Deicherhöhung

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Deicherhöhung

Beitragvon Admin » 7. Nov 2012, 09:29

Wangerooge: Deiche und Dünen sicher
aus NWZ-Online vom 07.11.2012

von Melanie Hanz

Wangerooge - Die Schutzdünen auf Wangerooge sind stabil genug, um die Insel im Winter vor Sturmfluten zu schützen. Das ist Ergebnis der Deichschau, die am Dienstag auf der Insel stattfand. Im Frühjahr beginnt vorbehaltlich der Finanzierung die Erhöhung des Dorf- und des Ostgrodendeichs. Zum Teil sind die Deiche, die die Insel zum Watt hin sichern, um bis zu 1,30 Meter zu niedrig. der zum Deichbau benötigte Klei kommt per Schiff vom Festland.
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Re: Deicherhöhung

Beitragvon Admin » 7. Nov 2012, 09:33

Für Deichbau sind noch Details zu klären
aus NWZ-Online vom 07.11.2012

Schutzdünen haben ausreichend Sand an den Füßen – Baustart im April 2013 geplant

Wangerooges Dorfgroden- und Ostgrodendeich werden um bis zu 1,30 Meter erhöht. Der Deichkronenweg soll auch in Zukunft per Fahrrad befahren werden dürfen.


von Melanie Hanz

Wangerooge - Die Deichanlagen und Schutzdünen auf Wangerooge sind so weit stabil, dass sie die Sturmflutsaison überstehen. Das ist das Ergebnis der Deichschau, die Vertreter von Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Wilhelmshaven, Niedersächsischem Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz, Naturschutzverbänden und Gemeinde Wangerooge am Dienstag absolvierten.

Wie Bürgermeister Holger Kohls berichtete, ist sowohl der Fuß der Nordostdünen als auch jener der Harlehörn-Düne ausreichend mit Sand stabilisiert. Im Frühjahr soll dann festgestellt werden, ob wieder Sand aufgefahren werden muss. Auch die Nordwest-Dünen seien nicht gefährdet, obwohl es dort in diesem Jahr zu erheblichem Sandabtrag gekommen ist, sagte Kohls: Bei Hochwasser schwappen die Fluten teilweise bis an die Steinschüttung.

Seebuhnen nicht saniert

Von Gemeindeseite wurde bei der Schutzdünenschau bemängelt, dass die Köpfe der Seebuhnen nicht wie zugesagt in diesem Jahr instand gesetzt wurden. Das WSA sagte zu, sich 2013 darum zu kümmern.

Detailfragen sind noch bei der ab April 2013 geplanten Deicherhöhung zu klären: Vorbehaltlich der Mittelfreigabe durch das Land soll zunächst der Dorfgrodendeich bis zum Deichschart Wattenmeer um bis zu 1,30 Meter erhöht werden. Rund 50 000 Kubikmeter Klei sind im ersten Bauabschnitt erforderlich.

Noch unklar ist, ob der per Schiff angelieferte Klei direkt eingebaut werden kann oder ob mehrere Zwischenlager nötig sind, berichtete Kohls.

Im Zuge des auf drei bis vier Jahre angesetzten Deichbaus sollen bis zu 100 000 Kubikmeter Klei und rund 25 000 Kubikmeter Sand eingebaut werden. Der Sand wird im Inselosten gewonnen, die Baustraße verläuft außendeichs.

Neben der Deicherhöhung steht der Bau eines Deichverteidigungswegs binnendeichs an, der bisherige Weg auf der Deichkrone wird erneuert und auf zwei Meter Breite ausgebaut. Da die Gemeinde Wert darauf legt, dass der Kronenweg auch per Rad befahren werden kann, wird sie die Verkehrssicherungspflicht übernehmen, kündigte Bürgermeister Kohls an.

Am Deichabgang zum Georgspadd wird die Rampe verlängert, so dass sie mit Kinderwagen oder Rollstühlen besser befahren werden kann. Der bisherige Trampelpfad den Deich hinunter wird zur Treppe ausgebaut.

Auch der Bereich des Deichabgangs zur Richthofenstraße soll neu geplant werden: Dort schränken Graben und Verteidigungsweg das Baugebiet ein.

