Für Nostalgiker

Wer kann eine schöne Geschichte von damals erzählen?
AbonnentenAbonnenten: 0
LesezeichenLesezeichen: 0
Zugriffe: 8190

Re: Für Nostalgiker

Beitragvon Salzufler » 18. Okt 2014, 11:29

Erster Weltkrieg
Bade-Saison 1914 endete abrupt


Gäste feierten die letzten Nacht auf Wangerooge durch
Insulaner und Gäste mussten die Insel Hals über Kopf verlassen. Stattdessen zogen die Soldaten ein.


Wangerooge - Die Bade-Saison 1914 auf Wangerooge endete abrupt mit der deutschen Kriegserklärung an Frankreich und Russland Anfang August. Die Insel hatte Jahre beständigen Aufschwungs erlebt. Jahr für Jahr strömten mehr Gäste zur Insel, Winter für Winter wurde an Hotels und Pensionshäuser gebaut, erweitert und vergrößert. „Ein Jahrzehnt gewaltigen Fortschritts“ konstatiert Friedrich-Wilhelm Jürgens in seinem Buch „Geschichte des Nordseebades Wangerooge“ (Jever, 1954).

Die Zahl der Gäste erreichte 1911 einen vorläufigen Höhepunkt: Der Sommer war heiß und ohne Niederschlag. 16 500 Gäste wies die Statistik aus. Die große Hitze trieb die Großstädter an die Nordsee. Das Bauunternehmen Janssen soll in den Jahren rund 300 Handwerker beschäftigt haben. Zur Saison 1912 eröffneten zwei neue Hotels, darunter das „Germania“ mit einem großen Saal und einer Veranda, der bis zu 500 Gästen Platz bot.

Dem guten Sommer 1911 folgte ein Rückgang im folgenden Jahr, aber 1914 wäre ein besonders guter Sommer geworden, wäre nicht im August der Weltkrieg ausgebrochen. Mit Kriegsbeginn wurden die Gäste aufgefordert, die Insel innerhalb von 24 Stunden zu verlassen.

Gleichzeitig bekam das männliche Personal die Gestellungsbefehle. Der letzte Dampfer legte auf Wangerooge am nächsten Morgen ab: Nicht wenige der Gäste feierten die letzte Nacht durch. In wenigen Tagen habe sich das Ortsbild rasant verändert, schreibt Friedrich-Wilhelm Jürgens: Anstelle fröhlicher Badegäste kamen feldgraue Soldaten. Sie zogen in die Hotels, da die Kasernen noch nicht fertig waren. So wie die Gäste morgens die Zimmer verlassen hatten, legten sich die Soldaten mit Stiefeln in die Hotelbetten.

Die Marine-Signalstelle wurde mit den teuren Strandkörben verbarrikadiert, die „Giftbude“ und „Dünenschlößchen“ – zwei gastronomische Betriebe direkt am Strand, wurden abgerissen, da sie in der Nähe militärischer Einrichtungen lagen. Die Insel sollte unter den Folgen des vierjährigen Kriegs in ihrer Entwicklung stark leiden. Erst 1919 kehrten die ersten Gäste zurück
Benutzeravatar
Salzufler
||
 
Beiträge: 4939
Registriert: 01.2011
Wohnort: B. Salzuflen im Lipperland
Geschlecht:

Re: Für Nostalgiker

Beitragvon Salzufler » 15. Nov 2014, 10:50

Wilhelmshaven

14.11.2014



Erster Weltkrieg: Erster und letzter Gruß für die Schiffe kam von Wangerooge


Die Beobachtung der Schiffsbewegungen vor der Jade war für die Marine von großer Bedeutung. Dafür wurde 1876 eine Behausung errichtet.

