das habe vor allem so gut geklappt, weil Bode einen hervorragenden Draht zum damaligen Ministerpräsidenten Gerhard Schröder gehabt habe.

„Noch nie war die Kameradschaft so gut wie heute“, ist der 85-Jährige mit der Entwicklung seines Wangerooger Yachtclubs zufrieden. Dass beide Söhne inzwischen Vereinschefs geworden sind, erfüllt ihn mit Stolz. Deren Nachwuchs hat ebenfalls Salzwasser im Blut und lebt den Wassersport inzwischen intensiv in der dritten Generation fort.
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Beitragvon Salzufler » 26. Mär 2014, 22:04

-aus wangerooge aktuell-

Hans Zientarski fährt seit 30 Jahren den Wangerooger Strandsand an

30 Jahre Sandanfahren auf der Nordseeinsel Wangerooge, so lange wie Hans Zientarski übte bislang kein Fahrer diesen Job auf der Insel aus. Ende nächsten Jahres geht Zientarski in den verdienten Ruhestand. Im Jahre 1982 hatte für Hans die Tätigkeit bei der Kurverwaltung Wangerooge angefangen. Zunächst noch als festangestellter Mitarbeiter, nach der Kommunalisierung des damaligen Staatsbades dann nur noch als Saisonkraft.
Im Frühjahr Sandfahren und im Sommer Strandwärter, im Winter arbeitslos, das Los vieler Arbeiter auf der Insel. „Acht Monate Beschäftigung, damit fallen wir wenigstens nicht unter Harz IV“ zeigt sich Zientarski aber sichtlich glücklich.
„Hätten wir 1990 und 1996 den Strand nicht aufspülen müssen, hätte die Kurverwaltung das Sandfahren vor zwei Jahren nicht an eine Firma fremd vergeben, hätte ich meine 30 Jahre Sandfahren schon früher voll gehabt, erinnert sich der gebürtige Insulaner. „In den ersten Jahren konnten wir den Sand noch direkt vorm Pudding von den Sandbänken entnehmen und hatten nur kurze Wege zum Strand. Die Wege wurden dann aber mit den Jahren immer länger, zunächst vom Bootsweg, dann mehrere Jahre bei Café Neudeich, so weit wie in den letzten fünf Jahren, weit hinter Neudeich, lagen die Entnahmestellen allerdings noch nie vom Hauptstrand entfernt,“ sagt Zientarski.
In seinen 30 Jahren hat Hans mehr als 10.000 Fahrten mit jeweils 10 bis 15 Kubikmeter Sand in der Mulde seines Dumpers aus dem Osten geholt und hat sich dabei auch nur ein einziges Mal mit seinem Fahrzeug festgefahren.
Anfang der 90´er Jahre hat er sich sogar mal während seiner Sandfahrschicht als „Lebensretter“ geübt. Zwei ältere Damen hatten das auflaufende Wasser unterschätzt und saßen auf einer Sandbank im Osten vom Wasser eingeschlossen fest. Hans zögerte nicht lange und befreite die beiden Damen mit Hilfe seines hochachsigen Fahrzeuges aus ihrer Notlage.
Auch eine Kartusche aus dem zweiten Weltkrieg hatte sich schon in seiner Dumpermulde angefunden und musste vom Kampfmittelräumdienst beseitigt werden.
Bis in den Mai hinein wird der Sand noch aus dem Osten der Insel geholt und an den Bade- und Burgenstrand verbracht. Danach wird Hans den Sandfahrerjob wieder gegen den Beruf als Strandwärter tauschen, bis zum Frühjahr 2015, wenn es dann wohlmöglich wieder heißt den von den Winterstürmen weggespülten Sand wieder an den Hauptstrand zu verbringen.
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Re: Personalien

Beitragvon Salzufler » 9. Apr 2014, 10:19

Menschen
Mit Karate stark fürs Leben


Erich Ries hat 2009 Gesundheitssport Kenko Kempo Karate entwickelt
Das Besondere an der Schöpfung des 58-Jährigen: Sein Sport ist gelenkschonend und darum auch für Menschen hohen Alters geeignet.
von Tim Gelewski

-aus NWZ-


Wangerooge - Zwei Spaziergänger bleiben an der Promenade auf der Insel Wangerooge stehen, der Anblick am Strand ist dann doch etwas ungewöhnlich: Erich Ries trägt eine Art weißen Kimono, Turnschuhe, und hat die Kante, an der die Wellen auf den Strand der Insel schlagen fest im Blick, die Sonne taucht den Horizont in Rot.


Der 58-Jährige ballt die Fäuste vor der Brust, als würde er versuchen, Energie daraus zu ziehen, lässt dann gleichmäßig die Arme kreisen. Langsam, kontrolliert, Ries lässt noch zwei Lufttritte folgen. Die zwei Beobachter bemerkt er kaum.

Eine gestellte Situation für den Fotografen – eigentlich. Und doch auch wieder nicht, denn das Trainieren im Außenbereich ist ein Bestandteil von Kenko Kempo Karate, einer Variante der fernöstlichen Kampfsportart, die der gebürtige Westersteder Ries im Jahre 2009 erdacht hat.

Noch wichtiger jedoch: „Der Sport ist auch geeignet für ältere Menschen oder mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen“, sagt Ries.

Seit mehr als 30 Jahren betreibt Ries Kampfsport, hauptsächlich Karate, auch in der Vollkontaktvariante. Irgendwann geht es nicht mehr so wie früher, erst kleine „Wehwechen“, dann größere. Sportschäden nennen das Mediziner lapidar, die jahrelange Strapazierung der Gelenke ist schuld.

Aufgeben will Ries seinen Sport jedoch nicht. Also denkt er sich kurzerhand eine eigene Variante aus. Eine, die Gelenke, Bänder und Muskeln zwar fordert, aber eben nicht übermäßig belastet.

Seitliche Tritte werde nur niedrig ausgeführt, auf Drehtritte wird weitgehend verzichtet. Die Sportart enthält Elemente aus Taichi, verschiedenen Karate-Variationen, aber auch israelischen Kampftechniken, dazu Qui-Gong, also auch meditative Bestandteile. „Alles organisch integriert“, sagt Ries.

Anders als bei anderen Sportarten sei der Kreislauf nach dem Training seiner Karate-Variante nicht aufgeputscht, so dass ein anschließendes Einschlafen schwierig ist. „Man fühlt sich stattdessen entspannt“, sagt Ries. Mit dem Sport könne man auch darum noch im hohen Alter beginnen – nach vorheriger ärztlicher Untersuchung.


Ries selbst gibt sein Wissen an Schüler und auch Lehrer anderer Kampfsportarten weiter, die auf seinen Stil neugierig geworden sind. Auch ein Buch hat er bereits zum Thema veröffentlicht.

Kürzlich lud Ries zum 1. Bundestreffen der Kenko Kempo Karate-Organisation ein. „Bislang war ich quasi die Organisation“, sagt er. Nun will er die Aufgaben auf mehrere Schultern verteilen, seine Sportart weiter verbreiten.

   www.kenkokempokarate.de
NWZ TV    zeigt einen Beitrag unter www.nwz.tv/friesland
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