Vorstellung der Pläne

Auch beim Schöpfwerk wird eine Sonderkonstruktion notwendig sein: Der Verteidigungsweg passt nicht zwischen Schöpfwerk und Deich und wird deshalb in diesem Bereich auf der Deichkrone entlang geführt.

Die Deichbau-Pläne sollen genau wie die Pläne des WSA zur Deckwerkssanierung in diesem Jahr noch den Ratsgremien vorgestellt werden.

Der Bürgermeister berichtete, dass im Schöpfwerk erneut eine Pumpe ausgefallen ist. Der Schaden soll bis Ende der Woche repariert sein. „Hoffentlich fällt bis dahin nicht so viel Niederschlag“, sagte er.
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Re: Deicherhöhung

Beitragvon Salzufler » 5. Dez 2012, 07:57

Infos über Pläne für Deichbau


aus NWZ:

Wangerooge - Vertreter des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) stellen am Mittwoch, 12. Dezember, ab 20 Uhr im Oberdeck die Maßnahmen zur Deicherhöhung auf Wangerooge vor. Dazu sind alle interessierten Bürger willkommen.

Die Deicherhöhung auf Wangerooge soll 2013 beginnen. Laut Generalplan Küstenschutz für die Ostfriesischen Inseln sind die Deiche, die Wangerooge nach Süden hin schützen – insbesondere der Dorf- und Ostgrodendeich – zum Teil bis zu 1,10 Meter zu niedrig.

Der NLWKN will im April 2013 mit der Erhöhung des Dorfdeichs von West nach Ost beginnen, dann soll 2014 bis 2016 der Ostgrodendeich in mehreren Bauabschnitten folgen. Rund 100 000 Kubikmeter Klei werden dafür benötigt, die bereits bei Harlesiel und Neuharlingersiel gesammelt werden.
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Re: Deicherhöhung

Beitragvon Admin » 14. Dez 2012, 09:33

Erst Anfang 2013 fällt Entscheidung über Baubeginn
aus NWZ-Online vom 14.12.2012


Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz wartet auf Freigabe der Mittel


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Baubeginn soll am Dorfgrodendeich (rot) sein. Der Ostgrodendeich (gelb) folgt danach. Bild: NLWKN

Wangerooge - Der Transport des für den Deichbau auf Wangerooge benötigten Kleis stellt den Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) vor große logistische Herausforderungen. Das berichteten am Mittwochabend Frank Thorenz, Leiter der Betriebsstelle Norden-Norderney, und Projektleiter Theo van Hoorn auf der Insel. Sie stellten die aktuellen Planungen für die Erhöhung und Verstärkung der ca. 3,3 Kilometer langen Deichstrecke des Dorf- und Ostgrodendeichs vor.

„Die gesamte Deichstrecke muss dringend an aktuelle Anforderungen angepasst werden: Wesentliche Defizite liegen in Fehlhöhen, die bis zu 1,4 Meter im Bereich des Dorfgrodendeiches betragen, einer nur sehr dünnen Kleiabdeckung und einem fehlenden Deichverteidigungsweg“, erläuterte Thorenz. Welche Bedeutung der wattseitige Sturmflutschutz durch Deiche für Wangerooge besitzt, wurde beim Deichbruch am Dorfgrodendeich bei der Sturmflut vom 16. Februar 1962 deutlich. Der Ausbau der Deichstrecke ist eine prioritäre Maßnahme aus dem Generalplan Küstenschutz für die Ostfriesischen Inseln, der im Jahr 2010 aufgestellt worden war.

Neben den küstenschutzfachlichen Gesichtspunkten sind bei der Planung auch die naturschutzfachlichen Belange des Nationalparks Wattenmeer, die Nutzung des Deichs durch Inselgäste, Wegeanbindungen und die Inselentwässerung zu berücksichtigen. Thorenz zufolge wurden dazu intensive Vorgespräche mit allen Beteiligen geführt.

Insgesamt werden ca. 120 000 Kubikmeter Klei benötigt, um den Deich ausreichend wehrhaft zu konzipieren. Da auf Wangerooge kein Klei vorhanden ist, muss der Baustoff vom Festland herantransportiert werden. Auf Teilstrecken muss der Deichfuß durch ein Deckwerk geschützt werden, um ihn ausreichend stabil gegen Wellenschlag zu gestalten. Neben einem Deichverteidigungsweg ist auch ein Deichkronenweg vorgesehen, um Beschädigungen der Deichkrone durch Fußgänger und Radfahrer zu vermeiden.