-aus Wilhelmshavener Zeitung-


Von Jürgen Peters

Wilhelmshaven/Wangerooge - Wangerooge ist eine Insel mit vielen Türmen. Und einer ganz besonders hatte eine enorme militärische Bedeutung - die Signalstation am nordwestlichen Dorfrand vor der Strandpromenade. Seit nahezu 140 Jahren bestimmt seine Silhouette das Bild Wangerooges mit. Zu Beginn des Ersten Weltkrieges war dieser Turm denn auch schon fast 40 Jahre in Dienst.

Die Signalstation Wangerooge war 1876 zur Küsten-Beobachtung errichtet und am 26. Juni des Jahres seiner Bestimmung übergeben worden. Von hier aus sollten die Bewegungen der Kriegsschiffe beobachtet und gemeldet werden. Vor allem feindlicher Schiffe.

Doch der Reihe nach. Aus den Unterlagen des Wangerooger Chronisten und Autors Hans-Jürgen Jürgens zur Geschichte der Insel geht hervor, dass die ersten Überlegungen, die Beobachtungsstation zu bauen, auf den deutsch-französischen Krieg 1870/71 zurückgehen. Als Frankreich am 19. Juli 1870 Preußen den Krieg erklärte, hatte das für die deutsche Nordseeküste weitreichende Folgen. Alle Leuchtschiffe wurden eingezogen, alle Leuchtfeuer gelöscht und alle Seezeichen beseitigt.

Bereits am 24. Juli segelten erste französische Kriegsschiffe in die Jade, am 16. August machten drei französische Schiffe Jagd auf den Dampfer „Cuxhaven“ und beschossen ihn. Tag und Nacht lagen immer elf feindliche Schiffe vor der Weser und der Jade.

Es wurde also immer wichtiger, Beobachtungsstationen auf den Inseln und an der Küste einzurichten. Der damals wachsenden Marine lag viel an der Erhaltung Wangerooges. Deshalb nahm die Kaiserliche Admiralität nach den Sturmfluten des Winters 1873/74 die Sicherung der Insel in die Hand. Anno 1874 begann sie damit, die zu der Zeit dreigeteilte Insel durch einen grünen Deich zu sichern. Zwei Jahre später war dieser Deich vom Westen bis zur Saline fertig.

Ende Februar desselben Jahres gab der Wangerooger Zimmermeister C. Christian Janßen sein Angebot ab, für die Marineleitung ein Küstenbeobachtungshäuschen mit Turm für insgesamt 5425 Mark zu bauen. Er bekam den Zuschlag. Nachdem am 10. April 1876 der Chef der Admiralität in Berlin, Albrecht von Stosch, sein Siegel unter den Vertrag drückte und fünf Tage später das Stempelgeld bezahlt war, stand dem Bauauftrag für den Zimmermeister, der bis dahin nur kleine Insulanerhäuser gebaut hatte, nichts mehr im Wege.
Benutzeravatar
Salzufler
||
 
Beiträge: 4939
Registriert: 01.2011
Wohnort: B. Salzuflen im Lipperland
Geschlecht:

Re: Für Nostalgiker

Beitragvon Salzufler » 22. Nov 2014, 15:53

Erster Weltkrieg
Kriegsflagge weht am Heck

-aus NWZ-

Dampfer „Wangerooge“ 1914 mit Kanonen bestückt
Der Bäderdampfer samt sechsköpfiger Besatzung wurde mit Kriegsbeginn dem Festungskommandanten unterstellt. Oft zog er Schießscheiben für Übungszwecke über See.

von Theo Kruse


Wangerooge - Der erste Dampfer „Wangerooge“ – erbaut für die Großherzoglich-Oldenburgische Eisenbahn (GOE) – wurde im Ersten Weltkrieg zum Kriegshilfsschiff: Das geht aus den Aufzeichnungen des Heimatforschers der Insel Hans-Jürgen Jürgens hervor. „Die ,Wangerooge‘ lag auf Kriegswache im Seegatt der Harle“, weiß Jürgens, der auch diese Episode für die Inselchronik recherchiert hat.

1905 war die „Wangerooge“ in Hamburg als Doppelschrauber-Dampfer gebaut worden. Sie wurde von zwei Dampfmaschinen mit je 110 Pferdestärken angetrieben, war 33,56 Meter lang und 6,24 Meter breit. Die Großherzoglich-Oldenburgische Eisenbahn hatte 1890 die Bahnstrecke Jever-Carolinensiel erworben, die damals an der Friedrichsschleuse endete. Dort stiegen die Reisenden auf den Dampfer über.

„Ein Billet zu dieser Fahrt kostet à Person 4 Mk. Außerdem fährt ein Segelschiff einen Tag hin und den anderen Tag zurück, mit letzterem kostet die Fahrt 1 Mk. à Person“, heißt es in zeitgenössischen Prospekten. Seit 1897 gab es die Inselbahn, die das mühselige Umsteigen auf hochrädrige Pferdefuhrwerke auf der Wangerooger Reede überflüssig machte.

Mit Kriegsbeginn am 1. August 1914 endete der friedliche Einsatz der „Wangerooge“: Der Bäderdampfer und die sechsköpfige Besatzung unter Kapitän Johanning wurden dem Festungskommandanten in Wilhelmshaven unterstellt. Am Heck wehte nun die Kaiserliche Kriegsflagge. Einige Tage später wurden im Arsenal in Wilhelmshaven zwei 3,7-Zentimeter-Revolverkanonen montiert.

Auf Wangerooge übernahm das „Hilfskriegsschiff“ die Bewachung der Harle und unterstand fortan dem Inselkommandanten. In der Dunkelheit oder wenn Seenebel aufkam, fuhr der Doppelschrauben-Dampfer auf eine Ankerposition in der Harle und die Kriegswache zog auf. Die Marineführung befürchtete einen Angriff der Engländer, weshalb kurz vor Weihnachten 1914 auch der Westturm gesprengt wurde. Tagsüber zog die „Wangerooge“ oftmals Schießscheiben für Übungszwecke der Küstenbatterien auf die See.

1916 – man rechnete mit einem baldigen Kriegsende – war bereits die Rückgabe an die Großherzoglich-Oldenburgische Eisenbahn vorgesehen, aber es kam anders. „Noch oft musste das Kriegshilfsschiff junge Soldaten, die auf der Insel ausgebildet worden waren, ein kleines Stück der mörderischen Front entgegen bringen“, schreibt Hans-Jürgen Jürgens
Benutzeravatar
Salzufler
||
 
Beiträge: 4939
Registriert: 01.2011
Wohnort: B. Salzuflen im Lipperland
Geschlecht:

Re: Für Nostalgiker

Beitragvon Salzufler » 12. Dez 2014, 16:20

Erster Weltkrieg
Rote Fahnen aus Bettdecken


Revolution auf Wangerooge 1918: Es fällt kein einziger Schuss
Auch auf Wangerooge bildeten Soldaten einen Soldatenrat. Über allen Stellungen und Quartieren mussten rote Fahnen wehen.
von Theo Kruse




Wangerooge - Der Matrosenaufstand läutet im November 1918 das Ende des Ersten Weltkrieges ein. Der Ruf „Feuer aus den Kesseln“ auf den vor Schillig ankernden Schlachtschiffen erreicht auch Wangerooge. Seewehrsoldat Daniel Tannen – ein Wangerooger – hält vor der Kaiserlichen Post (heute Fischgeschäft Kruse) Wache. Ein Läufer teilt ihm mit: „Es ist Revolution.“ Man schreibt den 7. November 1918.

Auch die Wachen vor dem Proviantamt (Residenz am Rosengarten) und am Bahnhof werden abgezogen, berichtet Inselchronist Hans-Jürgen Jürgens. Noch am selben Abend bilden Soldaten der verschiedenen Batterien den Soldatenrat Wangeroog, dem Obermatrose Unnasch vorsitzt.