„Der NLWKN hat die erforderlichen Genehmigungsverfahren eingeleitet und wir hoffen, dass die dem Land zur Verfügung stehenden Mittel erlauben, 2013 mit den Baumaßnahmen zu beginnen“ sagte Thorenz. Diese Entscheidung wird Anfang des Jahres fallen.

Thorenz sagte zu, dass das Umweltministerium dafür sorgen wird, dass die Insulaner stets über Planungsstand und Maßnahmen informiert werden.
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Re: Inselnachrichten 2013

Beitragvon Salzufler » 11. Mai 2013, 06:04

Küstenschutz
Deiche: Minister macht Hoffnung


Stefan Wenzel: Dritter Bauabschnitt kann vorgezogen werden
Für das letzte Teilstück des Ostgrodendeichs sei keine Umweltprüfung notwendig. Dort seien keine Salzwiesen betroffen.von
Melanie Hanz

-aus NWZ-
Wangerooge/Hannover- Möglicherweise könnte doch noch in diesem Jahr die Deicherhöhung auf Wangerooge beginnen. Wie Umweltminister Stefan Wenzel beim Bilanzgespräch des Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) am Mittwoch berichtete, könnte der letzte Bauabschnitt am Ostgrodendeich vorgezogen werden.

In diesem Abschnitt verläuft der Deich von Nord nach Süd. Da dort keine Salzwiese in Anspruch genommen werden würde, müsse voraussichtlich auch kein Umweltverträglichkeitsgutachten erstellt werden, so der Minister.

Wie berichtet, war bei der Frühjahrsdeichschau vor wenigen Wochen bekannt geworden, dass der für dieses Frühjahr geplante Start des Deichbaus auf Wangerooge verschoben wurde. Als Grund gab der NLWKN an, dass eine Umweltverträglichkeitsprüfung und ein Planfeststellungsverfahren nötig seien.

Denn im Verlauf der etwa vier Jahre dauernden Baumaßnahme müssten rund 120 000 Kubikmeter Klei vom Festland zum Inselhafen gebracht und dann weiter mit LKW und Stahlplatten über das sensible Watt innerhalb des Nationalparks Wattenmeer transportiert werden – erhebliche Umweltauswirkungen seien nicht ausgeschlossen.

Die Gemeinde Wangerooge und der Landkreis Friesland hatten dieses Vorgehen aufs Schärfste kritisiert und den Umweltminister eingeschaltet. Zu befürchten sei, dass durch das Planverfahren der Deichbau um mindestens zwei Jahre verzögert werde (die NWZ  berichtete).

Ob der Deichbau auf Wangerooge nun tatsächlich in anderer Reihenfolge doch noch 2013 beginnt, ist indes offen: Denn wie sich jetzt herausstellte, gibt es ein Problem beim Transport des Kleis vom Hafen Harlesiel zur Insel. Wie Achim Stolz, Sprecher des NLWKN, auf Nachfrage der NWZ  bestätigte, hat der Zweckverband Hafen Harlesiel eine Verschiffung des Kleis über den vorhandenen Anleger abgelehnt. Nun müsse der Landesbetrieb im Hafenbereich einen Extra-Anleger bauen.

Laut Generalplan Küstenschutz für die Ostfriesischen Inseln sind die Deiche, die Wangerooge nach Süden hin schützen , zum Teil bis zu 1,10 Meter zu niedrig. Der bisherige Plan sah vor, in diesem Jahr den Dorfdeich von West nach Ost zu erhöhen und dann 2014 bis 2016 den Ostgrodendeich.
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Re: Deicherhöhung

Beitragvon Salzufler » 15. Mai 2013, 10:35

Küstenschutz
Eigener Anleger für Kleischiffe


Hafenzweckverband stimmt zu – Transporte nach Wangerooge 2014
Der Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz baut nordöstlich des Hafens Harlesiel einen eigenen Anleger. Dazu müssen Stellungnahmen eingeholt werden.
von
Manfred Stolle
-aus NWZ-


Der Hafen von Harlesiel wird weiter Fischkuttern und Fährschiffen vorbehalten bleiben. Für den Klei, der nach Wangerooge verschifft wird, soll eine Anlegestelle beim Lagerplatz der Reederei Warrings eingerichtet werden.