Am nächsten Tag befiehlt der Soldatenrat einen Demonstrationszug. „Auf den Stellungen und Quartieren mussten rote Fahnen gehisst werden – sie wurden eiligst aus rotem Bettinlett genäht“, weiß Jürgens. Inselkommandant Hans Schulte sei so klug gewesen, dem Ansinnen der aufständischen Matrosen nachzukommen. „Auf der Insel fiel kein Schuss“, so der Heimatforscher.

Der Marsch führt die Soldaten von den Friedrich-August-Batterie (Nähe Saline) ins Dorf, zum Dünenbakenhügel (Café Pudding), an der Jadekaserne vorbei zum Bahnhof und wieder die Zedeliusstraße hinauf zum Hotel Hanken. Dort habe der Vorsitzende des Soldatenrates, Unnasch, die Forderungen der Soldaten verkündet, schreibt Jürgens.

Nur einen Tag später dankt Kaiser Wilhelm II. ab, am 10. November 1918 verzichtet auch Großherzog Friedrich-August von Oldenburg als Landesherr auf seine Würden.

Hans-Jürgen Jürgens schildert eine Episode der letzten Kriegstage: „Am Abend des 11. November stehlen sich die abgeblendeten Kreuzer ,Königsberg‘ und ,Cöln‘ an Wangerooge vorbei Kurs Wilhelmshaven. Sie führen noch die Kaiserliche Kriegsflagge, weil ihre Kommandanten nicht unter der Flagge der Revolution von der letzten Feindfahrt heimkehren wollen“, hat Jürgens festgehalten.

Sie befürchten aber den Beschuss durch Wangerooger Küstenbatterien. „Zu diesem Zeitpunkt waren die Stellungen jedoch schon verschlossen, die Scheinwerfer nicht mehr besetzt“, hat Jürgens recherchiert. Am 11. November unterzeichneten deutsche Diplomaten in einem Eisenbahnwaggon im Wald von Compiègne den Waffenstillstand: Der Krieg war zu Ende
Benutzeravatar
Salzufler
||
 
Beiträge: 4939
Registriert: 01.2011
Wohnort: B. Salzuflen im Lipperland
Geschlecht:

Re: Für Nostalgiker

Beitragvon Salzufler » 16. Dez 2014, 12:00

Erinnerung
Als Wangerooge wieder „Herr im Haus“ wurde


Ernst Albrecht setzte 1982 die Kommunalisierung des Staatsbads auf der Insel durch

von Theo Kruse
-aus NWZ-
Wangerooge/Hannover - Der am Sonnabend verstorbene ehemalige Ministerpräsident Ernst Albrecht war es, der den Wangeroogern vor mehr als 30 Jahren den Wunsch erfüllte, „Herr im eigenen Hause“ zu werden. Daran erinnern sich jetzt viele, die die Kommunalisierung des Niedersächsischen Staatsbads 1982 als Mitarbeiter oder Kommunalpolitiker erlebt haben.

Das Land hatte 1975 die Niedersächsische Bädergesellschaft gegründet, um die vier Staatsbäder Pyrmont, Nenndorf, Norderney und Wangerooge zentral zu verwalten. Schon dieser Schritt sorgte für Unruhe auf der Insel, fielen doch viele das Bad betreffende Entscheidungen nun in Hannover. Schon bald nach der Regierungsübernahme durch Ernst Albrecht wurde deshalb auf politischem Wege gearbeitet, um das Staatsbad wieder in kommunale Hände zu bekommen. Landtagsabgeordneter Andreas Luiken (CDU) fungierte als kurzer Draht zum Regierungschef, der jetzt 84-jährig verstarb (die NWZ  berichtete).

Seit 1962 hatte Wangerooge die Bezeichnung „Staatsbad“ geführt. Der Begriff erinnert an die Zeiten, als feudalistische Herrscher sich „Bäder“ leisteten, um die Sommerfrische zu genießen. 1982 war es dann soweit: Die Inselgemeinde Wangerooge übernahm probeweise für vier Jahre den Badbetrieb.

Vertragsgemäß mündete die Probezeit 1986 in die Überführung in kommunale Verantwortung. Der Gemeinde wurde dieser Schritt mit Millionensummen erleichtert – das Land war einen Verlustbringer los geworden. Vor den Folgen der Kommunalisierung, nämlich einer Überschuldung der stets klammen Inselkommune, hatte Frieslands Oberkreisdirektor Dr. Eckart Bode eindringlich gewarnt. „Ich befürchte nach der Kommunalisierung des Staatsbads eine wirtschaftliche Entwicklung, die die Insel von Bedarfszuweisungen des Landes abhängig macht“, sagte Bode damals der NWZ .

Er bekam damals von der Landesregierung einen Maulkorb verpasst – allerdings behielt Dr. Bode Recht: Seit Übernahme des Kurbetriebs wurde es finanziell immer schwieriger auf Wangerooge. Es folgten lange Jahre der Abhängigkeit von Bedarfszuweisungen.

„Der damals vorgelegte Wirtschaftsplan war getürkt, die Zahlen waren schön gerechnet, das ist in den Unterlagen deutlich zu erkennen“, sagte Alt-Bürgermeister Holger Kohls: Bereits 1987 und 1988 sei das dann auch im Wirtschaftsplan der Kurverwaltung Wangerooge offen zutage getreten. Im September 2013 hatte Kohls verkünden können, dass die Gemeinde- und Kurverwaltung 27 Jahre nach der Kommunalisierung des Staatsbads ihren Haushalt endlich wieder im Griff hat. Damals hatte Wangerooge in Anerkennung der Konsolidierungsbemühungen als Entschuldungshilfe vom Land 6,75 Millionen Euro, 75 Prozent der Kassenkredite, erhalten.

Die Kommunalisierung der Staatsbäder wurde 2004 mit Norderney fortgesetzt. Bad Nenndorf und Bad Pyrmont sind weiterhin Staatsbäder
Benutzeravatar
Salzufler
||
 
Beiträge: 4939
Registriert: 01.2011
Wohnort: B. Salzuflen im Lipperland
Geschlecht:

Re: Für Nostalgiker

Beitragvon Salzufler » 16. Dez 2014, 12:14

... auch schon wieder ein paar Tage her!
https://www.youtube.com/watch?v=hNGUfVSrFco

mit der Waterend Jazzband wurde 1990 mit vielen Schiffen des OYC eine Riverboatshuffle nach Wangerooge bei schlechten Wetterbedingungen, aber mit hoher Beteiligung durchgeführt.

... und damals war das auch schon das Wetter sehr besch.......
Benutzeravatar
Salzufler
||
 
Beiträge: 4939
Registriert: 01.2011
Wohnort: B. Salzuflen im Lipperland
Geschlecht:

Re: Für Nostalgiker

Beitragvon Salzufler » 24. Dez 2014, 13:46

Geschichte
Heiligabend 1914: Westturm gesprengt


Nach erster Sprengung am 23. Dezember blieben Mauern stehen


-aus NWZ-

Wangerooge - Weihnachten vor 100 Jahren war für die Insulaner denkwürdig: Der alte Wangerooger Westturm wurde dem Erdboden gleich gemacht. Eine angeblich bevorstehende Invasion im Rahmen des Ersten Weltkriegs und die navigatorische Bedeutung der alten Landmarke veranlassten die kaiserliche Marine damals, den Turm umzulegen.

Eine erste Sprengung wurde am 23. Dezember 1914 gezündet. Heiligabend besiegelte die zweite Sprengung das Schicksal des Turms, der 317 Jahre lang die Silhouette des Eilands geprägt hatte.

Die zweite Sprengung wurde nötig, weil zwei Mauern stehen geblieben waren. „Die Schießbaumwolle hat nicht gezündet“, weiß Insel-Chronist Hans-Jürgen Jürgens.

Während offiziell eine mögliche Invasion als Vorwand für die Sprengung herhalten musste, gab es Gerüchte, wonach die Marine sich des Gemäuers bequem entledigen wollte.