Harlesiel/Wangerooge- Die Schiffe, die Kleiboden vom Festland zur Deichverstärkung auf die Insel Wangerooge bringen sollen, werden ihre Ladung nicht im Hafen von Harlesiel aufnehmen müssen. Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) wird nordöstlich des Hafenbeckens beim Lagerplatz der Reederei Warrings eine eigene Anlegestelle für den Transport zur Insel einrichten. Das teilte am Dienstag Johann Schildt, Geschäftsführer des Hafenzweckverbands Harlesiel, bei der Versammlung des Gremiums im Wittmunder Rathaus mit.

Die Lösung, durch die der NLWKN den Firmenplatz von Warrings mitnutzen könne, habe man bei einem Ortstermin mit allen Beteiligten gefunden.

Wie berichtet, müssen auf Wangerooge die Deiche zum Teil bis zu 1,10 Meter zum Schutz vor künftigen Sturmfluten erhöht werden. Das ist dem Generalplan Küstenschutz für die Ostfriesischen Inseln zu entnehmen. Die Arbeiten erledigt im Auftrag des Landes Niedersachsen der NLWKN.

Für die höheren Deiche wird bereits auf dem Festland Kleiboden zum Beispiel bei Harlesiel und in Neuharlingersiel gesammelt. Insgesamt werden 100 000 Kubikmeter Boden benötigt.

Vorgesehen ist, zunächst den Dorfdeich von West nach Ost und danach den Ostgrodendeich in mehreren Bauabschnitten zu erhöhen. Dafür und für die Anlage neuer Sicherungswege werden rund 1,7 Hektar vom Nationalpark Wattenmeer überbaut. Zum Ausgleich könnten eine Orchideenwiese und ein Rast- und Brutbiotop geschaffen werden, hatte Armin Tuinmann von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Friesland vorgeschlagen.

Ursprünglich sollte die Verstärkung der Deiche auf Wangerooge bereits im April 2013 beginnen. Doch dann gab der NLWKN bekannt, dass für den Deichbau Umweltverträglichkeitsprüfungen erforderlich seien, weil Salzwiesen betroffen sind – dadurch könnte sich der Baubeginn um bis zu zwei Jahre verzögern.

Zudem waren aus Reihen des Hafenzweckverbands Harlesiel Bedenken laut geworden, die Kleischiffe könnten den laufenden Hafenbetrieb stören. „Darüber war der NLWKN enttäuscht“, sagte Schildt.

Auch der Bau des neuen Anlegers verzögert die Arbeiten für den Küstenschutz auf Wangerooge. Der Lagerplatz der Reederei Warrings liegt direkt an der Grenze des Nationalparks Wattenmeer. Laut Schildt ist das Problem, dass vor der Genehmigung des Baus des Anlegers durch den Landkreis Friesland zunächst einmal alle Träger öffentlicher Belange zu dem Vorhaben gehört werden müssen. „Das wird wohl drei bis vier Monate dauern“, sagte Schildt. Er rechne damit, dass die Kleiverschiffung von Harlesiel nach Wangerooge 2014 beginne und bis 2017 dauern werde.

2014 könnte nach Plänen des Umweltministeriums dann bereits auch die Erhöhung des Deichabschnitts östlich des Cafés Neudeich beginnen. Dort ist möglicherweise keine Umweltprüfung notwendig, da der Deichabschnitt zwischen Ostinnen- und -außengroden liegt und keine Salzwiesen vom Bau betroffen sind. Zurzeit wird im Ministerium geprüft, was möglich ist.
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Re: Deicherhöhung

Beitragvon Salzufler » 7. Jun 2013, 22:50

Küstenschutz
Deicherhöhung nun doch 2014?


Umweltminister Stefan Wenzel sichert schnellen Baubeginn zu
Wangerooge kann auf eine zügige Erhöhung der Seedeiche hoffen. Landkreis und Gemeinde fuhren zum Gespräch nach Hannover.von
Rahel Arnold

-aus NWZ-

Wangerooge- Der verschobene Deichbau auf Wangerooge soll offenbar nun doch früher beginnen als erwartet. Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) hat der Gemeinde einen Baubeginn für das Frühjahr 2014 zugesichert. Das berichtete Bürgermeister Holger Kohls im Bauausschuss.

In einem Gespräch am 30. Mai an dem neben Kohls auch Frieslands Landrat Sven Ambrosy und Armin Tuinmann von der Unteren Naturschutzbehörde teilnahmen, sei das Thema nochmals erörtert und dem Minister die geänderte Ausbauplanung vorgestellt worden, so Kohls.

Demnach wird es noch kleine Änderungen in der Ausführungsplanung geben. Geplant ist auch, die Notwendigkeit eines Umweltverträglichkeitsgutachtens zu prüfen. Kohls zufolge habe der Minister in Aussicht gestellt, dass die Vorprüfung zum Ergebnis kommen wird, dass eine Umweltverträglichkeitsprüfung nicht mehr notwendig ist. Dann könnte zeitnah mit der Erhöhung der Deiche begonnen werden.

Ein noch zu klärender Punkt in den geänderten Plänen, ist Kohls zufolge die Anlegestelle zur Kleiverschiffung von Harlesiel Richtung Insel. „Die geplante Anlegestelle würde im Sieltief und damit im Nationalpark Wattenmeer liegen“, sagte Kohls. Darüber müsse noch beraten werden.

Wie berichtet, hatte der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) als zuständige Genehmigungsbehörde bei der Frühjahrsdeichschau auf der Insel angekündigt, dass zur Deicherhöhung eine Umweltverträglichkeitsprüfung notwendig sei. Das hatte zu Irritationen und Verärgerung bei Landkreis und Inselgemeinde geführt. Man fürchtete, mit dem langwierigen Verfahren könne sich die Deicherhöhung, der eigentlich bereits für April 2013 geplant war, um Jahre verzögern
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Re: Deicherhöhung

Beitragvon Salzufler » 14. Jul 2013, 15:55

-aus Frankfurter Neue Presse-
Bremse für wandernde Inseln

Von Eckart Granitza

West-Ost-Drift verdrängt kostbares Land - Neues Bauwerk zur Verstärkung der Küstenschutzanlagen auf Baltrum

Die Ostfriesischen Inseln sind in ihrer Existenz bedroht. Ein neues Projekt soll sie jetzt bewahren helfen.

Emden.
Ihr größtes Kapital sind die kilometerlangen, schneeweißen Sandstrände. Doch auf den Ostfriesischen Inseln wird an diesem Kapital kräftig gerüttelt. Die West-Ost-Drift des Sandes, die aus dem nach Osten gerichteten Brandungsströmungen und den Gezeitenströmungen in der Nordsee resultiert, nagt permanent an den Westköpfen der Inseln.

Dazu kommt der stetige, meist aus Westen blasende Wind und die Sturmfluten in den Winterhalbjahren. Diese Drift ist enorm. Sie trägt die Inseln an ihrer Westseite ab und lagert den Sand im Osten wieder an. Zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert nahm Wangerooge im Westen etwa zwei Kilometer ab und im Osten etwa vier Kilometer an Länge zu. So ist der 1856 im Osten errichteten Leuchtturm inzwischen in der Mitte der Insel gelandet.



Auch das Westende von Baltrum lag um 1650 noch rund 4,5 Kilometer westlicher als jetzt. Und auch die anderen bewohnten Inseln vor der Küste Ostfrieslands wie Borkum, Juist, Norderney, Langeoog und Spiekeroog verlagerten sich in den vergangenen Jahrhunderten nach Osten oder veränderten ihre Form. „Das war früher kein Problem, wenn nur wenige Menschen auf einer Insel leben, die mit ihren einfachen Häusern immer weiter Richtung Osten ziehen. Aber mit dem Bädertourismus kommen Gäste auf die Insel, und es werden Steinhäuser, Hotels und Kuranlagen gebaut. Diese können nicht mehr einfach umziehen,“ sagt der Dezernent des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft Küsten- und Naturschutz (NLWKN) Frank Thorenz.

Alle Inseln mit Ausnahme von Langeoog müssen also, um den Tourismus und damit ihre Wirtschaftskraft zu erhalten, in ihrer Lage durch massive Deckwerke aus Beton und Asphalt stabilisiert werden. „Wo es möglich ist, setzen wir allerdings auch an natürlichen Prozesse angepasste Küstenschutzmaßnahmen wie etwa ingenieurbiologische Dünenbaumaßnahmen ein“, erläutert Thorenz.

Der Westkopf der Insel Wangerooge mit seinem massiven Befestigungsbauwerk zeugt vom gewaltigen Aufwand, der betrieben werden muss, um die Grundposition der Insel zu bewahren. „Die Beton- und Asphaltkonstruktionen mit ihren Wellenbrecherfunktionen und den langen Steindämmen, den sogenannten Buhnen, sind dazu da, frühzeitig die Wellenenergie zu reduzieren, damit keine Schäden angerichtet werden können“, sagt der Geochemiker und Institutsdirektor an der Universität in Oldenburg, Jürgen Rullkötter. Doch egal wie massiv die Befestigungen sind: Den gewaltigen Kräften von Strömung und Wellenschlag kann kein Bauwerk auf Dauer standhalten.


Der Westkopf von Wangerooge ist immerhin schon 1974 fertiggestellt worden. „Wenn man sich umschaut, sieht man, dass dieses Bauwerk schon einige Jahrzehnte auf dem Buckel hat und viele Abbrüche und Schäden zeigt. Deswegen ist geplant, das Deckwerk mit einer großen Baumaßnahme, die wahrscheinlich schon 2014 beginnt, wieder neu herzustellen. Das wird ein Unternehmen sein, das sich sicherlich über mehrere Jahre hinziehen wird und dann hoffentlich wieder mehrere Jahrzehnte standhält“, meint Rullkötter.

Für die zwei Inseln weiter westlich von Wangerooge gelegene Insel Baltrum wird ein solcher Neubau des Deckwerkes derzeit vom NLWKN geplant und durchgeführt. „Das Problem in Baltrum war, dass die schon aus den 70er Jahren kommende Befestigung nicht hoch genug war und außerdem bei schweren Sturmfluten nicht ausreichend standsicher ist“, sagt Thorenz. Die Küstenbauingenieure seines Teams ermittelten mit Hilfe von Computermodellen die bei etwaigen Sturmfluten auftretenden Wellenhöhen. Danach überprüften sie an einem, im Maßstab von 1:10 gebauten Modell im Wellenkanal der Technischen Universität in Braunschweig, ob der derzeitige Bau den Drücken der erwarteten Wellen standhalten kann und wie viel Wasser bei einer Sturmflut überlaufen würde.

„Die Untersuchungen haben ergeben, dass die Strandmauer bei einer schweren Sturmflut überflutet und das Westdorf von Baltrum so überschwemmt werden könnte“, berichtet Thorenz. Außerdem könnte es auch sein, dass die nur durch eine Spundwand gegründete Mauer nicht standsicher ist, was einen noch verheerenderen Einbruch der Wassermassen auf die Insel nach sich ziehen würde. Die durch die beiden großen Sturmfluten im November 2006 und 2007 entstandenen Schäden im Städtchen haben die Notwendigkeit der Verstärkung der Küstenschutzanlagen auf Baltrum noch deutlicher gemacht.

„Nachdem in den vergangenen Jahren das Deckwerk am Westkopf der Insel saniert und umgestaltet wurde, wird dieses Jahr der nach Osten führende Abschnitt abgeschlossen werden,“ sagt Thorenz. Dabei soll eine vorhandene Hochwasserschutzwand abgebrochen und durch einen gut zwei Meter höheren, flach geneigten Damm ersetzt werden. Die Küsteningenieure bevorzugen möglichst flache Dammkonstruktionen, da diese die Wellenkräfte viel besser abbauen können als steil verlaufende Dämme. Abschließend werden die Dämme mit Klei, einem besonders erosionsbeständigem tonigen Boden aus der Marsch, abgedeckt.

Am Ende soll die Krone des neuen Deiches 10,20 Meter über dem Meeresspiegel gebaut werden, was eine wesentlich höhere Sicherheit für Einheimische und Touristen vor einer möglichen Sturmflut bedeutet. Im weiter östlichen Abschnitt der Baumaßnahme muss ein massives, steiler geneigtes Deckwerk aus Steinen und Beton errichtet werden, da die Bebauung hier näher an die Küstenschutzanlage heranreicht. Um den Auflauf der Welle zu bremsen und damit die Höhe des Bauwerks zu limitieren, werden in das Mauerwerk kleine Störelemente, die extra für Baltrum konstruiert worden sind, eingebaut.

Den Abschluss der Konstruktion bildet eine massive Mauer, die den Rest des Wellenauflaufs abwehrt. „Natürlich haben wir bei der Berechnung der Endhöhen der Inselschutzanlagen auch schon den zu erwartenden Meeresspiegelanstieg der nächsten 100 Jahre durch die Klimaerwärmung mit einbezogen“, sagt Thorenz.

Artikel vom 13.07.2013, 03:00 Uhr (letzte Änderung 13.07.2013, 09:01 Uhr
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Re: Deicherhöhung

Beitragvon Salzufler » 19. Jul 2013, 20:24

-aus Bild-

Wangerooger Deiche sollen ab 2014 ausgebaut werden

Freitag, 19. Juli 2013, 17:40 Uhr



Hannover (dpa/lni) - Die Deicherhöhung auf der Insel Wangerooge (Kreis Friesland) soll im kommenden Jahr beginnen und möglichst umweltschonend ablaufen. Der Ausbau soll weitestgehend auf der vorhandenen Deichtrasse erfolgen, um ökologisch wertvolle Salzwiesen zu schonen, teilte das niedersächsische Umweltministerium am Freitag mit. Als Ausgleich für die Deicharbeiten sollen zudem neue Salzwiesen angelegt werden. Ministerium, Landkreis und Gemeinde wollen damit eine langwierige Umweltprüfung umgehen. Eine Vorprüfung des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz hatte ergeben, dass sich die geplante Erhöhung des Deichs auf mehr als drei Kilometern wegen Umweltbedenken verzögern könnte. Ursprünglich sollte in diesem Frühjahr mit dem Bau begonnen werden
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Re: Deicherhöhung

Beitragvon Salzufler » 19. Jul 2013, 20:26

EINIGUNG


Deichbau auf der Insel kommt doch früher


Gemeinsame Erklärung von Gemeinde, Landkreis und Umweltminister



WANGEROOGE

|

JW


Veröffentlicht: 19.07.2013


Für den Deichbau auf Wangerooge zeichnet sich eine konstruktive Lösung ab, die einen Beginn der Arbeiten im kommenden Jahr wahrscheinlich machen. „In enger Abstimmung mit allen Beteiligten hat der NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) die Planungen optimiert“, heißt es in einer gemeinsamen Presseinformation von Umweltminister Stefan Wenzel, Landrat Sven Ambrosy sowie Bürgermeister Holger Kohls vom Freitag.


So soll der Ausbau des Deiches weitestgehend auf der vorhandenen Deichtrasse erfolgen, um die Inanspruchnahme ökologisch wertvoller Salzwiesenbereiche auf ein Minimum zu reduzieren. Ferner sollen als Ausgleichsmaßnahme neue Salzwiesen entstehen. „Wir sind daher zuversichtlich, dass die neue Planung die berechtigten Umweltbelange ausreichend berücksichtigt und dabei hilft, ein umfangreiches Zulassungsverfahren zu vermeiden“, erklärten Wenzel, Ambrosy und Kohls.


Eine NLWKN-interne Vorprüfung der ursprünglichen Planungen hatte ergeben, dass mögliche nachteilige Folgen für die Natur eine Umweltverträglichkeitsprüfung erforderlich machen würden, die das Vorhaben zeitlich verzögert hätte. Die Gemeinde Wangerooge, der Landkreis Friesland und das Land suchten daraufhin nach Möglichkeiten, die Umweltverträglichkeitsprüfung entbehrlich zu machen, zumal über die Notwendigkeit der Deichverstärkung Einigkeit besteht. Dieses Ziel ist jetzt erreicht worden.


Die 3,3 Kilometer lange Strecke des Dorf- und Ostgrodendeiches weist Fehlhöhen von bis zu 1,6 Metern auf, darüber hinaus fehlt ein Deichverteidigungsweg.


Vorbereitende Arbeiten wie der Bau eines Hilfsanlegers im Hafen von Harlesiel, von wo aus der Kleitransport nach Wangerooge erfolgt, können damit nun bereits 2013 beginnen.
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