„Doch als die Kriegeskunde der Welt den Frieden nahm, / da schlug auch seine Stunde, auch seine Stunde kam ./ Er ist als Held gefallen – wie mancher Held im Heer –/ Und traurig klang es allen: Der Westturm ist nicht mehr“, dichtete Fritz Strahlmann heroisch. Es sollte rund 20 Jahre dauern, bis die heutige Jugendherberge als Nachbau errichtet wurde.

Über die Jahrhunderte diente der „große Seeturm“, der inmitten des alten Insel-Dorfs stand, verschiedenen Zwecken. Im ersten Stock war die Kirche mit 90 Sitzplätzen untergebracht. Darunter lagerte Strandgut. Über der Kirche befanden sich noch vier Stockwerke, dort war eine Zeit lang die Wohnung des Lampenwärters. Zu anderen Zeiten diente der Turm als Kaserne der anhaltinischen Garnison und der französischen Besatzung als Wachlokal.

Nach der Weihnachts- und Silvestersturmflut 1854/55 stand der Westturm einsam am Strand. Die Häuser der Insulaner waren zerstört oder schwer beschädigt. Nach und nach siedelten die Wangerooger in das heutige Dorf über.

Im Berliner Reichstag kam der Westturm 1913 noch einmal zur Sprache, weil die Marine den Turm schwarz teeren wollte, um ihn zu tarnen. Der Abgeordnete Ahlhorn verwahrte sich gegen diese „beabsichtigte Verschandelung“.

   www.inselrundgang.de/info/seezeichen/alter_westturm.php
Benutzeravatar
Salzufler
||
 
Beiträge: 4939
Registriert: 01.2011
Wohnort: B. Salzuflen im Lipperland
Geschlecht:

Re: Für Nostalgiker

Beitragvon Salzufler » 28. Dez 2014, 21:02

- 329 501 ist wieder im Einsatz


Nach längerer Aufarbeitung und Umspurung ist die ehemalige Wangerooger 329 501bei der Stiftung Deutsche Kleinbahnen wieder im Einsatz.



Mit mehrmonatiger Verspätung ist die ehemalige DB-Schmalspurkleinlok 329 501 (ehemals V 11 901) wieder betriebsfähig. Die 2002 ausgemusterte ehemalige V 11 901 der Wangerooger Inselbahn wurde seit 2013 umfassend aufgearbeitet und für die 600mm-Touristikstrecke Klütz - Hof Gutow umgespurt. In der Saison 2015 wird die Maschine nun wieder vor Zügen zu erleben sein. Ursprünglich war geplant, die heute der Stiftung Deutsche Kleinbahnen gehörende Gmeinder-Lok aus dem Jahre 1952 unter ihrer alten DB-Nummer einzusetzen, doch nun wird die Lok als Nr. 4 eingesetzt und past damit in das Bezeichnungsschema der Klützer Loksammlung.

Am 21. Juni 2014 wurde die auf einem 6,3 km langen Reststück der 1905 in Normalspur gebauten Bahnstrecke Grevesmühlen – Klütz wiedereröffnet. Eigentlich sollte die Lok bereits zu diesem Termin wieder betriebsfähig sein, doch durch verschiedene Verzögerungen musste der Termin mehrmals verschoben werden.


Da in den Wintermonaten der Betrieb eingestellt ist, wird es noch bis zum Frühjahr dauern, dass die Lok im fahrplanmäßigen Einsatz erlebt werden kann. Momentan stehen die genauen Termine, ab wann der Betrieb auf dem »Lütt Kaffeebrenner« wieder aufgenommen wird, noch nicht fest. Details hierzu finden sich auf der Internetseite http://www.stiftung-deutsche-kleinbahnen.de/.
Benutzeravatar
Salzufler
||
 
Beiträge: 4939
Registriert: 01.2011
Wohnort: B. Salzuflen im Lipperland
Geschlecht:

Vorherige

Zurück zu "Geschichten aus der guten, alten Zeit"

 

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste